Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 7-8
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- 112 — / steigt und der Freiflächenanteil herabsinkt. Im ganzen ist festzustellen, daß von den Kölner Juden 41,3 % in Sammelstraßen wohnen, und zwar in Straßen mit einer Bevölkerungsdichte unter 100 Personen Grundstückfläche 1,82 %, mit einer Bevölkerungsdichte von 101—300 Personen Grundstückfläche 4,02 %, mit einer Bevölkerungsdichte von 301—600 Personen Grundstückfläche 9,78 %, mit einer Bevölkerungsdichte von 601—1400 Personen Grundstückfläche 25,67 %. Tafel VI Uebersicht über die Bewohner eigener Hauser, geschätzt nach dem Kölner Adreßbuch für 1925. Stadtteil In den Straßen mit starker jüdischer Bevölkerung (Tafel V). sind von jüd. Eigentümern selbst bewohnte Häuser davon zugleich Geschäft wohnen jüdische Familien (zu 4 Köpfen) somit in eigenem Hause von der jüd. Bevölkerg. d. Straßen % Altstadt Mitte..... 138 73 375 53 Süd..... 37 21 110 30 25 _ 180 14 Mitte .... 46 6 725 6,5 Süd..... 23 2 147 15,6 25 _ 40 62,5 15 — 15 100,0 Die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse bringen es mit sich, daß in der Altstadt sich die Geschäftsbetriebe im Wohnhause des Inhabers befinden und der Erwerb des Hauses mit dem Geschäft verbunden ist, zumal wo es sich um kleinere Häuser handelt. In den Spekulationshäusern der Neustadt wohnt nun selten der Hauseigentümer im Hause, während in den Villenvororten die Häuser zunächst die Wohnung des Eigentümers enthalten. Aus diesen Gesichtspunkten ist die nach Schätzung auf Grund des Adreßbuches aufgestellte Tafel VI zu verstehen. Auf Grund des vom Wohlfahrtsamte der Synagogengemeinde in dankenswerte Weise zur Verfügung gestellten Materials konnte die Wohnverteilung der infolge ihrer mißlichen wirtschaftlichen Lage vom Wohlfahrtsamte betreuten Personen in Tafel VII zusammengestellt werden. Sie zeigt das Zusammendrängen der notleidenden jüdischen Bevölkerung in den dichtbesiedelten Altstadtstraßen. Sie zeigt eben, daß auch in der Neustadt der Mangel der engen Wohnungen nicht in allen Fällen durch die günstigere Wirtschaftslage ausgeglichen wird. Der scheinbare Widerspruch zwischen den Zahlen der in der Altstadt in eigenen Häusern wohnenden jüdischen Familien (Tafel VI) und der Menge der Unterstützten in der Altstadt (Tafel VII) ist wohl mit der Notlage der Hausbesitzer und der Unterbringung Notleidender bei jüdischen Vermietern zu erklären. Die Tafel VII zeigt auch den starken Anteil der vielköpfigen Familien an den Unterstützten der Altstadt. Gleichfalls auf Grund der Ermittlungen des Wohlfahrtsamtes ist die in Tafel VIII enthaltene Uebersicht der Belegungsziffern aufgestellt. Es geht daraus hervor, daß die Belegungsziffern den in der Tafel IV ange-