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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-03-01 · Heft 2 (März 1924) · p. Seite 38

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 2 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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Tabelle 6. Auf je 100 000 Verbrechen und Vergehen 1899/1902 1909/1910 1915 1916 Christen Juden Christen Juden Christen Juden Christen Juden i 1. Erpressung............ 1,1 2,0 1,1 2,2 0,5 0,9 r\ f* u,o ■i i 2. Betrug .'............. 43,6 82,0 43,0 93,4 21,1 44,9 20,8 39,8 3. Untreue und pflichtwidrigkeit in der Verwaltung einer Aktien- 1,7 4,1 2,5 6,7 0,8 2,4 0,7 1,8 4. Verfälschung v. Nahrungsmitteln O Q 0,0 6,8 7,1 10,8 6,3 13,0 7,9 14,0 5. Urkundenfälschung ....... 9,9 21,1 111 -*■>-»• 27,4 6,6 10,3 8,4 10,3 6. Betrügerischer Bankrott . . . ♦ 0,2 1,4 0,1 0,5 0,04 0,3 0,02 0,5 1,1 18,9 0,9 13,4 0,3 7,7 0,1 2,9 8. Sonstige Verbrechen und Vergehen geg. die Konkursordnung 0,2 1,2 0,1 0,4 0,06 a r u o 0,02 0,3 0,04 0,5 0,03 0,3 0,02 1,1 0,02 0,2 10, Vergehen inbez. auf Glücksspiele 2,6 9,4 6,9 17,6 1,2 5,0 0,9 2,9 11. Vergehen gegen das geistige 0,3 3,2 0,4 3,0 0,1 ' 0,6 0,06 0,3 12. Herstellung und Feilhaltung gesundheitsschädlicher Nahrungsmittel............ . , . 0,6 2,6 2,0 5,1 0,6 2=1 0,6 2,2 13. Verletzung der Vorschriften geg. | Viehseuchengefahr........ 2,3 12,3 1.3 2,2 3,3 1 22,9 3,3 35,1 Kriminalitätsziffer sehen wir hier bei folgenden Delikten: Betrug, Nahrungsmittelfälschung. Urkun- «—v * ' denfälschung und die Uebertrelung der Viehseuchenvorschriften. Im allgemeinen sehen wir, daß die Kriminalität bei den meisten Delikten aus verschiedenen Gründen gesunken ist. Hingegen hat der Krieg selbst zur Folge gehabt, daß in einigen Verbrechensarten die Kriminalität gestiegen ist. Besonders ist dies bei der Nahrungsmittelfälschung und der Uebertretung der Vorschriften gegen die Viehseuchen der Fall. interessant ist auch, wie gering bei den Juden die Kriminalitätsziffer des betrügerischen Bankerottes und des Wuchers ist. Auf 200000 Juden traf ein Fall von betrügerischen Bankerott und auf 500000 Juden ein Fall von Wucher. Zum Schluß noch einiges über die Verbrechen, an denen die Christen stärker beteiligt sind als die Juden. Es ist interessant, daß hinsichtlich der Unterschlagung und Hehlerei die Kriminalität der Christen verhältnismäßig viel mehr gewachsen ist als bei den Juden, nachdem sie früher ungefähr gleich groß war. o o Worauf sind die Unterschiede in der Kriminalität zwischen Juden und Christen zurückzuführen? Hierüber ist eingehend gearbeitet worden, * so insbesondere von Rudolf Wassermann, München, in seiner Schrift „Beruf und Kriminalität der Juden". Ebenso gibt es eine ganze Reihe von Aufsätzen in dieser Zeitschrift über diese Frage. Alle sind der Meinung, daß ein wesentlicher Zusammenhang zwischen der Berufsgliederung und der sozialen Schichtung auf der einen Seite und der Kriminalität bei den einzelnen Delikten auf der anderen Seite besteht. — Gerade bei den Juden läßt sich dieser Zusammenhang beweisen. Nach jeder Richtung hin sehen wir

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