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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 124

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 7-8
Date
1927-01-01
Page
Seite 124 (sequence 26)
Language
German
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— 124 - bourne wurde der erste jüdische Gottesdienst vier Jahre nach Gründung der Stadt abgehalten — 1839. 1846 zählte man 117 Seelen, und im folgenden Jahre legte man den Grundstein der ersten Synagoge in Victoria. 10 Jahre später hatte sich die jüdische Bevölkerung auf 1500 vermehrt, und der erste Wohltätigkeitsverein wurde gegründet. In Südaustralien kamen Juden in Adelaide zwei Jahre nach Gründung der Stadt an und hielten Gottesdienste ab; jedoch wurde eine Gemeinde erst im Jahre 1848 gegründet. Zwei Jahre später wurde die Synagoge eingeweiht. 1852 wurde eine Wohltätigkeitsgesellschaft gebildet und Land für einen Friedhof erworben. In Queensland gab es Juden vor der Lostrennung von Neusüdwales, jedoch war ihre Anzahl gering, und erst 1867 wurde ein Haus in Brisbane zu einer Synagoge umgebaut. Die gegenwärtige Synagoge in Margaret-Street wurde 1886 eingeweiht. Obwohl auch in Westaustralien vereinzelte Juden sich schon früh niederließen, wurde eine Gemeinde erst 1892 in Perth gegründet. In Tasmanien gab es Juden in erheblicher Zahl um die Mitte des letzten Jahrhunderts, und die Gemeinde in Hobart kam an Bedeutung gleich hinter Sydney. Ihr Rabbiner H. Holzel wurde „Oberrabbiner der Juden der australischen Kolonien" genannt. In den letzten 30 Jahren jedoch hat sich die Gemeinde so verringert, daß die schöne Synagoge jetzt nur noch an Feiertagen zum Gottesdienst benutzt wird. Wie oben erwähnt, waren Juden unter den ersten Ansiedlern Australiens. Die Goldentdeckungen in den Fünfzigerjahren vermehrten ihre Anzahl in Victoria und Neusüdwales bedeutend, und diese beiden Staaten bilden den Mittelpunkt jüdischen Lebens. Sydney besonders scheint für die Juden Australiens das zu werden, was New-York für die Juden der Vereinigten Staaten ist. Nicht nur leben mehr als 40 Prozent der australischen Juden dort, sondern das Judentum ist dort auch lebenskräftiger. Zwei jüdische Zeitungen werden in Sydney gedruckt, der „Hebrew Standard" und das „Australien Jewish Chronicle". Acht wohltätige Vereinigungen und ein Ausschuß für jüdische Erziehung existiert. 1923, am Waffenstillstandstage, wurde die Makkabäer-Halle als jüdisches Kriegsdenkmal von Neusüdwales eröffnet; es bietet zahlreichen jüdischen Vereinen und Jugendorganisationen ein Heim. In Melbourne (Victoria) leben weitere 32 Prozent der australischen Juden. Auch Melbourne hat die verschiedensten jüdischen Vereine, eine Zeitung und vier Synagogen. Die stärkste Gemeinde ist in der Vorstadt St. Kilda, in der die Juden vorzugsweise wohnen. Nach den neuesten statistischen Feststellungen ist die Verteilung der Juden in Australien und Neuseeland folgende: Land Jahr Gesamtbevölkerung Juden in o/0 Neu-Süd- Wales . . . 1911 1921 1648 746 2101968 7 660 10150 0,46 0,48 Viktoria. . . 1911 1921 1315 551 1531280 6 270 7 677 0,47 0,49 Queensland . 1911 1921 605 830 755 972 672 1003 0,11 0,13 Süd-Austral. . 1911 1921 408558 495336 765 743 0,19 0,15 West-Austral. 1911 1921 120549 155454 1790 1919 1,48 1,23 Tasmanien . . 1911 1921 190211 214336 130? 0,07 Australien insgesamt . 1911 1921 4455005 5 254 346 17 287 21492 0,39 0,40 Neu-Seeland 1911 1921 1008468 1218913 2128 2380 0,21 0,19 r^wi rn°sfis:'°n?sänderan2en j Die in der Z. f. D. u. St. d. J. (1. Halbjahr 1927, | Heft 1—2, S. 29) gebrachten Zahlen über Konj fessionsänderungen bedürfen einer Aenderung. Sie waren, wie angeführt, der „Magyar Statisztikai I Szemle" (Heft 4, 1926, S. 14) entnommen. Diese Zahlen beziehen sich nun nicht, wie man nach den Ausführungen annehmen kann, speziell nur auf die Uebertritte der Juden, sondern auf die zwischen den gesamten Konfessionen Ungarns stattgefundenen Uebertritte, und deren Zahl betrug vor dem Krieg jährlich im Durchschnitt 5991 und so während zwanzig Jahren — 1896 bis 1915 — 119 821. Die Anzahl der von der jüdischen Religion auf andere Religionen Uebergetretenen belief sich, wie dem Büro für Statistik der Juden in Berlin von dem Kgl. Ung. Statistischen Zentralamt brieflich mitgeteilt Wurde, in den erwähnten zwanzig Jahren nur auf 8904, d. i. auf 7,4 % sämtlicher | Uebertritte, jährlich durchschnittlich auf 445; andererseits betrug die Anzahl der von anderen Religionen zur jüdischen Religion Uebergetretenen im selben Zeitraum 1959, wovon 509 auf Rücktritte entfallen, wo nämlich der Betreffende schon ursprünglich Jude war und wieder zur jüdischen Religion zurückgetreten ist.

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