Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 7-8
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Erscheint alte zwei Monate. Abonnementspreis für das ganze Jahr M.10,— für das halbe Jahr M.5 — □ Geldsendungen sind an das Bankhaus B 8 E. Sacbs,W56, Oberwallstr.20auf Postscheckkonto Berlin 944, zu übermitteln Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin C2, Rosenstraße 2-4 sowie durch sämtliche Buchhandlungen Herausgegeben uom Bureau lör Statistik der Juden und der Akademie lür die Wissenschaft des Judentums _ScHiiifieitung: Dr. JocoD Sega 11, pertln._____________ 4. Jahrg. (Neue Folge) 2. Halbjahr 1927. Heft Nr. 7-8. Die Todesursachen der Berliner Juden. Von Sanitätsrat Dr. S. Steinthal. Wir geben nachstehende in langjähriger Arbeit entstandene Ausführungen nur mit Vorbehalt Raum, da es sich um Verhältnisse handelt, die nur bei streng methodologischer Behandlung unanfechtbare Ergebnisse zeitigen können. Einleitung. Ziele, Grenzen und Methoden einer jüdischen Medizinal-Statistik. Die Medizinalstatistik bildet einen Teil der Bevölkerungsstatistik. Sie soll uns mit den Störungen bekannt machen, welche in dem Aufbau der Bevölkerung eintreten und soll uns eines der Mittel werden, welche eine Erforschung der Ursachen dieser Störungen ermöglichen, damit für die Heilkunst ein festes Fundament gewonnen wird, für die Heilkunst im weitesten Sinne: sowohl für die medizinische als auch für die soziologische. Noch manches Problem harret hier der Lösung. Z. B.: Ueberall und in jedem Jahr werden mehr Knaben als Mädchen geboren, etwa im Verhältnis von 18 :17. Leider aber sterben gleichsam nach einem eisernen Gesetz von den Geborenen viel mehr Knaben im 1. Lebensjahre als Mädchen. Die Ursache dafür kennt man nicht; sie zu ergründen wäre des Schweißes der größten biologischen Denker wert: denn es gäbe keine Frauenfrage, wenn das Verhältnis der Geschlechter so bliebe, wie die Natur es ursprünglich schafft. Eine jüdische Medizinal-Statistik muß eine vergleichende sein. Sie soll uns Aufschluß darüber geben, ob das Leben der Juden ebenso oder anders abläuft als das der Umwelt, ob das Verhältnis der Totgeburten zu den Lebendgeborenen dasselbe ist, ob die Kindersterblichkeit dieselbe ist, ob es Krankheiten gibt, von welchen die Juden mehr oder weniger befallen werden als die christliche Bevölkerung. Nun hat jede Todesursachen-Statistik gewisse Grenzen, welche durch die menschliche, resp. ärztliche Unvollkommenheit gezogen sind. In vielen Städten — nach unseren Erkundigungen z. B. in Hannover und München — ist es gar nicht möglich, über die Todesursachen der dortigen Juden etwas zu erfahren, weil die betreffenden Gemeinde-