Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-2
Date
1927-01-01
Page
Seite 2 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2650397-2650411-2650412--5443-2650841
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

nommen worden. Diese Absicht aber ist bisher nicht zur Ausführung gekommen. Die Akademie hat sich bisher nur mit Forschungen historischer, literarhistorischer und philologischer Art befaßt. Jetzt geht sie an die Verwirklichung des damaligen Planes heran und bezieht damit auch das gegenwärtige Judentum in ihr Arbeitsgebiet ein. Allerdings steckt sie sich ihr Ziel zunächst enger als es damals wohl gemeint war. Statt einer soziologischen Sektion errichtet sie eine solche für Statistik und Wirtschaftskunde der Juden und stellt die Fragen der soziologischen Theorie damit noch zurück. Sie beschränkt sich in ihrer Erforschung des gegenwärtigen Judentums so auf diejenigen Probleme, die eine von aller Subjektivität freie und streng exakte Behandlung zulassen. Die Feststellung des Tatsächlichen, die gerade auf diesem Gebiet nur durch die Zusammenarbeit vieler Forscher möglich ist, ist in erster Reihe Sache einer wissenschaftlichen Körperschaft, während die Theorienbildung der freien Arbeit des einzelnen Forschers überlassen werden kann. Die Arbeiten der neugebildeten Sektion werden von einer Kommission geleitet, deren Vorsitzender Herr Professor Dr. Silbergleit (Berlin) ist und die sich ferner aus den Herren Professor Dr. Arthur Cohen (München), Professor Dr. Hanauer (Frankfurt a. M.), R. E. May (Hamburg) und Direktor Dr. Rotholz (Berlin) zusammensetzt. Für diesen neuen Aufgabenkreis tritt die Akademie in eine Arbeitsgemeinschaft mit dem seit langem auf diesem Gebiet erfolgreich arbeitenden Bureau für Statistik der Juden ein. Diese Arbeitsgemeinschaft bedeutet keine Verschmelzung beider Institutionen, das Bureau bleibt in seiner bisherigen Form als selbständige Körperschaft bestehen, und soweit seine Arbeiten auf praktischem Gebiet liegen, bleiben sie ihm allein überlassen. Die Akademie arbeitet nur auf wissenschaftlichem Gebiet mit ihm zusammen, denkt freilich daneben auch mit eigenen Arbeiten hervorzutreten. Die Zusammenarbeit erstreckt sich insbesondere auf die Herausgabe dieser Zeitschrift. Ihre Redaktion liegt in denselben Händen wie bisher. Die neugebildete Kommission der Akademie hat indessen an der Leitung der Zeitschrift maßgebenden Anteil. Wir sind gewiß, daß sich diese Zusammenarbeit für die Zeitschrift, deren Programm und Charakter unverändert bleibt, als fruchtbar und förderlich erweisen wird und daß die Freunde der Akademie der statistischen Erforschung des Judentums mit Interesse folgen werden. Der Vorstand des Forschungsinstituts der Akademie für die Wissenschaft des Judentums Prof. Julius Guttmann, Schriftführer.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.