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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-03-01 · Heft 2 (März 1924) · p. Seite 36

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 2 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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- 36 — Ordnung sich der Unterschied mit der Zeit zuungunsten der Juden geändert hat. In den Jahren 1899/1902 war hier bei den Juden die Kriminalität doppelt so groß, wie bei den Christen, 1916 aber fast viermal so groß. Was die „andern Verbrechen und Vergehen gegen die öffentliche Ordnung" anlangt, so ist dabei vor allem das Jahr 1915 interessant. Die ungewöhnlich hohe Kriminalität bei den Juden und Christen rührt davon her, daß man in diesem Jahre zu dieser Gruppe die Uebertretung des damals stehenden Gesetzes in bezug auf den Belagerungszustand hinzugerechnet hat. lieber die übrigen Delikte läßt sich nicht viel sagen, da die Ziffern sehr klein sind. Interessant ist auch die Gruppe: Verletzung der Militärpflicht. Vor dem Kriege waren die hierhergehörigen Ziffern weder bei den Juden noch bei den Christen klein. Im Kriege sehen wir umgekehrt, daß die Zahlen gesunken sind, und zwar infolge der strengen Strafe auf der einen Seite, und des gehobenen Verantwortlichkeitsgefülils auf der anderen Seite. In bezug auf das gegenseitige Verhältnis zwischen Christen und Juden sind wichtige Veränderungen nicht zu verzeichnen. Geringer ist die Zahl der Verbrechen und Vergehen der Gruppe I, bei weichen die Kriminalitätsziffer bei den Christen höher Tabelle 3. Auf je 100 000 Verbrechen und Vergehen 1899/1902 1909/1910 1915 1916 Christen Juden Christen Juden Christen Juden Christen Juden 1. Hausfriedensbruch........ 40,5 3,0 0,9 22,3 2,0 1,2 36 6 3,1 0,6 24,7 3,0 0,3 12,3 2,1 0,3 8,4 1,7 0,3 10,4 1,3 0,4 8,8 1,1 0,3 2. Arrestbruch ........, . . . 3. Falsche Anschuldigung ..... o © als bei den Juden ist. Aus der Tabelle ist zu ersehen, daß in Friedenszeiten die Kriminalität der Christen beim Hausfriedensbruch viel stärker war als bei den Juden. Während des Krieges hat sich das Verhältnis nahezu ausgeglichen. Vielleicht rührt es davon her, daß ein großer Teil der Elemente, die für diesen Delikt in Frage kommen, bei den Christen einberufen waren. Wenden wir uns nun der Gruppe II zu (Verbrechen und Vergehen gegen die Person) und betrachten auch hier zuerst jene Delikte, die bei den Juden mehr als bei den Christen vertreten sind. Tabelle 4. Auf je 100 000 Verbrechen und Vergehen 1899/1902 1909/1910 1915 1906 Christen Juden Christen Juden Christen Juden Christen Juden 5,6 97,8 7,1 132,4 6,4 92,2 7,2 130,2 4,5 39,4 6,7 53,8 3,6 35,5 5,1 51,7 An zwei Delikten sind die Juden stärker als die Christen beteiligt: Kuppelei und Zuhälterei sowie Beleidigung. \ i / .«-» ■» <r% r> V% y<k vvaa iuaucsondere das letztgenannte Delikt anbelangt, so zeigt sich, daß hier während des Krieges die Unterschiede zwischen der Kriminalität

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