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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-08-01 · Heft 5-6 (August 1924) · p. Seite 103

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 5-6 (August 1924)
Date
1924-08-01
Page
Seite 103 (sequence 13)
Language
German
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- 103 an dritter Stelle kommt; bei den ersteren folgen dann die Todesfälle durch Ertrinken und durch äußere Gewalt, die bei den Juden die umgekehrte Reihenfolge einhalten. Wesentlich anders ist die Häufigkeitsskala bei den Katholiken. Hier folgen auf das Erhängen der Tod durch Gift, im Wasser, durch Schußwaffe und durch äußere Gewalteinwirkung. Ein ganz anderes Gesicht zeigt unsere Statistik, wenn wir die Frauen der verschiedenen Konfessionen einander gegeni*ikorctp11 on hiAr ctpht Hae t^n Koi aUan |A. KT WA «-» V W AA . , AAAWA OWWaaI. MMW W Ä * * h W A A A-' A U.AA\~AA Glaubensbekenntnissen den anderen Todesarten voran; dann folgen bei den Juden der Tod durch äußere Gewalt, bei den Katholiken das Ertrinken, bei den Evangelischen das Erhängen; an dritter Stelle bei den Juden das Erhängen, bei den Katholiken der Tod durch äußere Gewalt, bei den Evangelischen das Ertrinken, Ein Vergleich der Geschlechter ergibt die bemerkenswerte Tatsache, daß nicht nur die Vergiftungen, sondern auch der Tod durch Ueberfahrenlassen und durch Sturz aus der Höhe von den Frauen bevorzugt wird. Bei den durch Giftwirkung hervorgerufenen Selbstmordfällen steht das Leuchtgas allen anderen Mitteln weit voran; am nächsthäufigsten wird.Sublimat gewählt. Beliebte Gifte sind weiterhin Lvsol, Morohium. mi ' M. > Salzsäure und Blausäure. Von den Schlafmitteln findet am meisten das Veronal zu c.**'.A~\— "_____-■___. \j________„j____ tr«„ .4»« auiwmQiC'I Z.-WCCKCI1 VC! WCuUUiiy, V Uli UCIi 194 Todesfällen durch Gift blieb nur bei 20 das Mittel unbekannt. Aus der Wahl der Todesart läßt sich nur ausnahmsweise ein Rückschluß auf die psychische Verfassung des Selbstmörders ziehen. Gewiß sind in allen Fällen, wo ein umständliches und grausames Verfahren gewählt wird, Zweifei an dem Geisteszustand des Täters erlaubt. So werden die Fälle, in denen sich ein Mensch mit Petroleum oder Benzin übergießt und anzündet, in dieser Hinsicht immer zu denken geben. Andererseits kann uns, wie wir weiter unten noch sehen werden, die Wahl einer populären Todesart niemals zu dem Schluß berechtigen, daß wir es in einem solchen Fall mit einem psychisch intakten Individuum zu tun haben. In allen Fällen von Selbstmord drängt sich dem Untersucher die Frage auf: Was war das Motiv zur Tat, was war ihre Ursache? Motiv und Ursache sind keineswegs gleichbedeutend. Unter Motiv verstehen wir die im Bewußtsein des Täters auftretenden Gründe seines Handelns; unter Ursache die treibenden Kräfte, die sehr oft dem Täter nicht zum Bewußtsein kommen. Die Statistik gibt im allgemeinen uns nicht die Ursachen einer Erscheinung, sie regt uns höchstens dazu an, den Ursachen nachzuforschen. Wäre dem nicht so, so wäre die Statistik nichts anderes als ein ödes Spiel mit Zahlen. Eine Erscheinung wie der Selbstmord, die dem natürlichsten aller Triebe» dem der SelbsterhaltutiP1 konträr enterp.trena-esetzt ist. ver- ------------o O ~ö o - - -7 langt vor allem nach der Aufdeckung der Gründe, die einen unseligen Entschluß zur Tat reifen lassen. Und besonders bei den Juden, deren in allen Stürmen und Nöten der Vergangenheit bewiesene Lebensfreudigkeit innerhalb weniger Generationen einem uns sonst unbegreiflichen Ueberdruß am Dasein Platz gemacht zu haben scheint. J J « TT ■* _ jj__/~» «« j ___ _ 4; t_ _ J8 _ - . * jener üifü u^ssensn ocs ^cidsiu^uiuuci iicii Juden ist viel geschrieben worden. Als einen der wichtigsten Gründe für die unverhältnismäßig hohe Selbstmordziffer bei den Juden hat man das Leben in der Großstadt hervorgehoben Sind doch die Städte, wie Masaryk meint, die eigentlichen Brutöfen der geistigen Zerrüttung, da die Ueberanstrengung, zu welchen die Konkurrenz zwingt, nur zu oft in Verbindung mit einem zügeliosenLebensgenuß zu einerErschütterung des Nervensystems führt. Die Abwanderung

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