Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 7-8
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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109 — Von der Gesamtzahl der Kölner Juden, die mit 15 800 Köpfen 2,25 % der Stadtbevölkerung ausmachen, wohnen danach 31 % in der Altstadt (Altstadt Mitte 19,3 %) und 44 % in der Neustadt (Neustadt Mitte 22,8 Proz.)- Sie bilden im Stadtteil Altstadt Mitte 5,55 % und in der Neustadt Mitte 8,4 % der Gesamtbevölkerung. Einen mehr als durchschnittlichen Anteil an der Bevölkerung nehmen die Juden mit 3,52 % in Lindenthal und mit 8,80 % in Marienburg. Die jüdischen Bev/ohner dieser Vororte bilden freilich nur 6,2 % (Lidthl.), bezw. 1,5 % (Marienbg.) der ganzen jüdischen Bevölkerung. Die Verteilung der Juden in Köln ist selbstverständlich eine Folge der wirtschaftlichen Struktur des Stadtorganismus. Während Handel und Gewerbe sich in der Altstadt konzentrieren, z. B. der Klein- und Althandel bestimmte Straßen der mittleren Altstadt einnimmt, ist die dem alten Wallring vorgelagerte Neustadt als reine Wohnstadt anzusprechen, in der an Gewerben vorwiegend Büros z. B. von Versicherungen, Handelsvertretungen u. ähni. untergebracht sind. Den Vororten Mühlheim, Deutz, Kalk, Ehrenfeld, Zollstock Nippes ist durch die großen industriellen Werke das Gepräge gegeben. Bayenthal und Sülz bilden den Uebergang zu den Villenvororten Lindenthal und Marienburg als fast reine Wohngebiete, während die übrigen Vororte auf der rechten und der linken Rheinseite ihren landwirtschaftlichen Charakter noch bewahrt haben. Dem wirtschaftlichen Aufbau der Stadt entsprechend, gliedert sich die soziale Verteilung der Bevölkerung, womit auch die Wohn- und Siedlungsverhältnisse zusammenhängen, wie sie aus der Tafel über die Bebauungs-, Wohn- und Bevölkerungsdichte hervorgehen. Tafel II. Bebauungs-, Wohn- und Bevölkerungsdichte in den einzelnen Stadtteilen Kölns. Stadtteil Auf 1 ha Fläche der Ro,.fi*M,«! Garten- und Baufläche , Hoff)äche %! % bebauten Grui Wohnungen idstücke Bewohner Auf den Kopf c entf Baufläche qm er Bevölkerung allen Garten- und Hoffläche qm Altstadt Nord .... 59,6 42,4 120,0 348,0 13,4 9,2 Mitte . . . . 69,4 30,6 136,4 488,0 14,3 6,2 Süd..... 58,3 41,7 154,0 560,0 10,4 7,5 Neustadt Nord .... 54,0 46,0 130,0 490,0 11,0 10,2 Mitte .... 60,3 39,7 156,0 605,0 9,95 6,55 Süd ... . 50,4 49,6 139,0 596,0 9,26 9,04 35,0 65,0 126,0 304,0 11,2 22,7 Ehrenfeld...... 26,0 74,0 59,3 239,0 16,15 25,6 Lindenthal..... 27,5 72.5 55,6 372,0 12,8 13,4 36,7 63,3 12,3 336,0 10,9 18,9 27,6 72,4 29,9 130,0 21,1 25,9 Marienburg..... 13,2 86,8 6,6 33,3 39,3 260,7 übrige linksrh. Vororte . 26,5 73,5 19,0 122,0 32,4 49,6 30,3 69,7 33,9 110,0 30,3 60,7 Kalk ...... 41,0 59,0 82,0 327,0 12,2 18,4 Mühlheim..... 37,1 62,9 57,8 210,0 17,0 31,0 übrige rechtsrh. Vororte 20,0 80,0 30,7 124,0 16,2 64,9 Gesamtstadtgebiet 34,7 65,3 59,0 232,0 15,0 28,0 Die Angaben der Tafel II beziehen sich I zug von Straßen, Plätzen und unbebauten sämtlich auf reines Siedlungsland nach Ab- I Grundstücken.