Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-2
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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In Stockholm wohnen allein 42,4% und Göteborg 14,9%. In den Dörfern sind nur 8,3% ansässig, und hiervon ist der größere Teil in Vororten, Marktflecken und anderen dicht bebauten Ortschaften beheimatet. Bei einer Betrachtung der Ve r t e i 1 u n g nach dem Geschlecht fällt auf, daß das männliche Geschlecht in einer verhältnismäßig starken Majorität vorhanden ist. Es entsprechen nämlich 1000 Juden 908 Jüdinnen. Die mittleren Jahre von 25—50 ergeben den Frauenunterschuß, während im höheren Alter die Frauen überwiegen. Die Erklärung ist in der großen Anzahl ausländischer Juden in Schweden zu finden. Das männliche Geschlecht ist bekanntlich beweglicher als das weibliche und so ist es zu verstehen, daß der Mann eher den Wanderstab greift als die Frau. Bei der Altersverteilung zeigt es sich im Vergleich mit der übrigen Bevölkerungs Schwedens, daß die Ziffer der Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren ziemlich niedrig ist, resultierend aus den Mischehen, da die Kinder aus solchen Ehen nach dem schwedischen Gesetz nur Juden werden, wenn die Eltern vor der Ehe eine schriftliche Abmachung hierüber getroffen haben. Das Alter von 25— 50 Jahren ist besonders stark vertreten, erklärlich aus dem Zuzug der ausländischen Juden, wie bereits erwähnt. Das Alter von 25 bis 50 Jahren umfaßt 40,1 % sämtlicher Juden, gegen 30,0% der Gesamtbevölkerung. Die höchsten Altersstufen sind unter den Juden relativ wenig vertreten. Unverheiratete Männer findet man in fast allen Altersstufen im Vergleich zu der Gesamtbevölkerung relativ stärker als unverheiratete Frauen. Die Eheschließungsfrequenz der jüdischen Frau ist also scheinbar ziemlich hoch. Die Ursache liegt aber wiederum in der überwiegenden Anzahl männlicher Juden aus dem Auslande. Tabelle III. Juden nach den Berufen am 31. Dezember 1920. Beruf Oedavon Besamtrufstätige zahl ra. I w. 49 19 4 Metall- und Maschinenindustrie . . 271 113 9 68 18 — Papier- und graphische Industrie . . 114 56 9 Nahrungs- und Genußmittelbranche . 133 32 39 Textil- und Bekleidungsindustrie . . 679 201 84 Leder- und Gummiindustrie. . . . 417 154 20 122 40 3 Nicht spezifizierte Industrien . . . 89 45 1 727 235 5 858 244 58 544 200 9 Büreau- und Geschäftspersonal. . . 932 379 151 Handel- und Lagerarbeiten .... 81 37 11 Hotel- und Restaurantwesen . . .' 37 15 7 82 31 8 Bank- und Versicherungswesen . . 99 41 12 Verwaltungs- und Verteidigungs- (Ge¬ 62 32 8 Unterricht u. künstlerische Betätigung 341 115 36 Kranken- und Armenwesen .... 88 39 11 30 4 23 47 3 41 12 1 9 222 100 17 163 — 112 Schüler höherer Unterrichtsanstalten. 75 65 9 127 29 68 Summa 6469 2248 764 Zusammenfassung Landwirtschaft u. angrenzende Berufe 49 19 4 1893 659 165 3360 1182 261 Oeffentlicher Dienst, freie Berufe. . 491 186 55 30 4 23 646 198 256 Summa 6469 2248 764 Betrechten wir noch die Berufsgliederung, so ergibt sich, daß 57,7% der Juden vom Handel lebt. 32,5% gehört zur Industrie- und Handwerksbevölkerung, 8,4% zur Gruppe öffentlicher Dienste und freie Berufe, während nur 0,9 % in der Landwirtschaft wirkt und 0,5% von häuslicher Arbeit lebt. Die Berufsgruppierung der Juden weicht vollkommen von der der Gesamtbevölkerung ab: Im Jahre 1910 gehörten 48,4% zur Landwirtschaft, 32,3% zur Industrie, 13,5% dem Handel und 5,8% den öffentlichen Diensten und freien Berufen an. H. Ph.