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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 120

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 7-8
Date
1927-01-01
Page
Seite 120 (sequence 22)
Language
German
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— 120 - hier für alle höheren Schulen Speziallehrpläne ausgearbeitet, die den Unterricht auf eine feste Basis stellen und die einzelnen Lehrer mehr als bisher an einen unverrückbaren Unterrichtsstoff binden. Damit wird in Zukunft wohl auch die noch ungelöste Frage der Unterrichtsinspektion gelöst werden. Folgende systematische Uebersicht wird den gegenwärtigen Stand des hiesigen jüdischen Religionsunterrichts klar veranschaulichen. Die Stafisfih der Juden in Kroatien. Von Oberrabbiner Dr. Julius Diamant, Unkovar. Kroatien war bis vor kurzem ein unbekanntes Land, eine im buchstäblichen Sinne des Wortes „Terra incognita". Dr. Martin Philippson's „Neueste Geschichte des jüdischen Volkes" (1907, 10 und 11) kennt es nicht, in den drei Bänden widmet sie kein Wort Kroatien und dessen Juden. J. Kreppe 1's vor kaum zwei Jahren erschienenes 900 Seiten umfassendes Werk „Juden und Judentum von Heute" enthält zwar einige Male auch über kroatische Kulturgemeinden statistische Daten, aber zu meinem tiefen Bedauern muß mit besonderem Nachdruck hervorgehoben werden, daß. alle dort angegebenen Ziffern falsch sind. Es ist mir ein Rätsel, aus welcher Quelle der Verfasser seine Daten schöpfte. Statistik muß Wahrheit verkündende Ziffern, unbedingt verläßliche. Daten enthalten. Nach dem Ausgleichsgesetz („Nagoda" G. A. XXX vom Jahre 1868 in Ungarn und I 1868 in Kroatien) bildete Kroatien mit Ungarn eine staatliche Gemeinschaft, wobei Kroatien in Bezug auf Inneres, Kultus, Unterricht und Justiz vollkommen autonom war (§ 48). Seit dem 4. Dezember 1918 bildet es mit Serbien und Slovenien das Königreich S H S (S Serba, der Serben; H Hroata, der Kroaten und S Slovenaca, der Slovenen), oder Jugoslavien (Südslavien). Im Altertum befanden sich nur ganz vereinzelt Juden auf dem Territorium des späteren „Kroatiens", das zur römischen Kolonie „Pannonien" gehörte. Römische Juden kauften nämlich ihre von Titus als Kriegsgefangene mitgebrachten und dann als Sklaven verkauften Brüder los und gaben ihnen die Freiheit. Ein Teil dieser Juden begleitete dann als Marketender die römischen Legionen. Die im VII. Jahrhundert eingewanderten Kroaten dürften daher einige Juden vorgefunden haben. Aus den Chasarenbriefen wissen wir, daß zwei Begleiter jener kroatischen Deputation, welche im Jahre 953 dem Kalifen Abd - el - Räch mann III die Geschenke ihres Königs nach Cordova brachten, Juden waren. In späteren Jahrhunderten finden wir nicht einmal von einzelnen Juden Spuren. Der G. A. XIX vom Jahre 1729 verbot ihnen die Ansiedelung in Kroatien und der G. A XLVI vom Jahre 1741 dehnte das Verbot auf alle Nichtkatholiken aus. Es kamen manchmal einzelne Fälle dennoch vor, daß irgendeine jüdische Familie mit Hilfe ihrer Geschenke das Herz eines Ortsvorstehers erweichte und für einige Zeit sich niederlassen konnte, aber dies gehörte zu den seltenen Ausnahmen, denn die Zahl der in den be-

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