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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-08-01 · Heft 5-6 (August 1924) · page 1

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 5-6 (August 1924)
Date
1924-08-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Erscheint alle 2 mortale. Abonnementspreis für das ganze Jahr 10,— M.? für M 1 ß ii**.** su* <*s lol**» % . V IMtlJA pig Zu beziehen durch den Verlag Max Schildberger, Inhaber Arthur Schlesinger, Berlin W 62, Schillstrasse 3 oder durch sämtliche Rur-Vifi o nrHn n o-om g i gel I ijgjl »~-■ IUI UUlUUl|lU|Jlli %ff M Herausgegeben vom Bureau filrstatistik der luden, Berlin €2, Sdirfifleituitg: Dr. Jacob §€gall, Berlin. =■ 1. Jahrg. (Neue Folge) August-DezcntSicr 1924. lieft Nr. 5 6 INHALT: Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden. I. Abhandlungen: Dr. med. Max Sichel, Frankfurt a. M.: Der Selbstmord bei den Juden — einst und jetzt — Sch. Rudel, Berlin: Die jüdische Wanderfürsorge in Deutschland im letzten Jahrzehnt. — Dr. Michael Traub: Moderne jüdische Wanderungsbewegungen (1915—1923). — J. Koralnik, Berlin-Grunewald: Die Juden in polnischen Mittelschulen. Nachdruck der Abhandlung ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Der Selbstmord M den Juden — einit und jetzt.*) Von Dr. med. Max Sichel, Frankfurt a. M. Mag man noch so oft die Nachtseiten des Lebens geschaut haben, immer wird der Anblick eines Selbstmörders in uns ein geheimes Grauen erwecken. Selbst der Arzt, der von Berufswegen tagtäglich mit den Mühseligen und Beladenen zu tun hat, kann sich oft einer inneren Regung nicht erwehren, wenn er einem Menschen gegenübersteht, der durch eigene Hand aus dem Leben geschieden ist. Die wachsende Zahl der Selbstmörder in unseren Tagen lenkt die Aufmerksamkeit von neuem auf ein Problem, das denkende Geister zu allen Zeiten beschäftigt hat. Bei den Juden vollends, die den traurigen Vorzug besitzen, in der Selbstmordstatistik der Gegenwart an führender Stelle zu stehen, veranlaßt der Gegensatz *) Nach einem Referat, gehalten im Oktober 1924 in der Frankfurter Arbeitsgemeinschaft für Statistik und Demographie der Juden. von einst und jetzt zu einer besonderen Betrachtung der Tatsachen sowohl wie der sich an sie knüpfenden Fragestellungen. Im alten Israel war der freiwillige Tod ein so ungewöhnliches Ereignis, daß man in der hebräischen Sprache vergeblich nach einem besonderen Wort für den Begriff „Selbstmord" sucht. Nur von fünf Selbstmordfällen weiß die Bibel zu berichten. Am bekanntesten unter ihnen ist der Tod des Königs Saul, der sich in sein Schwert stürzt, um nicht in die Hände seiner Feinde zu fallen. Nicht weniger tragisch ist das Ende des geblendeten Simson, der noch im Tode an den Philistern Rache nimmt. Etwas häufiger begegnen wir dem Selbstmord im Talmud, der auch zu den in der Bibel verzeichneten Suicidfällen, namentlich zu Sauls freiwilligem Tode Stellung nimmt, Bezeichnend für die Selbstmordkasuistik des

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