Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 7-8
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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- 123 — Die Volkszählung vom Jahre 1910 weist bei einer Bevölkerungszahl von 2 621 954 Seelen 21 231 Juden auf, also ebenfalls 0,8 %. Erheblich stieg ihre Zahl in Zagreb und betrug 4233 (5,4 %) Seelen. Osijek hatte 2340 (7,5 %), Zemun 681 (4 %) und Varazdin619 (4,6 %) Juden. In den einzelnen Komitaten lebten: 1. Lika-Krbava 12 (0,0 %), 2. Modrus-Fiume 382 (0,1 %), 3. Zagreb 1447 (0,3 %), 4. Varazdin 722 (0,3 %), 5. Bjelovar-Krizevei 2406 (0,7 %), 6. Pozega 2432 (0,9 %), 7. Virovitica 2859 (1.2 %) und 8. Srijem 3098 (0,8 %). Außer den bereits bei der Volkszählung vom Jahre 1900 erwähnten Ortschaften betrug die Zahl der Juden über 200 in Jlok 213, Valpoov 212 und Nova-Gradiska (204). — Die Zahl der Juden vergrößerte sich nahmhaft in Bjelovar, wo sie auf 488, in Brod, wo sie auf 558 und in Vinkovei, wo sie auf 607 stieg. Nach der Volkszählung vom Jahre 1911 betrug die Bevölkerungszahl Kroatiens 2 613 938 Seelen, worunter sich 19 602 Juden befanden. Ihre Zahl wäre somit seit dem Jahre 1910 um 1629 Seelen zurückgegangen. Die Geburten sind zwar bei den kroatischen Juden erschreckend stark zurückgei gangen, und es ist auch Tatsache, daß; nach dem Umsturz (1918) viele jüdische j Eisenbahnbeamte und Angestellte sich nach i Ungarn begaben, die angegebene Ziffer halte j ich dennoch nicht für vollkommen einwand- I frei und verläßlich, und glaube, daß die Zahl | der in Kroatien lebenden Juden 20 000 über- | steigt. In Zagreb betrug ihre Zahl 5890, in : Osijek 2683. 45 % aller Juden wohnte daher in den zwei größten Städten des Landes. Die kroatischen Juden betätigen sich vornehmlich auf dem Gebiete des Handels, erfreuen sich einer ziemlichen Wohlhabenheit und sind daher in der angenehmen Lage, trotz ihrer verhältnismäßig geringen Zahl 20 wohlorganisierte Kulturgemeinden erhalten zu können. *) l *) Die benutzten Werke sind: 1. Magyaroszäg! nSpessege a pragmatiea sanctio Koräban, Budapest 1896. 2. Popis ziteijstow od 31. XII. 1880, Zagreb 1883. 3. Steatisticki godistujak, Zagreb 1913. 4. Popis ziteljstsa od 31. XII. 1910, Zagreb 1914. 5. A Loidok tortenete Horodtorszägban. Jsta Dr. Diamant Gyula, Budapest 1912 und Prethodni rezultati popisa stanovnistva 31. I. 1921, Sarajevo 1924. Es ist mir eine angenehme Pflicht, dem verdienstvollen Direktor unseres Kön. statistischen Amtes, I Herrn Universitätsdocenten Dr. R. Sigujar für die j mir zur Verfügung gestellten Bücher bestens zu | danken. Statistisches Archiv. Australien. Die Jaden in Australien. Die erste Erwähnung des jüdischen Elements in Australien datiert, wie wir der Zeitschrift „Stead's Review" entnehmen, aus dem Jahre 1817, als 20 Juden in Neusüdwales einen Verein zur Bestattung ihrer Toten gründeten. Ihre Zahl wuchs allmählich an und 1830 wurde die erste jüdische Gemeinde gebildet, die eine jüdische Bevölkerung von etwa 300 Seelen in Sydney umfaßte. Zwei Jahre später erbaute man die erste Synagoge und erwarb Land für einen Beerdigungsplatz. Eine Wohltätigkeitsgesellschaft wurde 1833 gegründet und ein Frauenverein 1843 organisiert. Der letztere ist zugleich der älteste Frauenverein in Australien. 1842 erschien die erste jüdische Zeitschrift „Die Stimme Jacobs". Auch in den anderen australischen Kolonien siedelten sich Juden sehr früh an. In Mel-