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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1925-01-01 · Heft 1 · p. Seite 30

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1925) (Neue Folge)
Issue
Heft 1
Date
1925-01-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
Language
German
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30 — uns scheinbar dasselbe Resultat wie im Ansiediungsrayon: das viel größere Gelingen der jüdischen Streiks; (bei Borochow 63^ gegenüber 7—49%: in Palästina: 75^ gegenüber 25—30%, ausgenommen das industriell schwach entwickelte Rumänien). Und doch liegen die Unterschiede klar zu Tage. Ein Beispiel.- Borochow weist darauf hin, daß schon in den Fabrikstreiks die Arbeiter nur in demselben Maße gewannen wie im übrigen Europa und nur in den Handwerkstreiks so bedeutend; aus der Tabelle X geht dagegen hervor, daß das Gelingen in den Fabrikstreiks in Palästina nur um Weniges geringer war als in den Handwerkstreiks und viel mehr als in Europa. Wir weisen noch einmal auf den entscheidenden Grund dieses Unterschiedes hin: die durch bestimmte soziale und psychologische Tatsachen verursachte außerordentliche Organisierung der Arbeiterschaft in Palästina; auf diese Ursachen, so wichtig und interessant sie sind, hier einzugehen, würde zu weit führen. Aus den folgenden Abschnitten über die Gründe der Streiks wird auch hervorgehen, daß die Arbeiterschaft Palästinas trotz ihrer starken Organisierung noch um Rechte kämpft, die In andern Ländern längst errungen sind (es gibt bisher kein einziges Arbeiterschutzgesetz); auch dies macht ein größeres Gelingen der Streiks erklärlich, da das moralische Gewicht der Kämpfe mehr auf Seite der Arbeiter in solchen Fällen ist. cji oie Gründe der Streiks. Bei der Bearbeitung der Gründe der Streiks beschränken wir uns im wesentlichen darauf, den entscheidenden Grund des Streiks anzugeben und nicht die Nebengründe und Forderungen, die fast immer zugleich aufgestellt wurden; in manchen Streiks mußten wir aber Lohnforderungen und Zeitverkürzung als gleichwertige Gründe in Betracht ziehen Unter „Verschiedenes" wurden z. B. Streiks eingerechnet, deren Gründe mehr oersönlicher Natur waren (Beleidigung eines A > w w Arbeiters zum Beispiel, ferner mehr allgemeine Streiks gegen die Stadtverwaltung aus ökonomischen Gründen, z. B. Steuer auf Fuhrwerk und Streik der Fuhrleute deswegen). Wenn wir die obenstehenden Rubriken zusammenfassen nach Angriff- und Abwehrstreiks, ergibt sich, daß waren: Abwehrstreiks der Arbeiter: 38Streiks mit 1384 Arbeitern (35 % der Streiks, 37,5% der Streikenden); Angriff Streiks der Arbeiter: 71 Streiks mit 2333 Arbeitern (65 % der Streiks, 62,5 % der Streikenden); Aus dem Buch von Borochow geht hervor, daß im Ansiedlungsrayon ebenfalls 65 % der Streiks — Angriffstreiks — der Arbeiter waren. Die anscheinende Gleichheit erweist sich aber bei näherem Hinsehen als scheinbar; darüber weiter unten. Tabelle XIII ergibt, daß die größte Zahi der Streiks Streiks für Erhöhung des Lohnes waren; an zweiter Stelle Streiks für Anerkenn unpvon Institutionen der Arbeiter- . - . schalt durch Arbeitgeber und für Anerkennung des Betriebsrats. Auch die Abwehrstreiks .«s gegen Lohnherabsetzung nahmen einen erheblichen Platz ein; an diesen Streiks beteiligten sich mehr Arbeiter pro Streik als in den Angriffst! eiks und auch ihre Dauer war eine längere; der Abwehrkampf der Arbeiter war also schwieriger und die Kampffühnmg der Arbeitgeber hartnäckiger als in den Angriffstreiks. Gerade in den größeren Betrieben ist dieser Kampf aber für den Ar-

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