Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4-6
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Erscheint alle 2 Monate. Abonnementspreis für das ganze Jahr 10,— M., für das halbe Jahr 5,— M. Zu beziehen durch den VerlagiMax Schildberger.Inh.Arth.Schlesinger Berlin W 62, Schillstraße 3. durch sämtliche Buchhandlungen, oder direkt vom Bureau f. Statistik der Juden, Berlin C2, Rosenstraße 2-4 Herausgegeben vom Bureau für Statistik der luden. Berlin C2. Rosenstr. 2-4. Sdirlfflelfung: Dr. Jacob segdli, Berlin. 3. Jahrg. {Nene rolge) 2. Halbjahr 1926. nett Nr. 4-0. Von M. J. G u 11 Wohl kaum einem anderen Gebiet der Pathologie der Juden hat man eine ähnliche Beachtung geschenkt, wie gerade den Geisteskrankheiten. Die Zahl der Veröffentlichungen übersteigt das Maß des Gewöhnlichen, wenn auch gesagt werden muß, daß die wissenschaftlich verwertbare Auslese gering ist. In den meisten Fällen sind lediglich Eindrücke wiedergegeben. Beachtenswert erscheint, daß wir es überall mit schwankenden psychiatrischen Vorstellungen und Begriffsformulierungen zu tun haben, die ihre Ursache in der Entwicklung der Psychiatrie haben. Besonders störend bei den Zahlenangaben wirkt die ungenügende Auseinanderhaltung zwischen den Anstaltsaufnahmen und Insassen. Wie viele Fälle von progressiver Paralyse segeln unter anderer Diagnose, wie verschiedenartig ist die Auffassung, ob ein Kranker der Dementia praecox-Gruppe oder dem manisch-depressi- *) Wir verweisen auf den Beitrag von Professor Dr. Toby Cohn über „Nervenkrankheiten bei Juden" in der Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden, 2. Halbjahr 1926, Heft Nr. 1—3. Die Redaktion. len bei Juden.*) ann, .München. ven Irresein zugehört. Das psychologische Geschehen des geistig normalen Juden, sein Charakter, sein Temperament sind oit weit verschieden von dem seiner nichtjüdischen Umgebung; diese Züge des Anderssein schleichen sich ein in die Bilder der Krankheit, die „die Ausschläge des Charakters oft nur noch vergrößern", so daß Krankheitsbilder zustande kommen, die eine Analogie in der Umgebung nicht haben. Fällt so der jüdische Kranke an und für sich schon auf, so in noch größerem Maßstabe der seelisch Erkrankte, der nun Ziel und Mittelpunkt besonderer Beobachtung wird. Aus einer Reihe von Publikationen sei hervorgehoben, daß Hoppe auf Grund der Ergebnisse vieler Untersucher zum Schluß kommt, daß die tötlichen organischen Erkrankungen des Zentralnervensystems bei den Juden wesentlich seltener sind als bei den Nichtjuden, während andererseits die konstitutionellen und degenerativen Erkrankungen zumal des Nervensystems, die funktionellen und Geistesstörungen die Domäne der Juden bilden. „Auf Grund von Umfragen bei 460 allgemeinen und öffentlichen