Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 5-6 (August 1924)
- Date
- 1924-08-01
- Page
- Seite 122 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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- 122 — minimalen Einwanderung osteuropäischer Juden nach den Ver. St. zu rechnen. Während die amerikanische Immigrationsbill v n 1921 die Immiprationsauote auf 3 % der o> i im Jahre I9i0 in den Ver. St. wohnenden Angehörigen des betreffenden Landes festsetzte, führte die im Jahre 19243) in Kraft getretene Bill eine noch viel weitgehendere Beschränkung ein. Es sollen demnach nur noch 2 % der im Jahre 1890 in den Ver. St. wohnenden Angehörigen des betreffenden Landes Einlaß nach den Ver. St finden. Maßgebend für die Zugehörigkeit zu den einzelnen Ländern ist dabei nicht die Staatsbürgerschaft, sondern der Geburtsort. Da die Einwanderung aus Osteuropa erst am Anfang dieses Jahrhunderts ansehnlichere Dimensionen angenommen hatte, und im Jahre 1890 noch sehr gering war, hat die neue Immigrationsbill naturgemäß eine ganz besondere Verminderung der osteuropäischen Einwanderung zur Folge. Die Immigrationsquoten der für die jüdische Auswanderung hauptsächlich in Betracht kommenden Länder betragen nach dieser Bill: Polen 5982, Rußland 2248, Rumänien 603, Litauen 344, Lettland 142, Estland 124 insgesamt 9443. 3) Eine weitere Beschränkung, der amerikanischen Einwanderung tritt nach den Bestimmungen dieses Gesetzes am 1. Juli 1927 in Kraft. Innerhalb der betreffenden Immigrationsquoten (bis zu 50 %) bekommen in erster Reihe Einreisevisa nahe Verwandte (unverheiratete Kinder unter 21 Jahren, Eltern, Eheleute) amerikanischer Staatsbürger, sowie landwirtschaftliche Arbeiter. Außerhalb der Quoten („non-quota immigrants") dürfen nur Frauen und unverheiratete, minderjährige (unter 18 Jahren) Kinder amerikanischer Bürger, Ausländer, die in den Ver. St. bereits gewohnt haben und nach kurzer Zeit zurückkehren, Einwanderer, die in Amerika geboren sind, Geistliche, Hochschullehrer und Studenten nach den Ver. St einwandern. Während noch im Jahre 1921 805 228 Einwanberer Einlaß nach den Ver. St. fanden, umfaßt die jährliche Gesamtquote nach dem Gesetze von 1924 nur 164 568 Seelen. Von der 9 443 Seelen betragenden Immigrationsquote der jüdischen Auswanderungsländer werden nur wenige tausend, vielleicht nur einige hundert auf die jüdische Bevölkerung der betreffenden Länder entfallen. Auch unter Hinzurechnung der „non-quota immigrants" wird die Zahl der jüdisch-amerikanischen Einwanderer verschwindend gering sein. Das Land, welches seit 1881 nahezu drei Millionen jüdischer Wanderer aufgenommen hat, schaltet somit für absehbare Zeit als jüdisches Immigrationszentrum fast gänzlich aus. Die Juden In polnto Von J. Koralnik Zurzeit ist die Schulfrage eine der brennendsten und interessantesten Fragen im jüdischen Leben Polens. Die junge polnische Republik beginnt in der letzten Zeit immer energischer die Wege der zaristischen Regierung zu beschreiten und verschließt der jüdischen Jugend die Pforten der Schule. Besonders aufschlußreich hierüber ist das eben Nittelschulen. , Berün-Grunewald. Material, das die polnische statistische Verwaltung jüngst über den Stand der polnischen Schulen veröffentlicht hat.*) Wir bringen hier nur die neuesten Mit- *) Rocznick Statystyk Rzeczypospoüty Polokiej 1. u. 2. Jahrg. 1920/22 "und 1923," Warschau 1923/24,