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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 1-3 · p. Seite 4

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-3
Date
1926-01-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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Von den Ehen der alten jüdischen Glaubensgemeinschaft machten bei den Volkszählungen 1906,1911,1916 und 1921 die gemischten Ehen 33,9, 41,4, 44,3 bez. 51,7 v. H. aus. Im scharfen Gegensatz zu dieser starken ehelichen Vermischung zwischen Juden und Christen innerhalb der alten jüdischen Gemeinschaft stehen die russisch-jüdischen Ehen, indem von 528 nur 22 gemischt sind gegen 483 und 7 im Jahre 1916 bez. 322 und 8 im Jahre 1911. Die Tabelle zeigt außerdem, daß von 1606 Kindern in russischjüdischen Ehen 1570 der jüdischen Glaubensgemeinschaft angehören, 31 der Volkskirche, während 5 außerhalb Glaubensgemeinschaften stehen. Im Jahre 1916 waren die entsprechenden Zahlen 1148, 8 und 1. Die russisch-jüdischen Ehen behaupten sich also im wesentlichsten als rein jüdisch und in Uebereinstimmung hiermit werden meistens die Kinder im väterlichen Glauben erzogen. Von Interesse ist die A11 e r s v e r t e i 1 u n g der russischen Juden, die anfangs von der übrigen Bevölkerung äußerst verschieden war, was darin seine Erklärung fand, daß die Einwanderer hauptsächlich junge Leute mit kleinen Kindern waren, deren Anzahl durch die vielen Geburten weiter vergrößert wurde, während nur sehr wenige Alte und nur sehr wenige ältere Kinder unter ihnen waren. Die Zeit hat schon gewissermaßen dies Sondergepiäge vermischt. Doch haben die russischen Juden immer noch — an der Gesamtbevölkerung gemessen — viele Kinder und wenige Alte im scharfen Gegensatz zu der alten jüdischen Gemeinschaft, mit wenigen Kindern, aber vielen in den höchsten Altersklassen. Charakteristisch für die jüdischen Ehen war früher ihre große Fruchtbarkeit und dies findet man in der Regel, wo die Juden den Unterklassen oder dem niedrigeren Mittelstand angehören, namentlich in Osteuropa, wie man auch den rein unmittelbaren Eindruck großen Kinderreichtums durch Besuche in den armen Judenstraßen in den westeuropäischen Großstädten (Amsterdam, London (Whitechapel) usw.) bekommt, wo es von schwarzäugigen Kindern wimmelt. Ein aufmerksamer Beobachter wird in Kopenhagen dasselbe erleben können, wenn er in den Straßen inmitten der Stadt in der Nähe von „Kongens Have„ (Schloßpark des Schlosses Rosenberg) verkehrt, wo sich die russischen Juden vorzugsweise niedergelassen haben, oder im Park selber, wo man viele jüdische Kinder im freundschaftlichen Spielen mit den dänischen Kindern des Viertels bemerkt. Auch in anderen Ländern, in denen die Juden wesentlich der Oberklasse angehören, ist die Geburtenziffer stark fallend gewesen, und ein Vergleich zwischen der Geburtenfrequenz der alten jüdischen Gemeinschaft und den russischen Juden in Kopenhagen nebst Feststellung des großen Unterschieds, wäre gewiß von Interesse. Zwar besitzt man keine unmittelbaren diesbezüglichen Angaben, aber indirekt läßt sich die Frage teilweise mittels des Volkszählungsmaterials beleuchten, das die Anzahl der im elterlichen Hause wohnenden Kinder in Familien der alten jüdischen Gemeinschaft bezw. den russischen Juden angehörend demonstriert. Hierbei wird auf Tabelle c verwiesen, in der das Material in Gruppen nach dem Alter der Frau geteilt ist. Das Hauptinteresse der Tabelle knüpft sich an einen Vergleich der Kinderzahlen innerhalb der einzelnen Müttergruppen und es zeigt sich, daß die durchschnittliche Kinderzahl für alle Gruppen bei den russischen Juden bedeutend größer als innerhalb der alten jüdischen Gemeinschaft ist. Dieser Zug tritt für die älteren Müttergruppen, wo die Gründung der Ehe weiter zurück-

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