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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 1-3 · p. Seite 15

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-3
Date
1926-01-01
Page
Seite 15 (sequence 17)
Language
German
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— 15 - Daß die freien Berufe zahlreich von Juden frequentiert werden, bedarf bei der Bevorzugung geistiger Güter von Seiten der Juden keiner weiteren Ausführung. 8,9 v. H. aller Kräfte, die in öffentlichen Diensten und freien Berufen ihr Brot finden, sind Israeliten. Als. Aerzte, Rechtsanwälte, Schriftsteller, d. h. in den freien Berufen haben 3 449 (2,9 aller berufstätigen Juden) und in öffentlichen Diensten als Beamte 4 205 Israeliten (2,7% oder 8,9 aller Gesamttätigen, wobei freie Berufe und öffentliche Dienste zusammengefaßt sind) Beschäftigung. — Die Land- und Forstwirtschaft und Fischerei zählt 15 902 (10% der jüdischen, aber nur 0,6 aller Berufstätigen) und von ihnen sind fast die Hälfte (6 587) selbständig. Das jüdische Gewerbe in Polen. Von B. Locker, Berlin. I. In sieben starken Bänden liegen die Ergebnisse der Enquete über die industrielle und handwerkliche Arbeit der Juden in Polen1) vor uns, welche vom Joint Distribution Committee im Jahre 1921 durchgeführt wurde. Ohne die z. T. sehr wesentlichen Mängel, von denen noch weiter die Rede sein soll, zu unterschätzen, kann ohne Uebertreibung gesagt werden, daß wir es hier in gewissem Sinne mit einem Standard Work zu tun haben, dem ersten seiner Art in der statistischen Literatur der Juden. Die Enquete umfaßt die gesamte polnische Republik mit Einschluß der Randgebiete Ostgaliziens und Mittel-Litauens. Unberücksichtigt blieben dagegen die ehemals preußischen Gebiete, da sie keine kompakten jüdischen Siedlungen aufweisen. Das heißt natürlich nicht, daß alle Juden Polens, die unmittelbar an der Produktion beteiligt sind, von der Enquete erfaßt wurden. Angesichts der Schwierigkeiten, die jedes private Unternehmen dieser Art zu überwinden hat, kann l) „Jüdische industrielle Unternehmungen in Polen, auf Grund der Enquete von 1921, bearbeitet unter Leitung von Ing. Elieser Heller", Warschau 1922 bis 1923 G'iddisch, polnisch, englisch), Band I bis VII. den Veranstaltern der Enquete nicht einmal ein Vorwurf daraus gemacht werden, daß sie sich von vornherein nicht das Ziel gesetzt haben, alle jüdischen Produzenten zahlenmäßig zu erfassen, sondern von allem Anfang an darauf verzichteten, die Ortschaften mit weniger als 3000 jüdischen Einwohnern zu untersuchen (mit Ausnahme gewisser kleinerer Orte mit charakteristischen jüdischen Produktionszweigen), trotzdem in solchen Ortschaften ein ganz ansehnlicher Teil des jüdischen Volkes in Polen wohnt. In diesem Sinne ist das Untersuchungsgebiet dieser Enquete viel kleiner als dasjenige der bekannten I.C.A.-Enquete vor einem Vierteljahrhundert. Letztere umfaßte allein im Kongreßpolen 98 Städte und 198 Städtchen und Siedlungen, während die vorliegende Enquete auf dem gesamten Gebiet der polnichen Republik im ganzen 185 Städte und Städtchen in den Kreis der Untersuchung zog. Der Vergleich enthält jedoch ein völlig verändertes Aussehen, wenn wir die Zahl der untersuchten Betriebe in Betracht ziehen. Waren es in der LC.A.-Enquete 1416 jü-. dische und 451 nichtjüdische Betriebe mit im ganzen 12000 jüdischen Arbeitern, so

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