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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1925-01-01 · Heft 2 · p. Seite 14

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1925) (Neue Folge)
Issue
Heft 2
Date
1925-01-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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14 - Statistik der frankfurter Juden bis zum Jahre 1866. Ein Versuch historischer Bevölkerungsstatistik. Von Dr. Josef Unna. Der nachstehende Artikel ist die teilweise verkürzte Wiedergäbe aus einer Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde an der staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt/M. Die Redaktion. Untersuchen wir zuerst, welche Hilfsmittel bei der Betrachtung dieses Stoffes zur Verfügung stehen. Was die archivalischen Quellen anlangt, so muß von vornherein betont werden, daß wir keine für die ganze Zeit sich erstreckenden Aufschlüsse besitzen. An erster Stelle sind die Akten zu nennen, die sich im Frankfurter Stadtarchiv finden: die Rechnungs-, die Beede- und die Schätzungsbücher der Stadt. Aus ihnen läßt sich die Zahl der Steuerzahlenden und daraus die der Einwohner überhaupt berechnen. Ebenso sind sie zur Aufstellung von Berufslisten wichtig. Es finden sich unter anderem in den neuesten Rubriken: » IPi « _ nahmen von den Juden" und „Hauszinsen der Juden", Aus den letzteren ist für unsern Zweck die Rubrik „Beede und Schätzung der Juden"1) von Bedeutung. — Das sogenannte „Judenbronnenrohr" ist ein Verzeichnis sämtlicher in den Jahren 1593—1717 geschlossenen Ehen. Eine Fortsetzung ist für die Jahre 1795—97 vorhanden.2) Es mußte bei jeder Eheschließung der Juden von den Heiratenden eine Röhre zum Springbrunnen auf dem Samstatrsbenz crecreben werden. Ö ö C5 ~ Ö Später wurde ihnen auf Gesuch der Baumeister eine Abgabe von 4 Goldgulden an Stelle der Röhre auferlegt — Weiterhin besitzt das Stadtarchiv das israelitische Bürgerbuch vom Jahre 1824 sowie sämtliche übrigen Akten, die im Repetitorium B 49 genannt sind, Sie können hier nicht einzeln aufgegeführt werden. Sehr wertvoll waren noch die Senatsprotokolle. 1) s. hierüber: Bücher, S. 541 ff. 2) Es stand mir bei der Bearbeitung nur eine Abschrift zur Verfügung, die die israelitische dem df"i g%Ä <r> V» rtr> > 4-ni4vJLlllV-iUVJtt U\,^IL£, t Die Vermutung, die Quellen der Israelitischen Gemeinde seien sehr zahlreich, entspricht nicht den Tatsachen, Im Gegenteil: Es Ist nur wenig Material aus früheren Jahrhunderten vorhanden. Wir werden diese Tatsache sehr verständlich finden, wenn wir hören, daß die Frankfurter Juden dreimal aus dem Stadtgebiet fliehen mußten; in den Jahren 1241 und 1349 nach der sogenannten ersten bzw. zweiten „Judenschlacht" und im Jahre 1614 nach dem Fettmilch'schen Aufstand. Zu diesen Gründen kommt noch, daß die beiden großen Brände der Jahre 1711 und 1721 viel wertvolles Material vernichteten. Außerdem werden in den Jahren 1780 und 1794 kleinere Brände in der Judengasse erwähnt, bei denen vielleicht auch Gemeindebücher und anderes verbrannten. — Es sind trotzorhanden: 1. Die Populationslisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts. 2. Das Hebammenbuch, in das für die Jahre 1748—85 von einer Hebamme sämtliche Geborenen eingetragen wurden. Das Geburtsregister seit 1808. Das Sterberegister seit 1709. Das ,?Memorbuch--5 in welchem die Sterbefälle in der Gemeinde verzeichnet sind. Es beginnt mit dem Jahre 1629. 6. Die Tagebücher der Gemeindediener. Einzelne Akten werden an ihrer Stelle erwähnt bzw.. eingehender besprochen werden. Ferner besitzt noch die hiesige Israel 1tische B e e r d i g u n gs br u d e r sc h a f t ein mit dem Jahre 1624 beginnendes Register sämtlicher in Frankfurt vorgekommenen Todesfälle unter den Juden; es reicht bis 1828. Der erste Teil dieses Buches, der die Jahre 1624—80 umfaßt, wurde im Jahre 1914 von meinem Vater, mit Uebersetzüng und Erläuterung versehen, herausgegeben.3) Betrachten wir nun die Statistik der jüdischen Bevölkerung Frankfurts im einzelnen bis zum Jahre 1866, muß vorausgeq *~Tm 4. 5. 1) s. Sterbestatistik. (Der Ausbruch des Krie ges verhinderte die Herausgabe de Rö*...„ „ uauuv. jj ■wsJHhKsi^ri J«J«M.« VS li-U ^.»o.

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