Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 3-4 · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 3-4
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2650397-2650411-2650413--5476-2650875
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Erscheint alle zwei Monate. Abonnementspreis für das ganze Jahr M.10.— für das halbe Jahr M.5.— □ Geldsendungen sind an das Bankhaus B 8 E. Sachs,W56,OberwaUstr.20au! Postscheckkonto Berlin 944, zu übermitteln Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin C 2, Rosenstraße 2-4 sowie durch samtliche Buchhandlungen Herausgegeben uom Bureau torStatistin der Juden und derAhademie für die Wissenschaft des Judentums SdirtHlellung: Dr. Jacob segali, Berlin._ 1. naibjahr 192? nett Nr. 3-4. Erhrankungen durch Alkohol Von Prof. H. Sti Als ich vor etwa einem Jahre in dieser Zeitschrift einen kurzen Artikel über „Tuberkulose bei den Juden" veröffentlichte, war es schon meine Absicht, später einmal über die Krankheiten, die durch Alkohol und S y p h i 1 i s bei den Juden erzeugt sind, zu berichten. Ein inzwischen in dieser Zeitschrift von Prof. TobyCohn erschienener Artikel über Nervenkrankheiten bei den Juden veranlaßt mich, jetzt schon meine diesbezüglichen Erfahrungen mitzuteilen. 1. Alkoholismus. Daß Krankheiten, welche man auf übermäßigen Alkoholgenuß zurückführt, bei den Juden selten sind, ist bekannt und speziell auch in der Arbeit von T. Cohn betont. Dies kann auch ich bestätigen. Speziell habe ich im Gegensatz zu meiner früheren über 14 jährigen Tätigkeit an der Charite und an 2 anderen großen Kliniken in den nunmehr 16 Jahren, in welchen ich der inneren Abteilung des Jüdischen Krankenhauses in Berlin vorstehe, nur 2 Fälle von Lebercirrhose bei Juden beobachtet. In beiden Fällen hat es sich um ausgeprägte Potatoren gehandelt. Die typische Laennecsche Lebercirrhose stellt l ond Syphilis bei den Inden. rauß in Berlin. jedenfalls nach meinen Erfahrungen bei Juden einen ganz abnorm seltenen Befund dar. Wenn ich diese, m. W. noch nicht gemachte, Feststellung auf die Seltenheit des Alkoholismus bei den Juden zurückführe, so steht dies in Uebereinstimmung mit amerikanischen Statistiken, welche einen Rückgang der Lebercirrhose nach Einführung der Prohibition (s. G. Rosenfeld, Die med. Welt 1927 Nr. 4) feststellen. Auch Delirium tremens habe ich in der genannten Zeit nur einmal bei einem Juden und auch nur in abgeschwächter Form angetroffen. Desgleichen habe ich Alkoholneuritis nur höchst selten und nie in schwerer Form bei Juden beobachtet. Ich kann also den in der Arbeit von T. Cohn erwähnten Erfahrungen von Goldscheider, Wallenberg, Bychowski u. a. völlig beitreten und verweise außerdem noch auf die hier später noch zu erwähnende Statistik von Minor. 2. Syphilis bei juden. Um ein Urteil über die Häufigkeit der Syphilis bei Juden zu gewinnen, habe ich zunächst die in unserem Krankenhaus vornan-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.