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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1925-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1925) (Neue Folge)
Issue
Heft 1
Date
1925-01-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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8 früheren Periode sehr leicht durchzuführen ist. Da sehen wir nun, daß in diesen beiden Ländern der Prozentsatz der Juden abgenommen hat, in Galizien um Vs und in Kongress-Polen um Viel mehr hat der Prozentsatz der Juden in der Ukraine abgenommen, nämlich von 9,1 % auf 6,9 Wir haben in dieser Tabelle den Anteil der Juden zur Zeit der letzten Volkszählungen in Polen und der Ukraine berechnet. Zweifellos aber ist in den paar Jahren seit den Zählungen der Prozentsatz der Juden noch mehr gesunken. Der Grund liegt darin, daß in der Ukraine der natürliche Zuwachs der christlichen Bevölkerung in den letzten Jahren fast gänzlich im Lande geblieben ist, in Polen zu s/4 oder noch mehr. Bei den Juden in Polen hingegen ist fast der gesamte natürliche Zuwachs der jüdischen Bevölkerung in den wenigen Jahren ausgewandert und tZJ in der Ukraine hat die jüdische Bevölkerungtf V_jr von 1920 bis 1925 absolut abgenommen. Ganz anders ist die Lage in den Vereinigten Staaten. Wir haben sechs Staaten herausgegriffen, die 79 % aller Juden in den Vereinigten Staaten umfassen und sehen, daß im Jahre 1907 die Juden dort 5,2 % der Gesamtbevölkerung ausmachten, im Jahre 1920 bereits 7,4 %, das bedeutet eine Zunahme um mehr als 2/6. Nimmt man die Stadt New-York besonders, so sieht man, daß dort im Jahre 1907 die Juden 7s der Gesamtbevölkerung ausmachte, im Jahre 1920 bereits Ve- Daraus geht hervor, daß die Juden in größerem Maße von den bereits ausgebildeten jüdischen Zentren angezogen werden als die anderen Völker. Die Entwicklung des preußischen UolHsscliuIwesens unter besonderer Berücksichtigung r*$\ <Mit>. u.a m « «■ cJhE ae 4ä §jä jfiv tt**. 3k fi nr j«k *Sslo be JtL am -S» «KSfUHiS iSHMBPrs««S? ralio^Igvn^ Das gesamte deutsche Schulwesen befindet sich in einer Periode tieigreüender Umgestaltung. Die Republik ist auf dem Wege, die konservativen Gedanken der Kaiserzeit aus der Schule zu bannen und ihre eigenen freiheitlichen Ideen im republikanischen Geiste zu verbreiten. Gerade im Schulwesen tritt der Unterschied zwischen Vor- und Nachkriegszeit augenfällig in Erscheinung, wie wir bald sehen werden. Des Verständnisses halber müssen wir auf die Verhältnisse der Vergangenheit zurückgreifen, bevor wir den ^-J> augenblicklichen Stand des Volksschulwesens einer Betrachtung unterziehen. Vor dem Kriege war die konfessionelle Schule in Preußen die Regel, die Simultan- Von Herbert Philippsthal, Berlin. oder paritätische Schule die Ausnahme, d. h. der Religionsunterricht wurde nur in einer Konfession als einem der Hauptgegenstände von Lehrern erteilt, die dieser Konfession angehörten. Simultanschuie geschieht die religiöse Unterweisung für die nen Konfessionen nach Bedürfnis, .r-h;^Ai ohne daß von den Lehrern die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession verlangt wird). Der konfessionelle Charakter des preußischen Volksschulwesens vor dem Kriege geht aus der Verfassungsurkunde hervor, die im Artikel 24 ausdrücklich betont, daß bei der Errichtung öffentlicher Volksschulen die konfessionellen Verhältnisse möglichst berücksichtigt werden sollen. Demgemäß war

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