Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1924-03-01 · Heft 2 (März 1924) · p. Seite 35

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1924) (Neue Folge)
Issue
Heft 2 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2650397-2650398-2650400--5111-2650503
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 35 — ungünstiger als die christliche; die verhältnismäßig größte Kriminalität entfällt seit 1915 auf die erste Gruppe. Der Unterschied zwischen der jüdischen und der christlichen Kriminalität hat sich in a~~* T^U^p« ranM rrpänHprt Tri rlpn loh ran Üdi *J£lIJlCll i^^iil v_ Ii i v AiA--- 1899/1902 war die Kriminalität der!. Gruppe bei den Juden stärker als bei den Christen, und zwar um 63 %. Im Jahre 1916 betrug der Unterschied bereits 151 %. in der II. Gruppe war im Jahre 1899/1902 die Kriminalität bei den Juden um 40 $ geringer als bei den Christen; im Jahre 1916 nur noch um 12 %. In der dritten Gruppe wird der Unterschied der Kriminalität zwischen Juden und Christen zeitweilig kleiner. In den Jahren 1899/1902 betrug er 16 %, im Jahre 1915 nur noch 8 im Jahre 1916 36^. Wenden wir uns nun den einzelnen Verbrechen und Vergehen in jeder besonderen Gruppe zu und betrachten zunächst jene, die eine stärkere Kriminalität bei den Juden als bei den Christen autweisen. Als Grundlage nehmen wir das Jahr 1916 üüu ziehen zum Vergleich die andern Jahre heran. Tabelle 2. Auf je 100000 Verbrechen und Vergehen 1899/1902 1909/1910 1915 1916 Christen 1 Juden Christen Juden Christen Juden Christen Juden 1. Hochverrat, Landesverrat, Maje- 0,6 0,3 0,4 — 0,2 0,3 0,1 0,8 2. Zuwiderhandlung gegen das 12,7 90,7 19,9 118 8,2 55 5,1 33,8 ö. Zuwiderhandlungen gegen die 21,0 44,7 15,9 48,9 9,7 39,9 5,6 21,9 4. Verbrechen und Vergehen gegen — — — — 144 144 75,8 200 5. Verletzung der Wehrpflicht . . . 17,1 38,4 9,9 25,3 2,0 * Ol %z 1,9 4,5 6. Andere Verbrechen und Vergehen gegen die öffentliche Ord- 34,8 17,0 34,0 18,4 71,7 125 12,0 12,9 7. Münz-Verbrechen und Vergehen 0,3 0,3 0,4 0,1 0,2 0,1 0,2 0,6 8. Andere Vergehen gegen die Eidespflicht............ 1,1 1,5 0,8 1,8 0,4 0,1 0,4 0,6 9. Vergehen gegen die Religion . . 0,6 1,2 0,3 0,4 0,2 0,9 0,2 0,5 Man sieht sofort, daß jene Delikte in dieser Gruppe, die bei den Juden eine hohe Ziffer aufweisen, vor allem mit dem Wirtschaftsleben verknüpft sind; z. B. die Nichtbefolgung des Sonntagsruhegesetzes, die Vergehen gegen die Gewerbe- Ordnung, Auch die Verbrechen und Vergehen gegen die Kriegsverordnungen, deren Uebertretung bei den Juden viel stärker war als bei den Christen, hängen zumeist mit Berufen zusammen, an welchen die Juden stark beteiligt sind. Bei den Vergehen gegen das Sonntagsruhe-Gesetz ist das gegenseitige Verhältnis der Kriminalität von Christen und Juden ungefähr dasselbe geblieben wie in den Jahren 1909/1910. In diesem Jahre war die jüdische Kriminalität sechs Mal so stark wie die christliche. Dagegen sehen wir, daß bei den Zuwiderhandlungen gegen die Gewerbe-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.