Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-3
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 3 — dischen Juden über die der alten jüdischen Gemeinschaft gestiegen ist. Während letztere ein Mehr an Frauen aufweist, was mit den Verhältnissen innerhalb der wohlhabenden Klassen übereinstimmt, sind unter den neueingewanderten russischen Juden die Männer in der Ueberzahl. Die große zahlenmäßige Verschiebung der Bevölkerung Kopenhagens resultiert aus der sehr ungleichen Geburtenziffer der alten jüdischen Gemeinschaft und der eingewanderten Juden, was aus untenstehender, nach den jährlichen Berichten der mosaischen Glaubensgemeinschaft ausgearbeiteten Uebersicht, ersichtlich ist. jüdische Geburten dänische fremde im ganzen 150 128 Im Jahre Sterbefälle 1916 1917 1918 1919 1920 29 28 30 16 27 118 116 89 179 156 148 132 116 89 92 113 82 Geburtenüberschuß 91 67 52 19 34 1916-20 130 601 731 468 263 Wir sehen aus dieser Tabelle, daß von 731 jüdischen Geburten in den Jahren 1916—20 nicht weniger als 601 den russischen Juden und nur 130 der alten jüdischen Gemeinschaft entstammten, obwohl die beiden Gruppen ungefähr gleich groß waren. Die Sterbefälle sind nicht auf dieselbe Weise für alle Jahre ausgezählt, aber, daß die alte jüdische Gemeinschaft den wesentlichsten Beitrag hat abgeben müssen, ist schon daraus zu ersehen, daß die größte Anzahl Sterbefälle in den älteren Altersklassen festzustellen ist (in den Jahren 1919—20 über 2/a in den Altersgruppen über 50 Jahre), zu welchen nur sehr wenige russische Juden gehören. Ihre Anzahl wurde also in sehr hohem Grade durch Zuwachs von unten gesteigert, während die alte jüdische Gemeinschaft abnimmt, weil die Alten allmählich absterben, und die Geburtenquote sehr gering ist. Zu den Hauptursachen der außerordentlich geringen Kinderzahl der alten jüdischen Gemeinschaft gehört die starke Verbreitung der Mischehen zwischen Christen und Juden. Die Kinder werden, wieoben erwähnt, der christlichen Gemeinschaft zugeführt. Bei den russischen Israeliten hingegen, die aus einem Lande kommen, wo der ererbte Glaube ganz anders als bei den in Dänemark eingeborenen Juden das Gemüt beherrscht, und die religiöse Ueberzeugung den Juden eine Ehe mit Personen anderen Glaubens verbietet, indem sich auch gleichzeitig nationale Rücksichten weit stärker geltend machen, gehören die gemischten Ehen zu den Ausnahmen. Nun liegt aber die Frage nahe, ob dieser Zustand auch bestehen bleibt, nachdem die russischen Juden in eine Gesellschaft verpflanzt sind, in der die Juden besonders nahe Beziehungen zu der christlichen Bevölkerung unterhalten. Zur Beleuchtung dieser Frage dient untenstehende Tabelle nach der Volkszählung 1921. Tabelle b. alte jüdische Gemeinschaften russische Juden andere kriegseingewanderte Juden jüd. Ehen Mischeben jüd. Ehen Mischehen jüd. Ehen Mischehen zusammenlebende jüdische Ehepaare . . . 343 367 506 22 16 10 84 107 45 6 4 6 259 260 461 16 12 4 Kinder der jüd. Glaubensgem. angehörend . 596 105 1568 2 27 9 do. der Volkskirche angehörend..... 6 388 — 31 — — do. anderen Glaubensgem. angehörend . . . — — — — — — do. außerhalb der Glaubensgemeinschaft . . 5 32 — 5 — —