Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4-6
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2650397-2650406-2650410--5436-2650766- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 128 — angehörigkeit verloren. Sie kommen bei den Israeliten fast nicht in Betracht; ebenso ist die unentgeltliche Aufnahme, die sich auf die Fälle von Schenkung und Erteilung wegen langjähriger städtischer oder Feuerwehrdienste beschränkt, sehr gering. Die Einbürgerung geschieht fast gänzlich durch Einkauf, weil die Ausländer bei den Israeliten das vorherrschende Element bilden. H. Ph. Statistisches Ardiiv. Dauern. Die Schüler der staatlichen höheren Lehranstalten für die männliche Jugend nach dem Religionsbekenntnis. Gesamtzahl Von der Gesamtzahl der Schüler waren Schulart der Schüler katholisch 1 evangelisch | jüdisch |sonst.Bekenntn. 1. 5.1925 1. 5.1926 1. 5. 25 1. 5. 26 1. 5. 25 1. 5. 26 |l. 5. 25 1. 5. 26 |l. 5. 25 1. 5. 26 17841 18528 13117 13584 4315 4556 1 320 302 1 89 86 489 531 295 321 180 194 9 11 5 5 1015 1027 466 479 503 504 40 40 6 4 2 746 2776 1374 1419 1138 1131 193 182 41 44 377 362 42 42 265 248 65 65 5 7 16147 16235 9311 9 346 6420 6499 318 297 98 93 1600 1664 853 898 715 737 28 23 4 6 149 151 79 851 63 61 6 4 1 1 16155 15485 8700 8386 7 017 6 699 331 303 107 97 Gymn. Abt..... 503 478 234 2101 262 257 1 6 9 | 1 2 Insgesamt 57 022 57 237 34471 34 7701 20 878 20886 1316 1236 357 345 In % 60,45 60,75 || 36,61 36,49 | 2,31 | 2,16 | 0,63 \ 0,60 Aus der obigen Aufstellung, die wir der .Monatsschrift für das gesamte Schulwesen" September 1926, Heft 12, Jahrg. 1 entnommen haben, geht, wie wir auch schon in anderen Ländern oftmals festgestellt haben, klar hervor, daß die Prozentennorm der jüdischen Schüler auf den höheren Anstalten höher ist als ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. (In Bayern 0,7 %). Ferner werden im überwiegenden Maße Schulen besucht, die auf das Praktische des Lebens vorbereiten. Der Rückgang der jüdischen Bevölkerungszahl tritt absolut und relativ in Erscheinung. DAflntfAl I Hteriuuift und Verteilung der ■»UimgOM. portugiesischen Juden. Es gibt heute in ganz Portugal keine 2000 Juden bei einer Gesamtbevölkerung von über 7 Millionen. Und auch diese kleine Zahl ist erst seit kaum 100 Jahren im Lande. 1832 nach Einführung der Religionsfreiheit in Portugal kamen die Nachkommen der portugiesischen Juden in ihre alte Heimat zurück, aus der sie 1492 die Inquisition vertrieben hatte. Sie stammen ausschließlich aus Marokko, die Namen der alten Familien haben fast sämtlich das arabische „ben". Mit einer bewundernswerten Zähigkeit bewahren sie alle heute noch ihre Traditionen. Die Lissaboner Gemeinde zählt heute etwa 600 Mitglieder, und ist damit die stärkste des Landes. In weitem Abstände kommen dann F a r o mit etwa 60 Russen, Coimbra mit 40, während in der großen Handelsstadt Oporto kaum 20 Juden ansässig sind. In Lissabon besitzt die Gemeinde zwei Friedhöfe und zwei Synagogen, ebenso besteht je eine in Oporto und Faro. Die älteste von ihnen ist in Lissabon, im Penegial de Beixo. Aber auch sie ist noch keine 100 Jahre alt. Alle anderen jüdischen Kultstätten in Portugal wurden 1492 durch die Inquisition dem Erdboden gleich gemacht.