Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 3-4 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 89 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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— 89 — besteht. Die Folgen davon wären einfach nicht abzusehen. Schon die bloße Ankündigung eines solchen Schrittes dürfte das Vertrauen zur ägyptischen Währung stark erschüttern. Eine Inflation könnte folgen; zumal Aegypten ein teures Land ist und auch sein Handel durch einen Valutafall, zunächst wenigstens, eher Nutzen als Schaden haben würde. Palästina gegenüber ist Aegypten natürlich nicht die mindeste Verpflichtung eingegangen. Eine Entwertung der ägyptischen Valuta müßte für dieses arme Land, dessen Import viermal so groß ist wie der Export, geradezu mit einer Katastrophe endigen. Von diesem Gegenstand handelt die „Currency Reform", deren Verfasser, S. H o o f i e n , Generaldirektor der Anglo- Palestine-Company, als bester Kenner der Materie in Palästina gilt. Er erörtert das Problem von seinen verschiedenen Seiten, positiven und negativen, übt Kritik am jetzigen und macht Vorschläge für einen neuen Zustand. Diese Studie, die zugleich als Broschüre herausgegeben, im In- und Auslande stark verbreitet und auch von der Presse ausgiebig benutzt wurde, machte den Gedanken p o p u 1 ä r. Die Regierung ernannte eine Kommission zur Prüfung der Frage, deren Vorschläge sie akzeptierte. Als Herbert Samuel im vergangenen Sommer nach London fuhr, nahm er den Kommissionsbericht mit, dem auch das Colonial Office die Zustimmung gab. Grundsätzlich ist beschlossen worden, daß Palästina seine eigene M ü n z e haben soll. Es bleibt nur noch die Frage der Deckung. Diese soll nun so geregelt werden, daß von der längst von der englischen Regierung in Aussicht gestellten Anleihe von 3V2 Millionen Pfund, 1 Million in Depot genommen und als Deckung benutzt werden soll für die von der palästinesischen Regierung auszugebenden Noten. Nur die letzten politischen Ereignisse in England verzögerten die endgültige Erledigung der Angewohnheit Nun OO ö <3 ' ö O wäre natürlich alles nicht so glatt gegangen, wenn nicht die Regierung der Sache große Sympathien entgegengebracht hätte. Herbert Samuel namentlich trat für die Schaffung einer eigenen Palästina-Münze ein; schon im Frühjahr 1921, noch ehe er zum High Kommissioner ernannt wurde und in Palästina als Tourist weilte, berichtete er in diesem Sinne an die englische Regierung, Aber es ist doch mehr als bloßer Scherz, wenn eine hohe Persönlichkeit zum Verfasser der „Currency Reform" sagte, er werde in der Geschichte als der Vater der Palästina-Währung fortleben. Die Hoofiensche Broschüre bildete den Anfang einer Broschürenserie, in der Einzelfragen der Palästina-Wirtschaft zur Behandlung gelangen sollen. Seitdem sind zwei weitere Broschüren erschienen, eine, die das Industrieproblem in Palästina, die andere, die den Orangenhandel in Jaffa behandelt. Zweck dieser Sammlung ist, auch solchen Leuten, die zwar nicht für alle im Bulletin behandelten Gegenstände, wohl aber für bestimmte Probleme der Wirtschaft Palästinas Interesse haben, Gelegenheit zu geben, sich über das für sie Wissenswerte in einwandfreier Weise zu informieren. Auch die Broschüren erscheinen in englischer und hebräischer Sprache. Die monographischen Studien, die auf knappem Raum eine nahezu erschöpfende Behandlung einer bestimmten Frage bieten, haben allenthalben großes Interesse gefunden, sodaß die ökonomische Gesellschaft den Beschluß gefaßt hat, der Broschürenausgabe in Zukunft eine ganz besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Auch durch gründliche Aufklärung