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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 121

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 7-8
Date
1927-01-01
Page
Seite 121 (sequence 23)
Language
German
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— 121 - nachbarten ungarischen Komitaten wohni haften Juden, wo sie das Wohnrecht besaßen, war auch nur eine geringe. Nach der in den Jahren 1735—38 erfolgten genauen Konskription der Bevölkerung Ungarns lebten in den ungarischen Grenzkomitaten: Zala 100, Sornogy 5, Bäcs 90 jüdische Seelen, während in Baranya kein Jude wohnhaft war. Eine Ausnahme bildete die zur Militärzone gehörende Stadt Zemun (Semlin), in welcher in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts 30 Familien wahrscheinlich auf Grund der Erlaubnis des kommandierenden Generals wohnen durften. Zemun war im XVIII. Jahrhundert die einzige jüdische Gemeinde in Kroatien. In Zagreb entstand 1806 die zweite Gemeinde mit 9 Familien und 57 Seelen. Um diese Zeit lebten in Varazdin bereits 23 Familien, die ihren Rabbiner hatten, aber erst im Jahre 1811 das Recht bekamen, eine Kultusgemeinde zu bilden, der 29 Familien angehörten. Der G. A. XXIX vom Jahre 1840 brachte endlich tolerantere Bestimmungen bezüglich der Juden und sicherte ihnen das Recht, sich in allen Teilen Ungarns und Kroatiens anzusiedeln und niederzulassen mit Ausnahme der Montanstädte und des südlichen Teiles Kroatiens, der Militärgrenze. Von diesem Rechte machten hauptsächlich ungarische Juden ausgiebig Gebrauch und kamen nach Kroatien. Das städtische Kontingent lieferten die ungarischen Cultusgemeinden Bonyhad und Nagy-Kanizsa. Das Königliche Reskript vom 24. Juni 1846, das die seit Maria-Theresia von den Juden zu entrichtende, tief beschämende Toleranztaxe aufhob und dafür eine Ablösesumme von 1 200 000 Gulden förderte, verlangte von der geringen Zahl der kroatischen Juden den 62ten Teil der Summe. Nach dem Freiheitskampf im Jahre 1849 erfolgte wieder eine größere Einwanderung, so daß die im Jahre 1857 vorgenommene Volkszählung bei einer Bevölkerungszahl von 1628890 bereits 5253 jüdische Seelen (0,32 %) verzeichnete, die vornehmlich in Städten wohnten. Die 12 Jahre später, imjahre 1869, vorgenommene Volkszählung ergab eine Bevölkerungszahl von 1 841 122 Seelen, wovon 9876 (0,54 %) Juden waren. Im Zeiträume von 12 Jahren ist die Zahl der Juden erheblich gestiegen. Der überwiegend größere Teil wohnte in Städten. Die größte Zahl von Juden hatte die Stadt Osijek (Essek) 1027 Seelen, ihr folgt Zagreb (Agram) mit 864, dann kommt Zemun (Semlin) mit 661. Ue/ber 100 Juden wohnten a) in den Städten: Varazdin 486, Koprivnica (Koprinitz) 345, Karlovac (Karlstadt) 162, Ruma 149, Sisak (Sissek) 145, Krizevei (Kreutz) 123 und Pozega 110; b) in den Vicegespanschaften: Vukovar 954, Zakovo (Diakover) 802, Dirovitika 728, Osijek 668, Pakrac 271, Pozega 267, Koprivnica 249, Varazdin 168, Ruma 159, Krizevei 144, Kriz 141, Zlatar 140, Krap-Toplice 131 und Zagreb 118; c) im Bezirke Vincovei 120. Die Volkszählung vom Jahre 18 80 ergab eine Bevölkerungszahl von 1905 295 Seelen, darunter 13 488 Juden (0,72 %). Im Zeiträume von 11 Jahren stieg daher ihre Zahl um 3612, also um 37 %. Dieses überaus günstige Resultat ist eine natürliche Folge einerseits der Natalitätsziffer (36,72 pro Mille) und der Sterbeziffer (19,57), andererseits der Auflösung der Militärgrenze. Die Juden durften sich auch in jenen Ortschaften niederlassen, deren Tore ihnen bisher versperrt waren. Die größte Zahl der Juden befand sich noch in Osijek, 1493 Seelen, 8,20 % der Bevölkerung, dann folgten Zagreb mit 1286

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