Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— 23 - schlössen, so daß abgesehen von der Kürze der Fruchtbarkeitsperiode die Fruchtbarkeit noch oftmals aus pathologischen Gründen verringert ist (Venerische Infektionen vor der Ehe). 3. Mischehen werden zumeist aus folgenden beiden psychologischen Gründen " ^~ ~o * ** geschlossen, entweder aus reiner Liebe oder bloß aus praktischen Erwägungen und beide Gruppen sind derart, daß auch aus rein ökonomischen Gründen sie nicht allzuviel für eine große Nachkommenschaft übrig haben. 4. Die christlich-jüdische Mischehe ist meist ein Zeichen eines gehobenen gesellschaftlichen und intellektuellen Niveaus. Und auch dies ist ein Moment, welches gewöhnlich die Geburtenzahl mindert. (Fortsetzung ioigt.) Die Geistesstörungen der Juden (bearbeitet nach dem Material der Leipziger psychiatrischen Klinik in den Jahren 1909-1913). Von Dr. Rudolph Neustadt, Mülheim a. d, Ruhr, icvnnr 4J£/Ug. A 11 evtl er JL via*t - - ■ ~ Im Jahre 1910 machten die Juden in Leipzig 1,6% der Gesamtbevölkerung aus. Dieser Prozentsatz wurde auch für die Berichtiahre j angenommen. Aus nachstehender Tabelle I Tabelle I. In die psychiatrische Klinik wurden aufgenommen: Gesamtzahl der autgenommenen Juden Jahr I. Gesamtaufnahm pn II. Zahl d. Aufnahm. vuu rtiKuiiOüKern % der Alkoholiker % der Juden von I % der Juden von II Gesamtbevölkerung von Leipzig davon aufgenommen in % Gesamtzahl der Juden davon aufgenommen in % 1QHQ jl 868 771 ■ 0 JL 20.1 141,6 2,0 531 883 0,1 ca. 9 000 0,2 1910 952 780 18.1 141.5 1.8 585 665 0 1 v> ■*- 9 434 0,2 1911 946 802 15,2 181,9 2,2 595 710 0,1 ca 9 600 0,2 1912 1058 904 14,6 292,7 3,2 605 755 0,1 ca. 9 760 0,3 1913 901 779 13,5 171,9 2,2 615 800 0,1 ca. 9 920 0,2 geht hervor, daß im Durchschnitt der 5 Jahre die Juden 1,9% aller Aufnahmen in die psychiatrische Klinik ausmachten, also etwas mehr als ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht. Diese Zahl erhöht sich sogar auf 2,3% durchschnittlich, wenn man von der Zahl der Gesamtaufnahmen die alkoholischen Erkrankungen der Nichtjuden, die bis zu 20% ausmachen, abzieht. Diese Korrektur ist erlaubt, da alkoholische Erkrankungen bei Juden in diesem Zeitraum nicht vorgekommen und auch sonst aus äußeren Gründen sehr selten sind. 60% aller Erkrankten waren Kaufleute und deren Angehörige, was der allgemeinen jüdischen Berufsgliederung gut entspricht. Mit fast 19% folgen dann in weitem Abstand die Handwerker. Unter den 10 Angehörigen der freien Berufe sind 5 Studenten, Unter den Nichtjuden befinden sich im Verhältnis