Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1924) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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11 - Juden in denselben Bahnen verlaufen ist Immerhin hat, soweit bekannt, dieser Gegenstand bis jetzt noch nicht eine spezielle Beleuchtung gefunden, was vielleicht daran lag, daß ausreichende und geeignete Grundlagen für die Behandlung der Frage bisher nicht zur Verfügung standen. Die Möglichkeit, das Problem zu bearbeiten, soweit zunächst eine jüdische Großgemeinde in Betracht kommt, bietet die Statistik der Stadt Frankfurt a. M., die nach unserer Kenntnis der Dinge vielleicht diejenige deutsche Stadt ist, bei der die Religionszugehörigkeit bei der statistischen Aufarbeitung des Materials am meisten berücksichtigt wird. Ihre seit vielen Jahren erscheinenden „Tabellarischen Uebersichten über den Zivilstand der Stadt Frankfurt" bieten daher eine reiche Fundgrube für die Kenntnis der Bevölkerungsbewegung der Frankfurter Juden und haben das Material für weitere Bearbeitungen gegeben. Nachdem die Veröffentlichung der früher alljährlich erscheinenden „Tabellarischen Uebersichten über den Frankfurter Zivilstand" während des Krieges eingestellt wurde, ist nunmehr kürzlich eine solche wieder erschienen, die zusammenfassend sich auf die Jahre 1911—1920 erstreckt, also die ganze Kriegszeit umfaßt. Das Werk behandelt die Eheschließungen, Geburten und SterbefäHe und sondert diese in einer Anzahl Tabellen in den üblichen Beziehungen aus. Für wunsere Zwecke von Bedeutung sind bei dem Kapitel der Eheschließungen die Angaben über das Religionsbekenntnis der Eheschließenden, bei den Geburten die Aussonderung der Geborenen nach dem Religionsbekenntnis der Mutter mit Unterscheidung des Geschlechtes, wobei wir auch .die Ziffer der unehelichen Geburten ersehen, sowie auch die Zahl der Totgeborenen bei den ehelichen und unehelichen Geburten. Die Sterblichkeit mit Beziehung auf das Religionsbekenntnis gliedert sich nach Zahl der Gestorbenen, ihrem Geschlecht, ihrer Verteilung auf die Stadtbezirke und Stadtteile. Es wird ferner berechnet, wieviel der Gestorbenen nach auswärts gehören und mit unbekannter Wohnung verstorben sind. Dem Alter nach sind unter den Verstorbenen die Säuglinge und die Kinder unter 5 Jahren besonders ausgezählt. Einige Tabellen geben eine Uebersicht über die in den Krankenanstalten erfolgten Krankenaufnahmen und Sterbefälle, und wir ersehen aus ihnen die Zahl der in den jüdischen Krankenanstalten aufgenommenen und gestorbenen Kranken mit Ausscheidung nach den verschiedenen Krankheiten. Das uns zur Verfügung stehende Urmaterial ist also ein ziemlich reichhaltiges, wie es wohl von keinem statistischen Amt geboten wird. Es dürfte wohl ausreichen, um die Fragen zu beantworten, die wir uns gestellt haben. Die Ausdehnung der tabellarischen Uebersichten auf die Jahre 1911—1913 einerseits, andererseits auf 1914 bis 1920 ermöglichen uns außerdem einen Vergleich mit der Vor- und Nachkriegszeit zu ziehen, wobei wir für die Vorkriegszeit auch gelegentlich ältere Daten heranziehen werden. Da für das Jahr 1921 und 1922 seitens des statistisch en Amtes weitere tabellarische Uebersichten publiziert wurden, können wir auch diese Jahre noch in unsere Betrachtungen einbeziehen. Naturgemäß werden wir, um etwaige Besonderheiten der Frankfurter jüdischen Bevölkerungsbewegung kennen zu lernen, Vergleiche ziehen mit der allgemeinen Bevölkerungsbewegung Frankfurts, und soweit uns Daten zur Verfügung stehen mit der anderer jüdischer Bevölkerungskonglomerate außerhalb Frankfurts. Bemerken möchten wir, was die Zahlen der nachfolgenden Betrachtungen anlangt, daß die tabellarischen Uebersichten durchweg