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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 95

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 5-6
Date
1927-01-01
Page
Seite 95 (sequence 32)
Language
German
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- 95 Tiberufer entlang bis in die Campagna. Ueberau | werden Darstellungen aus dem alten Testament an- | getroffen und die wechselseitigen Beziehungen zwij sehen jüdischer und christlicher Kunst erkannt. Aber nicht allein dies. Sondern auch die Einflüsse, die für die Geschichte und Kultur der Juden Bedeutung gewonnen haben, werden beleuchtet. Es ist jedoch hier nicht Raum, auf die zahlreichen . Einzelheiten des Buches einzugehen, es muß jedem selbst überlassen bleiben, auf dem Forum Romanum, dem Kollosseum, dem Kapitol, in der Markus- und Paulskirche, dem Palazo Farnese, dem Circus Maximus, den Katakomben, dem Petersplatz, in dem Vatican und an so vielen anderen Stellen interessante Erlebnisse und Studien zu machen. Wenn wir an diesen Stätten vorbeiwandern, wo schon Juden im Laufe der Geschichte als Gefangene und Sklaven, als Märtyrer und Totgeweihte, als Kaufleute und Abgesandte ihres Volkes schritten, so ergibt sich für uns immer wieder der eine Gedanke: Die Idee, als Abbild der Wirklichkeit, wird manifestiert in der Kunst, im Denkmal aus Stein, im Gemälde aus Oel und in anderen das Menschenleben überdauernden festen Formen. Die Kraft der Idee würde aber trotz aller Erinnerungen aus verflossenen Epochen nicht wirken, wenn die Ueberzeugung von ihrer Wahrheit und Notwendigkeit nicht bestände. Die Wirksamkeit großer Phänomene vergangener Zeiten hat längst aufgehört, wenn auch herrliche Bilder ihrer mächtigen Kulturen noch bestehen; ihre Aufgaben sind erfüllt. Die Denkmäler aus Erz und Ton und Farbe sind nur Marksteine auf dem Passionsweg des Judentums, seine Sendung aber und die Kraft seiner Idee — aere perennius — dauert weiter von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dr. Erwin Philippsthal. / Die Familiennamen der Juden unter besonderer /Berücksichtigung der Verhältnisse in Baden zu Anfang des 19. Jahrhunderts von Dr. Erwin Manuel /Dreifuß, J. Kaufmann Verlag, Frankfurt a. M. T327rPreis 6,00 M., geb. 8,00 M. Untersuchungen über jüdische Familiennamen auf breiter, wissenschaftlicher Grundlage, entstammen der neuesten Zeit. So ist von Adelheid Schiff (Freiburg 1917) eine Dissertation zu erwähnen, die sich auf den bekannten Forscher Dietz stützt, der ein Stammbuch sämtlicher Frankfurter Juden-Familien herausgegeben hat. Dreifuß Werk berücksichtigt auf 114 Seiten Text allein die badischen Juden, wodurch der Arbeit (ebenfalls eine Dissertation) eine besondere lokale Bedeutung zukommt. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht d:e badische Verordnung vom 13. 1. 1809 und zwar der § 24 „Annahme erblicher Zunamen", der eine vollständige Aenderung des Namenbestandes bei den Juden bewirkte. Vollzug und Wirkung dieser Bestimmung wird in großen Zügen geschildert, um dann das Namenmaterial nach bestimmten Gesichtspunkten einzeln zu gruppieren. Herkunftsnamen, Hausnamen, Pflanzennamen, die von Jahreszeiten usw. genommenen Namen, Berufsbezw. berufsandeutende Namen, die mit — mann zusammengesetzten Namen, Eigenschafts- und Uebernamen, die von Abstrakten gebildeten Namen, Auszeichnungsnamen, Phantasienamen, die zu Familiennamen erstarrten Vornamen, Namen hebräischen Ursprungs, Namen griechischen, lateinischen und französischen Ursprungs, Namen deutschen Ursprungs und schließlich Namen mit unbestimmten bezw. nicht eindeutigem Charakter. Die Familiennamen der Juden wurden als Folge der oben erwähnten Bestimmung verdeutscht. Damit aber war ein Teil der allgemeinen Forderungen der Emanzipation erfüllt. In diesem Sinne bildet der Ueberblick über die Annahme der Familiennamen, wie der Verfasser mit Recht am Schluß ausführt, einen Beitrag zur Geschichte der Emanzipation. H. Ph. Beiträge zur Geschichte der ältesten jüdischen Grabsteine in Mainz von Rabbiner Dr. Sali Levi, L. Wilkens Verlag, Mainz 1926. Die Geschichte des alten israelitischen Friedhofes in Mainz ist in dem Werk von Dr. S. Salfeld unter dem Titel „das Märtyrologium des Nürnberger Memorbuches", Berlin 1898, niedergelegt. Das vorliegende Büchlein will nur eine Anzahl der Grabsteine beschreiben, welche, wie der Verfasser im Geleitwort sagt, bisher noch keine Beschreibung gefunden oder welche infolge der Aufstellung im freien Licht neue Lesungen von Bedeutung ergeben haben. Nachdem die Juden in den Jahren 1438 und 1462 aus Mainz vertrieben waren, hatten die Christen die Grabsteine verschleppt, zu Häuser- und Festungsbauten benutzt und das uralte Gräberfeld zu einem Weingarten umgeackert. Ein Teil dieser Steine wurde in Mainz wieder ausfindig gemacht, gesammelt und schließlich auf dem sogenannten alten „Judensand" aufgestellt. Es sind über 180 Grabsteine. Sie stammem sämtlich aus der Zeit von 1000—1425. Kein Mal datiert aus

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