Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 3-4 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 88 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 88 — ökonomische Gesellschaft das sich gesteckte Ziel vornehmlich dadurch erreichen konnte, daß ihr die I c a, in Würdigung der Wichtigkeit der Aufgabe, die nötigen Mittel zur Ausführung des Planes zur Verfügung gestellt hat. Die Ica hat dadurch ihren vielen Ruhmestaten im Dienste des jüdischen Volkes eine neue wertvolle Leistung hinzugefügt). Die Ergebnisse der Statistik fanden ihre Veröffentlichung im „Bulletin", dem Organ, das sich die Gesellschaft für ihre Forschungen geschaffen hat. Fünf Hefte sind bereits erschienen, in einem Umfang von nahezu 700 Seiten. Eine seltsame, wenn nicht gar einzigdarstehende Erscheinung auf dem Gebiete der Wirtschaftsforschung Palästinas! Dabei ist zu bedenken, daß das Bulletin zweisprachig, Hebräisch und Englisch, erscheint, was natürlich erhöhte Mühen und Kosten verursacht. Letzteres ist freilich in Palästina nicht zu umgehen, wenn man auf die Oeffentlichkeit und zumal auf die Behörden Einfluß gewinnen will. Mit den erwähnten fünf Heften ist der erste Band des Bulletins zum Abschluß gelangt. In diesem Bande, der nur Originalbeiträge enthält, findet der Leser eine Fülle des wertvollsten Materials. Niemand, der das Wirtschaftsleben in Palästina kennen lernen und mit4 den wichtigsten Gegenwartsfragen dort sich vertraut machen will, wird gleichgiltig an diesen Publikationen vorübergehen können. So erschienen darin außer Abhandlungen, die die allgemeine Lage würdi- , gen, Untersuchungen zur Frage des Kredits, des Handels, des Hafenbaus, des Geld- und Verkehrswesens, des Zoll- und Steuerwesens, des Bau- und Industriewesens usw. Auch wertvolles Nachschlagematerial bringen die Hefte. So beispielsweise neben mannigfachen statistischen Angaben, von denen besonders die Einwanderungsstatistik hervorgehoben zu werden verdient, fortlaufende Nachrichten über die Zollgesetzgebung in Palästina sowohl als auch in dessen Nachbarländern. Sind die Arbeiten durchweg belehrenden Charakters, so haben einzelne nicht verfehlt, auf die Regierung direkt anregend zu wirken. Denn das ist das Bemerkenswerte in Palästina, daß dort der Ausfluß einer Tat viel schneller und stärker in die Erscheinung tritt. In diesem kleinen Ländchen sind die einzelnen Teile weit mehr als sonstwo in engem Kontakt miteinander, was zur Folge hat, daß eine Aktion, die in einem großen Staatswesen vielleicht völlig verpuffen würde, hier gleich zur Auswirkung kommt. Dies zeigte sich besonders deutlich bei der Studie über die Währungsfrage, über die angesichts der außerordentlichen Wichtigkeit des Gegenstandes, ein paar Bemerkungen folgen mögen. Palästina hat keine eigene Währung; dort zirkulieren ägyptische Münzen. (Als offizielles Verkehrsgeld erklärt durch Proklamation des Höchstkommandierenden der Okkupationsarmee vom 23. November 1917.) Nun besitzt auch die ägyptische Währung keine Golddeckung. Sie ist gedeckt durch englische Schatzscheine, die Aegypten erworben und in England deponiert hat, wobei eine von der englischen Regierung ernannte Kommission das Ausdrucken der ägyptischen Noten kontrolliert. {Daraus erklärt sich, nebenbei bemerkt, die in den ökonomischen Verhältnissen durchaus nicht begründeteErscheinung, daß das ägyptische Papiergeld unter pari steht und in der ganzen Zeit der Valutaschwankungen automatisch sank und stieg mit dem Wert des englischen Pfundes.) Inzwischen ist Aegypten ein souveräner Staat geworden, und es liegt im Bereich der Möglichkeit, daß es eines Tages auf die volle Geltendmachung seiner Hoheitsrechte auch bezüglich seines Finanzgebahrens