Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2650397-2650398-2650399--5104-2650495- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 28 - Leipzig Jüdische Studierende am der _____¥ "gö"Sö/«A Ui^ uuivcrsnai. iu»c;a|jää^ jl-st jl^/^v Suva» 1Q()A Ol JL jrJSfWFI *t M.9 Unter den 6239 Studierenden im Wintersemester 1919/20 und Sommersemester 1921 wurden prozentual gezählt: o Reichsdeutsche Reichsausländer Iii. w rn. evangelisch 91,85 89,34 43,08 katholisch 4,36 O f r* 6,00 o er cr\ LO,OV jüdisch 2,37 6,60 13.84? sonstige 1,42 0,51 17,49 Auffallend hoch ist der Prozentsatz der jüdischen Ausländer (13,84), der allerdings darauf zurückzuführen sein dürfte, daß 1910 bereits von 17 587 Juden im Freistaat Sachsen 10 360 Ausländer waren. Sehr hoch ist ebenfalls der Prozentanteil der jüdischen Studentinnen, der beinahe das Dreifache des Prozentsatzes der männlichen jüdischen reichsdeutschen Studenten ausmacht. interessant ist die Beteiligung der jüdischen Studierenden am Kriegsdienst. Von den 145 männlichen jüdischen Studierenden waren 88 60,7 % zum Heeresdienst eingezogen. Davon waren 15 ein Jahr im Felde, 29 waren 2 Jahre, 10 waren 3 Jahre, 12 waren 4 Jahre und 22 sogar 5 Jahre im Heeresdienst, d. h. 25% aller jüdischen Studenten waren während des ganzen Krieges eingezogen. Bei den evangelischen Studenten waren es 39 %. (Zeitschrift des Sächsisch Stat Landesamts, 68. Jahrgang 1922.) I3«ii Jmf*4ii*«tfi t ratasiiua s ArheiiersäiiiHiMvin Palä- ] stioa. Am 10. September 1922 waren in Palästina 16 554 Arbeiter. Darin sind enthalten Kleinhandwerker und selbständige Bauern, die ohne fremde Lohnarbeiter arbeiten, Arbeiter jeder Art, so Agrararbeiter, Eisenbahnarbeiter, Tischler. Schmiede. Metallarbeiter, Bauarbeiter usw., geistige Arbeiter, wie Aerzte, Lehrer, Zahnärzte, Ingenieure und Beamte. Wir bringen die Orte mit mehr als 100 Arbeitern: Jaffa (mit Tel-Awiv) 5065 (davon in Tel-Awiv 3757) Jerusalem 4597 Rechoboth 181 Haifa 1851 Gibath-Schoul 160 Petach-Tikhwah 452 Noel 378 t<m. . ..•__ o /"* C iioenas oou Rischon le Zion 253 Ethlith 211 Ain-Cherud 210 fvlikweh-Israei 154 Cheaderah 149 C 5 _1---„ T _ f -u \ Af\ OlLUIUIl-jaKUU 14U Scheorim 132 Tel-Joseph 109 Segriah 101 Wir, sehen, daß 70% (11513) aller arbeitenden Personen in den Städten Jaffa, Jerusalem und Haifa konzentriert sind. Von den 16 554 Arbeitenden waren beschäftigt in der Landwirtschaft 2608 15,6 % in der Bauarbeit 2196 13,3% bei verschiedenen gesellschaftlichen Arbeiten 1556 9,4%, als Beamte 1163 7,0%, als Lehrer und mit anderen freien Beraten ööü o,o %. (Organ der jüd. Arbeiter-Organisation in Palästina- Jerusalem 1923, Oktober, S. 150.) Berlin Austritte aus dem Judentum in Berlin von 1912-1922« Aus der nachstehenden Tabelle ist ersichtlich, daß die Ziffern in den einzelnen Jahren sehr verschieden sind. In den Kriegsjahren war die Zahl der Austritte niedriger als 200, im Jahre 1919 steigt sie mit einem Male ungeheuer an, indem sie 377 ausmacht, d. i. mehr als doppelt so viel als im vorangegangenen Jahr. Im Jahre 1920 beträgt die Zahl bereits 492, d. L die höchste Ziffer während der ganzen Periode, lihot* ri i o viri*- Ä 11 o-f-ri-f -f o 70 Va1 ^rt Koci+von Hör r\r\mA -f-Mf U^vi vAAV^ ¥¥ AI X~lUO U i LCO^iUllJ. V/11 JU/V^l VJ1UUU AUA die Abnahme des Austritts während der Kriegszeit liegt darin, daß sich infolge der Einberufung der Kreis von Personen, die für den Austritt in Frage kamen, verringerte. Das Anwachsen nach dem Kriege ist zweifellos eine Folge der Revolution. Insgesammt sind in den Jahren 1912-1922 in Berlin 2493 Juden ausgetreten, darunter 201 Kinder 8,06 %. Durchschnittlich 40 % waren Frauen. In manchen Jahren stieg ihr Anteil auf 40—50 %, im Jahre 1915 sogar auf 52 %. Interessant ist die Verteilung nach dem Beruf. Die Resultate der statistischen Zusammenstellung widerlegen die allgemein verbreitete Auffassung, daß der größte Teil der Täuflinge und Ausgetretenen den akademischen Schichten angehört. Wir sehen, daß unter je 100 erwachsenen Männern durchschnittlich in den Jahren 1912—22 31 % dem Handelsstande angehört. Diese Zahl entspricht ungefähr dem Anteil der deutschen Juden am Handel. Immerhin ist der Prozentsatz der Akademiker, der Beamten und der im freien Beruf stehenden recht bedeutend. Er beträgt 20 % und ist viel höher als der Anteil dieser Berufskategorie unter den deutschen Juden überhaupt Die Industrie ist mit 3 % vertreten. Hierbei muß aber ausdrücklich bemerkt werden, daß der größte Teil der hierher gehörigen Personen zu den sozial höhergestellten Schichten gehört.