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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1925-01-01 · Heft 2 · p. Seite 16

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1925) (Neue Folge)
Issue
Heft 2
Date
1925-01-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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- 16 — bis 1500 sind, wie Bücher1) berichtet, die Rechenbücher vollständiger geführt, und es läßt sich aus ihnen mit Hilfe des von ihm angegebenen Koeffizienten die genaue Seelenzahl berechnen. Der große Zuwachs am Ende des 15. Jahrhunderts erklärt sich dadurch, daß aus einzelnen Städten Deutschlands vertriebene Juden zum großen Teil nach Frankfurt flüchteten. Besonders erwähnt wird, daß die im Jahre 1498 in Nürnberg Ausgetriebenen in Frankfurt eine neue Heimstätte fanden.2) — Die Zahlen für die Jahre 1556—1690 erscheinen im allgemeinen in der Tabelle nach Durchschnittswerten von je 10 Jahren. Sie sind von Dietz3) nach folgender Methode errechnet worden. Er legt den Sterblichkeitskoeffizienten von 2Ö,7°/00 der Bevölkerung zu Grunde, den Bleicher4) angibt Er baut seine Berechnungen auf die von Horovitz5) angegebenen Zahlen der Toten eines jeden Jahres auf. Auffallend ist hier vor allem der große Aufschwung zu Ende des 16. Jahrhunderts. Es hat sich nämlich in den ca. 20 Jahren von 1569—1590 die Bevölkerungszahl um 900, d. h. auf das Doppelte erhöht. Nach Bothe6) ist dies darauf zurückzuführen, daß um diese Zeit der Münzhandel und das Wechselgeschäft in höchster Blüte standen, insbesondere kam das Aufkommen des Münzhandels den Juden sehr zugute, weil dies ja der Berufszweig war, in dem man ihnen die größte Freiheit gelassen hatte. Die Blüte war ihrerseits hervorgerufen durch die „industrielle Hochkonjunktur", die von Bothe an Hand der Steuerlisten nachgewiesen wird.7) — Die Bevölkerungszahlen am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts _ *__2 ____ J*___ ¥_*______ ■* r r\ 4 4 r-rs\r\ ... . 1 ■ 4 ^7AA siuu aub uen janren iuv^, i/uo unu i/uv erhalten.8) In der Visitationsliste von 1690, die Kracauer9) erwähnt, scheinen kleine An- 1) S7~548> 2) Bleicher, S. 558, aus I. Latomus bei Fro ning: Chronik, S. 103. 25. 8) Stammbuch, S. 433. 4) Bleicher, Statistische Beschreibung, 2, Band, S. 247, Anm. 281. _ 5> Inschriften, Einleitung, S. XXXII ff. s. a. Sterbestatistik (später). 6) Besteuerung, S. 231. 7> Daselbst. Stadtarchiv, Ugb. D. 7, s. a. Bücher, S. 570 und 'Kracauer, Festschrift, S. 322. 9) Festschrift, S. 322, Anm. 1. gaben enthalten zu sein, aus denen in zuverlässiger Weise die Seelenzahl zu berechnen wäre. Die Visitatoren hatten die Aufgabe, zu prüfen, ob die Juden die Vorschriften beobachteten, die der Rat für sie erlassen hatte. Diese Verordnungen bezogen sich besonders auf die Zahl der Juden und auf die Bauart ihrer Häuser. Die Visitationen fanden nicht regelmäßig nach bestimmten Zeitabschnitten statt sondern immer dann, wenn die Juden bei dem Rat angeklagt wurden, die Bestimmungen nicht eingehalten zu haben; oder wenn der Rat eine dahingehende Vermutung hatte. Für das Jahr 1709 stehen sich die Angaben von Bothe1) und Kracauer2) gegenüber. Letzterer hat in der Visitationsliste 3024 Personen gefunden, erster er hingegen nur 3019 Personen, Infolge der Verschiedenartigkeit der Klassenbildung bei beiden ist es nicht möglich zu finden, über welche Gruppen sie verschiedener Meinung sind. — Die meisten Abweichungen in den verschiedenen Quellen finden sich für das 19. Jahrhundert. Hier zeigen sich die verschiedensten Zahlen und es muß nun versucht werden, an Hand des Materials, das den einzelnen Aufstellungen zu Grunde liegt, die Unterschiede zu verstehen und die wahren Zahlen zu finden. Wir haben hier drei Arten von Quellen zta unterscheiden: L T)ie für die Zwecke der israelitischen Gemeinde aufgestellten Listen. Solche sind erhalten aus den Jahren 1806—07, 1808 und 1817. In den ersteren sind die Qemeindemitglieder verzeichnet ohne Rücksicht darauf, ob sie die Stättigkeit erlangt haben oder nicht und ohne Berücksichtigung des Wohnortes. Die entsprechenden Angaben finden sich in den besonderen Spalten. Am Ende des letztgenannten Buches finden sich summarische Zusammenstellungen als Ergebnisse der Volkszählungen vom 1. Januar 1848, vom 1, September 1852 und vom L Juli 1858. Die Originale scheinen nicht mehr vorhanden zu sein. Die 2. Quelle ist die amtliche Statisiik. Sie finden wir in den Quellenwerken der Statistik der Stadt Frankfurt. Schließlich finden sich häufig einzelne Er- 1) Beiträge, S. 70 f. 2) Festschrift S. 323. r ......- - r

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