Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 3-4
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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43 mal angeben, durch welches sich Südeuropäer und westasiatische Juden unterscheiden sollen. Wir finden unter den Juden ebenso wie bei den anderen Europäern Familien, welche durch Inzucht beginnen, im Sinne der Erblehre reinrassig zu werden. Solche reinrassigen Familien können wir allerdings anthropologisch gut untereinander unterscheiden. Wir sind aber nicht imstande, unter der Mehrzahl der europäischen Mischlinge, die an Mehrzahl die reinrassiger Gewordenen um das tausendfache übertreffen, Merkmale anzugeben, welche diese von dem westasiatischen Erbgut unterscheiden sollen. In Bezug auf die für die Rasseneinteilung so sehr wichtigen Haare — besonders die Kopfhaare — müssen wir bemerken, daß die Kopfbehaarung einiger westasiatischen Stämme nicht mongolischer Herkunft sich in keiner Weise bei schärfster mikroskopischer und sonstiger Untersuchung von der durchschnittlichen europäischen Kopfbehaarung unterscheidet. Die Haare sind von ovalem Querschnitt, fühlen sich weich an und zeigen, solange die Haare dünn sind, Neigung zur Lockenbildung. Das Haar eines Mongolen kann man ohne weiteres von jedem durchschnittlichen europäischen Kopfhaar unterscheiden, nicht aber das Haar eines jüdischen Westasiaten. Wenn in Europa an einzelnen Stellen es so aussieht, als ob g a n z b e s o n - dere Krausheit des Kopfhaares ein Zeichen westasiatischer Herkunft wäre, so ist dazu zu bemerken, daß dies in keiner Weise der Fall sein kann, da die in Westasien lebenden Stämme trotz gesicherter Abkunft nicht einmal durch lockiges, sondern eher durch schlichtes Kopfhaar ausgezeichnet sind. Tritt starke Krausheit in Europa auf, so stammt diese entweder von Bastardierung mit afrikanischem Blut oder sie ist als Rückschlag auf uraltes menschliches Erbgut zu betrachten. Wir dürfen aber in keinem Falle ihre Herkunft aus Westasien ableiten wollen. Was die krumme Nase bei vielen Angehörigen jüdischen Glaubens anbetrifft, so haben von Luschan und andere Anthropologen bereits darauf hingewiesen, daß diese Nase bei einem westasiatischen Volke vorhanden war, lange ehe die Juden in Palästina eingewandert waren, so daß wir allen Grund haben, zu behaupten, daß umgekehrt die Juden diese Nase durch Bastardierung mit der westasiatischen Urbevölkerung erworben haben. Nun ist es interessant, zu bemerken, daß krumme Nasen durchaus nicht das Merkmal einer einzigen Menschenrasse sind, sondern i bei verschiedenen Rassen als Terminalform vorkommt. Von den Indianern ist es bekannt, daß an den verschiedensten Stellen Amerikas Nasen auftreten, welche der Europäer mit Unrecht als jüdische Nasenform zu bezeichnen pflegt, und bei den rassiggewordenen Linien in Nordeuropa finden wir äußerst häufig Individuen mit hakig gebogenen Nasen, welche anzeigen, daß diese Nasenkrümmungen bei Erbgut-Auslese eine Terminalform des Menschen darzustellen scheinen. Was die M i 11 e 1 k ö p f i g k e i t der Juden gegenüber der Langköpfigkeit gewisser Bevölkerungen in Europa anbelangt, so ist zu bemerken, daß derart viele Europäer die j gleiche Mittelköpfigkeit aufweisen, daß wir! keinen Grund haben, Mittelköpfigkeit bei j einem Europäer auf Vermischung mit Juden j zurückzuführen. Das gleiche gilt von dem i zierlichen Knochenwuchs gegenüber dem j plumpen Kochenwuchs in manchen Gegen- \ den Europas. Wir können keinen westasia- 1 tischen Habitus abgrenzen vom europäischen, wenn wir den Bau der Südeuropäer berücksichtigen. Es ist übrigens auch bekannt, welchen großen Einfluß Trinkwasser und an- , dere Umweltsfaktoren für die Ausbildung des