Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-2
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2650397-2650411-2650412--5452-2650850- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 11 - genden Europas und Asiens reine Rassen geben können, da überall durch Zuwanderung und Eroberung fremde Elemente die vielleicht einmal in fernster Urzeit vorhandenen einheitlichen Rassen überlagert haben. Aber der geographisch bedingte Typus ist noch in vielen Teilen zu erkennen und gerade von diesem stechen manche jüdische Gruppen durch andersartige Mischung der Elemente ab. Das nennt man eben vulgo „jüdische Rasse". Mag sie auch wissenschaftlich nicht haltbar sein, mit dem Volksbewußtsein müssen wir eben als realem Faktor rechnen und unsere Auffassung danach einrichten. Die jfidisdie Bevöliscri Von Herbert In Lemberg (polnisch Lwow) wohnen unter 235 000 Einwohnern 70 000 Juden (29 %). Ihrer zahlenmäßigen Bedeutung trägt das Statistische Amt der Stadt Lemberg Rechnung, indem es den jüdischen Bevölkerungsteil eingehend berücksichtigt. Das Tabellenwerk der neuesten Jahrespublikation (Statistique de la ville de Leopol, Lwow 1926) ist eine hervorragende Informationsquelle für den Konfessionsstatistiker. Die Eheschließungsziffern der obigen Tabelle zeigen bedeutende Schwankungen, die durch den Weltkrieg unmittelbar hervorgerufen sind. Starkes Ansteigen während der Jahre 1914 und 1915 und dann rapides Fallen: Im August 1914 während der österreichischen Mobilisierung, im Juli und August 1915, nach der Wiedereroberung Lembergs durch die österreichischen Streitkräfte. Da nun die überwiegende Mehrheit der Ehen auf Personen im Alter von 30—50 Jahren entfallen, dürfte die Ansicht gerechtfertigt sein, daß es meistens rituell geschlossene Ehen waren, die niemals standesamtlich legetimiert wurden. Nach den gesetzlichen Bestimmungen hatten nämlich nur standesamtii$ der Stadt Lemberg. Philippsthal. lieh geschlossene Ehen Anspruch auf Kriegsunterstützung. Das gleiche Bild, das uns Tabelle I veranschaulicht, tritt unter Berücksichtigung sämtlicher Konfessionen in Tabelle II in Erscheinung. Tabelle I. Jahr jüdische Ehen Gesamtehen j. Ehen in % d. Gesamtehen 1912 684 2218 30 1913 543 1825 29 1914 888 1930 46 1915 1364 2 075 65 1916 639 1352 47 1917 189 1058 17 1918 173 1324 13 1919 716 2 637 27 1920 810 2630 30 1921 782 2 719 28 1922 1086 2963 36 In den westeuropäischen Ländern äußerst sich die Zersetzung der dort lebenden Juden vor allem in den hohen Ziffern der M i s c h - ehen. Dies trifft für die osteuropäischen Gebiete nicht zu. Wenn wir feststellen, daß