Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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— 30 — nach Ende Juny 1835", so heißt es im Rechney Amts-Protokoll, „doch 5 Warenhändler mehr und 17 Kleinhändler weniger als im Jahre 1825, folglich die frühere Zahl der Waren- und Kleinhändler zusammen nicht überschritten." Unter einem ganz anderen Gesichtspunkt betrachtet das Senatsdeputationsprotokoll diese Frage. Im Anschluß an die 217 „offene Handlungen" der oben wiedergegebenen Berufsgliederung vom 23. Juli 1835 wird festgestellt, daß man von dieser Summe noch folgende Posten zu subtrahieren habe: 2 Wachstuchfabriken 5 Buchhändler und Antiquare 10 Juweliere 13 Handlungen, die früher in Ständchen _und Zimmern geführt worden seien. Sa. 30 Handlungen. Sie sind von der Summe von 217 abzurechnen. Da 200 Handlungen zulässig sind, bleiben noch 13 Stellen frei, die in folgender Weise besetzt werden könnten: Man brauchte nur 10 schwebende Gesuche zu erledigen und 3 Teilhaber früher genannter Firmen in die Rechnung einzubeziehen. Der Senat schloß sich dieser Meinung nicht an. Er beschloß vielmehr, unter Zugrundelegung der Zahl 217, daß in Zukunft jeder, der den Voraussetzungen des Gesetzes genügt, ins Bürgerrecht aufgenommen werden müsse, sobald er sich darum bewerbe. Es sollte jedoch erst wieder gestattet werden, eine neue Handlung zu eröffnen, wenn die vorschriftsmäßige Zahl von 200 Handlungen wieder erreicht sei. — Wie bereits betont wurde, fand diese Frage ihre endgültige Lösung in dem Gesetz vom 27. Dezember 1836. III. Bevölkerungsbewegung. Nachdem wir bisher den Bevölkerungsstand untersucht haben, kommen wir im folgenden zur Betrachtung der Erscheinungen der Bevölkerungsbewegung. Es tritt hier zuerst die Frage auf, was wir über die Zahl der Geburten wissen. Wie aus dem oben Angegebenen1) zu schließen ist, sind wir über die Zahl der Geburten bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts nur sehr wenig unterrichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir keine genauen Unterlagen; erst von dieser Zeit an geben uns die Quellen Aufschluß. Von nur geringem Wert sind die nur zum kleinsten Teil erhaltenen Beschneidungsbücher. Es sind dies Bücher, in die alle Beschneidungen eingetragen wurden. Sie müßten uns, wären sie vollständig2), die genaue Zahl der männlichen Geburten angeben. Eine weitere Schwierigkeit, die sich für die Anfertigung einer Statistik männlicher Geburten aus ihnen ergäbe, wäre die: Häufig wurden die Leute, die die Beschneidungen vollzogen, nach auswärts berufen, so daß auch außerhalb Frankfurts geborene Knaben in diese Bücher eingetragen sind. — Von den Quellen, die uns tatsächlich statistisches Material liefern, sind die Hebammenbücher zu nennen, die in der Zeit von 1749—1805 geführt wurden. Ferner sind die Gemeinderegister von Juli 1808 bis November 1856 erhalten. 3 solcher Hebammenbücher werden erwähnt;3) und zwar: 1. 1748—1780, 2. 1780-1798, 3. 1798 bis 1805. Es ist jedoch heute nur noch das erstgenannte Buch in deutscher Uebertragung des hebräischen Urtextes erhalten. Diese Uebersetzung enthält die Jahre 1748—1784. Das erste und letzte Jahr ist nicht vollständig. *) Vgl. den Nachweis der benutzten Akten. 2) Die Prütung der Vollständigkeit ist besonders dadurch erschwert, daß immer mehrere Leute zu einer Zeit diese ehrenamtliche Tätigkeit ausübten. 3) Ullmann, E. Ueber L. Börnes Geburtstag. Mitteilungen des Vereins für Altertumskunde in Frankfurt am Main. III. 289.