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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 3-4 · p. Seite 34

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 3-4
Date
1927-01-01
Page
Seite 34 (sequence 3)
Language
German
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34 - denen Aufzeichnugcn über den positiven \ Ausfall der Wassermann Reaktion! durch Fräulein Dr. Schereschewski j durchsehen lassen. Im Jahre 1925 wurde in; unserem Krankenhaus bei 913 Juden und 679 Nichtjuden eine Wassermann'- sche Reaktion angestellt. Bei den Juden ergab sich 47 x in 5,1 5 % der Fälle, bei den Nichtjuden 67 x in 9,8 7 % der Fälle ein positives Resultat. Nach dem Ergebnis dieser Statistik, die sich auf Fälle von Spätlues — und zwar fast ausschließlich auf innere oder chirurgische Kranke — erstreckt, war also eine positive Wassermann'- sehe Reaktion bei Juden nur etwa 1/2 mal so oft anzutreffen, als bei Nichtjuden. Da aber die Wasser mann'sehe Reaktion kein absolut zureichendes Kriterium für die uns hier interessierende Frage ist, so habe ich mich an eine Reihe mir bekannter prominenter Aerzte des Ostens mit der Bitte gewandt, mir ihre Erfahrungen über das hier interessierende Thema mitzuteilen. Es waren dies die Herren Prof. Minor in Moskau, Prof. Gubergritz in Kiew, Dr. E. Fiat au in Warschau und Dr. Schab ad in Wilna. Ich hatte diese Kollegen deshalb um Auskunft gebeten, weil mir sehr viel daran lag, aus dem Wirkungskreis dieser hervorragenden und viel gesuchten Aerzte über Auftreten und Wirkung der Syphilis bei solchen Juden informiert zu sein, welche noch in mehr oder weniger großer Abgeschlossenheit leben und großenteils auch noch die jüdischen Traditionen hochhalten. Ich bat demgemäß um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Wie häufig die Syphilis unter den Juden überhaupt und im Vergleich mit den Nichtjuden ihres Beobachtungsmiheus ist. 2. Ob die Syphilis bei den in relativer Abgeschlossenheit und mit Bewahrung der Tradition lebenden Juden erheblich seltener vorkommt als bei denjenigen Juden, welche die Gewohnheiten der Gesamtbevölkerung angenommen haben, d. h. im Leben der Großstadt aufgegangen sind. 3. Ob die Syphilis bei den in relativer Abgeschlossenheit und nach Tradition lebenden Juden anders (maligner? benigner?) verläuft als bei anderen Personen. 4. Ob spezielle Organe bei Juden im Vergleich zu Nichtjuden von der Spätsyphilis besonders häufig bezw. besonders selten ergriffen werden. Statistisch verwertbare Zahlen sandten mir die Herren Prof. Minor, Dr. Flatau und Dr. Schab ad. Die Statistiken von Minor und von Fiat au beziehen sich entsprechend dem Wirkungskreis dieser beiden großen Neurologen auf Nervenkrankheiten als Folge der Syphilis. In der Statistik von Minor finden sich außerdem auch noch Angaben über Folgen des Alkoholismus. Auch nach den zahlenmäßigen Ergebnissen der Beobachtungen von Minor und Fla tau ist das prozentuale Verhältnis, in welchem metasyphilitische Erkrankungen des Nervensystems sich auf die Gesamtzahl der zur Aufnahme gelangten Nervenkranken erstrecken, derartig, daß die spätsyphilitischen Erkrankungen des Nervensystems bei Juden erheblich seltener zur Beobachtung gelangten als bei Nichtjuden. In der Statistik von Minor war das Verhältnis 4 % : 16 %, in der Statistik von Fiat au (Männer) war das Verhältnis 1,9 % :6,5 %. Prof. Minor überließ mir einige ausführliche Statistiken, die ich wegen ihrer Bedeutung für die allgemeine Nosogra- ■ phie bei den Juden hier wiedergebe, da sie! wertvolles Material auch für die Beurteilung j anderer Krankheiten bei den Juden enthalten.

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