Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4-6
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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— 65 - denen Ländern und Städten und in Tel Awiw. Die Vergleichszahlen sind dem Aufsatz von Jakob Lessinsky in der Nummer 4 der „Blätter für jüdische Demographie, Statistik und Oekonomie" entnommen. Aus der Tabelle geht die hohe Geburten- und die geringe Sterblichkeitsziffer in Tel Awiw hervor; und aus beiden Fakten ein starker Geburtenüberschuß. Nur in Galizien 1910 läßt sich eine höhere Geburtenziffer finden als in Tel Awiw 1925 und nur an einem Ort, in Amsterdam, eine niedrigere Sterblichkeitsziffer. Doch wird die absolute Vermehrung an keinem Platze annähernd erreicht. Die Gründe dieser Erscheinung liegen einmal in der starken Einwanderung junger Elemente zwischen 20—30 Jahren in den letzten Jahren, die hier nach ihrer wirtschaftlichen Basierung einen Familienstand gründen. Im Zusammenhang mit dieser Erscheinung steht zum Beispiel auch die Tatsache, daß die Altersgliederung der Bevölkerung Tel Awiws nicht unbedeutend niedriger ist als in allen andern Ländern; und damit hängt wiederum die außergewöhnlich niedrige Sterblichkeitsziffer zusammen, freilich nicht zuletzt auch mit der Tatsache, daß Tel Awiw die europäischste und modernste Stadt im vorderen Orient ist. Allerdings ist in Betracht zu ziehen, daß in andern Immigrationsländern der Geburtentiberschuß oft bedeutend höher ist. (In den jüdischen Vierteln Londons z. B. im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts 45 pro Tausend und bei den Einwandrern aus Rußland in Bostern (zumeist Juden) sogar 787. Allerdings sind hier nur die Einwanderer selbst in Betracht gezogen.) Aber auch in Tel Awiw besteht begründete Hoffnung auf eine weitere Erhöhung der Geburtenziffern in den kommenden Jahren. Zu dieser Tatsache steht die Feststellung nicht im Gegensatz, daß, von 298 Todesfällen 80 26,8 % Todesfälle im ersten Lebensjahr vorkamen, und 153 51,4 % vom ersten bis fünften Jahre, ein sehr hoher Prozentsatz im Vergleich zum Ausland. Diese hohe Ziffer erklärt sich nicht aus der ungewöhnlich hohen Ziffer der Säuglingssterblichkeit, sondern aus der niedrigen Alterssterblichkeit, deren Gründe wir eben darlegten. Wir wollen nur erwähnen, daß nach Tabelle 11 die Säuglingssterblichkeit nur 7,4%—8% und bei dem Großteil der Bevölkerung, den Aschkenasim, nur 5,6% der Geburtenziffer betrug, während sie sich in den übrigen jüdischen Städten auf 12% bis 15 % stellte. Die Säuglingssterblichkeit war im Jahre 1925 noch geringer als im Jahre 1924. Wir wollen noch die Zahlen des Geburtenüberschusses in Tel Awiw mit den von der Regierung angegebenen Ziffern vergleichen, obwohl dieses Material sicherlich nicht genau ist. Tabelle XII. Der Geburtenüberschuß in Palästina. Lebendgeburten Todesfälle Geburtenüberschuß Araber 1923 . . . 49,26 27,47 21,79 Araber 1924 . . . 54,17 28,47 25,70 Juden 1923 . . . 33,93 14,37 21,56 Juden 1924 . . . 35,20 11,62 23,58 jüd. Bevölkerung in Jaffa-Tel Awiw 1924 33,4 9,9 23,5 Tel Awiw 1925 . . 34,3 11,1 23,2 Es ergibt sich aus Tabelle XII, daß die Zahlen von Tel Awiw ungefähr denen der jüdischen Gesamtbevölkerung im Durchschnitt entsprechen; die Sterblichkeitsziffer ist naturgemäß etwas geringer. Auf die großen Unterschiede der natürlichen Bevölkerungsbewegung bei Juden und Arabern sei an dieser Stelle nur aufmerksam gemacht. Eheschließungen: Das vorliegende Material ermöglichte keine Differenzierung der Zahl der Heiraten nach