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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 115

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 7-8
Date
1927-01-01
Page
Seite 115 (sequence 17)
Language
German
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- 115 - Das jüdische Schulwesen in rranftfurf a. nein. Von Rabbiner Dr. C. S e l i g m a n n, Frankfurt a. M. (Referent für den Religionsunterricht.) An der Spitze des jüdischen Schulwesens in Frankfurt a. M. steht das altehrwürdige Philanthropin, das — im Jahre 1804 gegründet — auf einen hundertdreiundzwanzigjährigen Bestand zurückblicken kann. In seiner heutigen Ausdehnung umfaßt es fünf einzelne Schulgattungen: ein Reformrealgymnasium, das von 223 Schülern und 10 Schülerinnen, ein Lyzeum, das von 230 Schülerinnen, eine Frauenschule, die von 28 Schülerinnen, eine Volksschule beim Philantropin, die von 256 Schülern und Schülerinnen und ein Kindergarten, der von 15 Kindern besucht wird. Die Gesamtschülerzahl beträgt demnach 752, die Gesamtzahl der Lehrer und Lehrerinnen 41. In den 9 Klassen des Reformrealgymnasiums werden wöchentlich 18 Religionsstunden und 25 hebräische Stunden erteilt, in den 8 Klassen des Lyzeums 16 Religionsstunden und 20 hebräische Stunden, in der Frauenschule 1 Stunde Religion, in der Volksschule beim Philanthropin wird die in den städtischen Volksschulen vorgesehene Zahl von 4 Religionsstunden erteilt. Das Abiturientenzeugnis des Reformrealgymnasiums berechtigt zum Studium an sämtlichen Fakultäten aller Universitäten, technischen Hochschulen und Handelshochschulen Deutschlands und des Auslandes. Das Philanthropin ist eine Patronatsschule, deren Patronatsbehörde „der Schulrat des Philanthropin" ist. Die staatliche Aufsichtsbehörde ist das Provinzialschulkollegium in Kassel. In enger Beziehung durch Personalvertretung im Schulrat steht die Verwaltung der israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. mit „ihrem" Philanthropin; sie ist zugleich die Trägerin der ungedeckten Ausgaben des großen Schulwerks. Gleichfalls in einem indirekten Zusammenhang mit der Verwaltung der israelitischen Gemeinde steht die israelitische Religionsschule, die von einem besonderen Grenium verwaltet wird. Sie besitzt zwei Schulgebäude, im Hermesweg und in der Unterlinden. Im ersteren wurden im abgelaufenen Schuljahr 141 Knaben und 101 Mädchen, im letzteren 69 Knaben und 55 Mädchen, zusammen 366 Schüler unterrichtet. An diese Religionsschule schließt sich eine Talmudschule „Ez chajim" an, die von 93 Schülern besucht wurde. An diesen beiden Schulen unterrichteten 9 Lehrer in über 70 wöchentlichen Stunden. Neben „Ez chajim" besteht noch eine höhere Talmudschule (Jeschiwa). Die Rabbinische Lehranstalt „Jeschiwa" wird zurzeit von 38 Hörern besucht. Was die Herkunft derselben betrifft, so sind 11 aus Frankfurt a. M., 4 aus anderen Städten Deutschlands, 6 aus Polen, 7 aus Rumänien, 7 aus der Tschechoslowakei, 1 aus Oesterreich, 1 aus Ungarn, 1 aus Rußland. Das Alter der Zöglinge ist 15—23 Jahre. Es be stehen drei Abteilungen, in denen Talmud statarisch und kursorisch, Dezisoren, Bibel mit Kommentaren und Hebräische Grammatik unterrichtet werden. Außerdem wird für einen Teil der Zöglinge Profanunterricht in den Gymnasialfächern nach dem Lehrplan der Oberrealschule in zwei verschiedenen Abteilungen erteilt. Der Unterricht in der Jeschiwa wird in v/öchentlich 67 Stunden von 5 Lehrkräften, der Unterricht in den Profanfächern von weiteren 8 Lehrkräften ge- | geben.

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