Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 2 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Tabelle 7. Auf je 100 000 Verbrechen und Vergehen . 1899/1902 1909/1910 1915 1916 Christen Juden Christen Juden Christen Juden Christen Juden 175 65 178 71 122 40,6 163 49 37 37 45 48 25,4 Zt»,0 24 1 C\ i 5? 0,9 n o 1,1 0,3 0,8 0,2 0,9 - 1,4 1,0 1,4 0,7 0,8 0,5 1,1 0,5 13,6 12,8 14,0 14,5 13,0 9,5 18 15,6 6. Sonstige Fälle von sträflichem 11,9 8,2 12,8 13,5 8,8 /"V fl *M r-j r\ (,\) rt 1-7 o,t 7= Sachbeschädigung......... 33?9 7,3 30,4 5,6 14,6 ' 3 0 «~r, ~ 13,9 2,1 \ I 1,6. 0,8 1,0 0,3 9S Sonstige Verbrechen und Verl 5,8 | 2,0 6,6 2,5 gehen gegen die allgemeine 3,9 1,6 1 3,9 2,2 bei ihnen eine ihnen eigentümliche Kriminalität, die in ihrer Berufsgliederung begründet ist. Außerdem gibt es aber noch andere nicht weniger wichtige Ursachen. Wir wollen die wichtigsten Gründe im folgenden aufführen, die auch von Ruppin bereits der ersten Nummer des Jahrganges 1905 angegeben worden sind: 1. der durchschnittliche größere Wohlstand bei den Juden vermindert bei ihnen den Antrieb, gewisse Verbrechen gegen das Vermögen zu begehen (Diebstahl, Unterschlagung, Raub, sträflicher Eigennutz). 2. die durchschnittlich größere Bildung bei den Juden hütet vor groben Gewalttaten (Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Sachbeschädigung, Arrestbruch, Verbrechen und Vergehen gegen die persönliche Freiheit). 3. die verschiedenartige Berufsgliederung der Juden und Christen, die außergewöhnlich starke Beteiligung der Juden am Handel, besonders in einzelnen Zweigen (Viehhandel, Lotterie-Handel, Geld- und Kredit-Handel), an der Journalistik und an der Literatur hat veranlaßt, daß bei den Juden die Verbrechen und Vergehen gegen die Konkursverordnung, gegen die Gewerbeordnung, gegen das Sonntagsruhegesetz, Viehseuchengesetz, der Wucher, die Nahrungsmitte!fälschung,Untreue bei derVerwaltung einer Aktiengesellschaft, Verbreitung unzüchtiger Schriften, verbotene Glückspiele, Urkundenfälschung, der Betrug, die Erpressung relativ zahlreicher sind als bei den Nichtjuden. Die höhere Bildung bei den Juden führt ferner dazu, daß sie das Duell-Verbot mehr übertretender Umstand, daß die Juden zumeist in großen Städten tirAlnnotl W KJULLK^Ll* hat ^1lr Pnlorp ÜU t £-/ W-C A JL. daß ganz besonders großstädtische Delikte bei ihnen mehr anzutreffen sind, so Kuppelei, Mithilfe bei Unzucht. 5. Der Antisemitismus führt bei den Juden zu gewissen Delikten wie Beleidigung. Trotz alledem bleiben immer noch einige Delikte zurück, für die es keine genügende Gründe gibt. Sie müssen ganz besonders untersucht werden. Für unseren Zweck genügte der Hinweis auf die wichtigsten Gründe, weiche die Unterschiede in der Kriminalität zwischen Christen und Juden aufklären. Zum Schlüsse bringen wir nachstehend Generaltabelle über die einzelnen Delikte. /4-I ck uiw