Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4-6
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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^- 60 — Die natürliche Bewegung der Bevölkerung von Tel üwlw in den Jahren 1924-1925. Von Dr. W a 11 e r P r e u ß, Tel Awiw. Die statistische Untersuchung der Bevölkerungsbewegung in Tel Awiw ist von besonderem Interesse, weil genaueres Material über die Bewegung der Gesamtbevölkerung Palästinas nur in unzureichendem Maße vorhanden und weil Palästina als heute größtes Einwanderungsland jüdischer Massen von besonderer Bedeutung für die Gesamtjudenheit ist. Das Jahr 1925 mit einer Gesamteinwanderung von 35000 Juden brachte zugleich eine Steigerung der Bevölkerungsziffer von Tel Awiw von 21610 auf 34 200 Einwohner. (Anmerkung: Die gesamten Angaben beziehen sich eigentlich auf das jüdische Jahr, reichen also jeweils von Oktober bis Oktober; wir setzen in dieser für den deutschen Leserkreis geschriebenen Abhandlung der Einfachheit halber die bürgerliche Zeitrechnung ein, was bei jeder Angabe in Betracht zu ziehen ist.) Der Gesamtkomplex Jaffa-Tel Awiw zählt Ende 1925 über 40000 jüdische Einwohner gegenüber 28000 Ende 1924. Rechnet man die bei den Sterblichkeitsziffern mit in Betracht gezogene landwirtschaftlicheUmgebung hinzu, so steigt die Zahl bis auf 50000. Die Beobachtung der Bevölkerungsbewegung einer so starken durch Einwanderung wachsenden Bevölkerung ist von besonderem Wert. Es ist in Betracht zu ziehen, daß das vorliegende Material nicht immer Gelegenheit bot, genau zwischen den Zahlen von Tel Awiw, Jaffa und der Umgebung zu unterscheiden. Da nur von Tel Awiw die ganze Einwohnerzahl laut den Erhebungen der statistischen Abteilung der Stadt bekannt ist, so mußte, um richtige Verhältniszahlen zu gewinnen, das Material jeweils differenziert bearbeitet oder aber auf die Gewinnung maximaler Genauigkeit verzichtet werden. Tabelle I. Geburtenziffern 1925: Männer Frauen Summa 443 30 66 119 339 25 56 60 782 55 122 179 Summa: 658 480 1138 Bei Betrachtung dieses Materials fällt zunächst die Tatsache ins Auge, daß 178 Mädchen weniger geboren wurden als Knaben... . Doch ist die Ursache dieser Tatsache natürlich nicht ein so riesiger Männergeburtenüberschuß, sondern in einer auch in jüdischen Städten des Ostens nicht unbekannten Erscheinung zu suchen: nämlich in der Tatsache, daß die jüdischen Eltern nur die Knabengeburten vollständig zur Anzeige bringen. Im Osten zeigte sich, als während des. Krieges strenge Verordnungen und der Brotkartenzwang die volle Erfassung auch der Geburten ermöglichten, das sofortige Verschwinden des angeblichen Knabenüberschusses und seine Zurückführung auf das überall beobachtete Maß (102—108 Knabengeburten auf 100 Mädchengeburten).