Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 5-6
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 68 - Unverheiratete Arbeiter: 12 474 Unverheiratete Arbeiterinnen: 3 602 Verheiratete Arbeiter und Arbeiterinnen: 15 874 Verwitwete, Geschiedene, sonstige Einzelne: 282 Kinder: 10 594 Sonstige Abhängige: 1260 Besonders auffallend an diesen Zahlen ist die Tatsache, daß die Zahl der unverheirateten Arbeiter beinahe 4 mal so groß ist wie die der unverheirateten Arbeiterinnen, ein zweifellos ungesunder Zustand, der darin seine Erklärung findet, daß die Einwanderungserlaubnis für Arbeiter bedeutend größer ist als für Arbeiterinnen. Auch die Arbeitsbedingungen im Lande sind für Arbeiterinnen vielfach schwieriger. Diese Erscheinung der Unproportionalität findet sich in Stadt und Land, besonders stark in den landwirtschaftlichen Pflanzungskolonien. Was das Verhältnis von Kinderzahl zur Familieneinheit betrifft, so kommen auf 8219 Familieneinheiten (Verheiratete, Verwitwete, Geschiedene und Frauen, deren Männer die Frau verlassen haben) — 10 594 Kinder; d. h. im Durchschnitt 1,29 Kind pro Familie, im Vergleich zu anderen Ländern ein ungewöhnlich niedriger Satz; aber man muß in Betracht ziehen, daß die meisten Ehen erst in den letzten Jahren geschlossen wurden, da es sich zum größten Teil, wie erwähnt, um Einwanderer der letzten Jahre handelt. Das beweisen auch die folgenden Zahlen: Es bestehen: Familien ohne Kinder: mit 1 Kind: „ 2 Kindern: „ 3—4 Kindern: „ 5—6 Kindern: 38 % 27,5 % 16,7% 14,2% 2,6% mehr als 6 Kind.: 85 1,0 % 3123 2255 : 1374 : 1163 : 219 : Wir sehen also, daß mehr als ein Drittel aller Ehen kinderlos ist; von ihnen wurde zweifellos ein erheblicher Prozentsatz erst im letzten Jahr geschlossen. Der Prozentsatz der kinderlosen Ehen ist am größten in den Pflanzungskolonien, in denen die schwersten Arbeitsbedingungen bestehen, dagegen in den landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen auf kooperativer Basis (sog. Moschawe Owdim), in denen zumeist ältere Arbeiter angesiedelt sind, am niedrigsten (31,2 % gegenüber 42,3 % in den Pflanzungskolonien, 38,2 % in den Städten). Ehen mit mehr als 2 Kindern befinden sich: in den „Moschawe Owdim": 44,6 %, in den Städten und den Pflanzungskolonien 17,2 %, in den kommunistischen landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen (Kwuzoth): 14 %. Dementsprechend ist auch die Durchschnittskinderzahl pro Familie in den verschiedenen Gruppen verschieden, je entsprechend dem Alter der Arbeiter in jeder Gruppe und ihrer wirtschaftlichen Basierung. Dieses Material beweist, daß die geringe Kinderzahl in den Arbeiterfamilien zweifellos keine Dauererscheinung darstellt, sondern mit steigendem Alter und wirtschaftlicher Basierung der Arbeiter sich günstiger gestalten wird. Die Zahl der Familien im Verhältnis zur Zahl der Unverheirateten stellt sich in der Stadt in der Proportion 3 :5 dar, in den landwirtschaftlichen Pflanzungskolonien: 3 : 12, in den wirtschaftskommunistischen Arbeitersiedlungen: 3:6, in den kooperativen landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen: 3 :3,9. Wir sehen also, daß die schwierigeren Arbeitsbedingungen in den Kolonien die Arbeit dort im wesentlichen Unverheirateten ermöglichen, daß dagegen in den kooperativen landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen die Zahl der Familien der der Unverheirateten bereits fast gleichkommt. Was die Altersgliederung der Arbeiter und Arbeiterinnen an-