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Volk und Land · 1919-11-27 · Heft 48-49 (27.11.1919) · p. Seite 1553-1554

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 48-49 (27.11.1919)
Date
1919-11-27
Page
Seite 1553-1554 (sequence 30)
Language
German
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VOLK UND LAND 1554 1553 laufend. Den Verfassern des Memorandums wird Mangel an Respekt dem Staate gegenüber vorgeworfen. „Indepentent“ schreibt, der Kommentar des „Phos“ gebe nicht die Gefühle der offiziellen Kreise wieder, sondern nur einzelner, die über die Tendenzen der Gemeinde schlecht informiert sind. Der erste Araber - Kongreß Wie die „Vierteljahrsschrift des syrischen Waisenhauses“ berichtet, hat der erste Araber-Kongreß mit Teilnehmern aus allen Teilen Palästinas in Jerusalem statt- .gefunden. Dazu kamen fünf griechisch-orthodoxe, fünf katholische Mitglieder und außerdem zwanzig Muchtare (Dorfschulzen) aus der Umgebung Jerusalems, wohl auch die evangelischen. Jeder in Palästina lebende Mohammedaner oder Christ kann Mitglied werden. Neben der Fürsorge für Erziehungswesen und Landwirtschaft wurde audh eine Vorschußkasse errichtet, aus welcher die Fellachen (Bauern) Darlehen zu niedrigen Preisen erhalten sollen, um zu verhüten, daß sie ihr Land an die Juden verkaufen. Außerdem soll sich der Kongreß in regelmäßigen Tagungen mit Hebung des arabischen Handels und Gewerbefleißes, sowie mit arabischer Politik und Kolonisation beschäftigen. Der englische Gouverneur, General Storrs, versicherte den Kongreß seiner besonderen Teilnahme und beglückwünschte das arabische Volk zum Beginn eines neuen Abschnitts seiner Geschichte. Ihm antworteten zwei Abgeordnete. Der von Tul-Karim schilderte die schlimme Lage seiner Gemeinde unter der türkischen Herrschaft, und der frühere Schriftleiter der antisemitischen Zeitung „Palästina“, Ihsa, sprach England die Dankbarkeit des arabischen Volkes aus. Von den 'Beschlüssen der Versammlung verdienen zwei besondere Erwähnung: 1. Abschaffung des Namens Palästina und seine Ersetzung durch Südsyrien. (Die Juden wünschen den Namen „Land Israel“.) 2. Sofortige Einverleibung von Südsyrien in das arabische Königreich. D. N. O. Faisuls Armee Wie das syrische Libanonkomitee in Kairo dem syrischen Zentralkomitee in Paris telegraphiert, haben die arabischen Militärbehörden in Damaskus, indem sie die Anwerbung von Freiwilligen fortsetzen, beschlossen, eine aus Syrien gebildete Armee — es werden drei ägyptische Pfund pro Mann gezahlt — nach dem Hedschas zu schicken, höchstwahrscheinlich zur Bekämpfung der Wahabiten. Zwei Brigaden und eine Gemdarmerietruppe werden in Kürze aufgestellt sein. Das Offizierkorps, das erstklassig sein soll, hat gegenwärtig eine Stärke von 800 Mann. Englische Schiffe sollen fortgesetzt beträchtliche Waffen- und Munitionstransporte in Beirut landen, die von Agenten des Emir Faissal in Empfang genommen werden. D. N. O. Syrische Zeitungen Das „Journal de Beyrouth“ meldet das Wiedererscheinen des „Reveil“ und des „Echo de Liban“. Die letztere Zeitschrift, die von Segean Ar&ge geleitet wird, erscheint in arabischer Sprache und beschäftigt sich vornehmlich mit den Interessen des Großlibanons. Ein neues Blatt ist die „Revue Phenicienne“, deren erste Nummer auf 80 Seiten die verschiedensten Fragen von Bedeutung und Aktualität behandelt haben soll. D N. O. Die Orthodoxie in Polen Der „Hadereeh“, das Zentralorgan der Agudas Jisroel, veröffentlicht in seiner letzten Nummer einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der „Szluine Emune Jisroel“ in Poleig dein wir unter anderem folgendes entnehmen: Der Organisation der „Szlome 1 Emune Jisroel“ gehören gegenwärtig in ganz Polen i mehr als 600 Verbände an, die zirka 120000 Mitglieder zählen. Fast alle Wunderrabbis und Rabbiner Polens, etwa 400 an der Zahl, sind Aktivmitglieder der ge-; nannten Organisation und entfalten eine rege Tätigkeit zugunsten der Agudah, die in mehreren Städten unter dem Namen „Jesodeh Hathora“ Chedarim errichtet hat, in denen mehr als 50 000 Knaben ihre | Erziehung und Ausbildung im Geiste der Thora finden. | Auch für die Erziehung und Ausbildung jüdischer! Mädchen ist gesorgt worden. Durch die Agudah haben j die Jeschiboth nicht nur in Polen, sondern auch in | denjenigen Teilen Litauens, die vomi polnischen Heere okkupiert worden sind, eine kräftige Unterstützung erfahren. Zur Erleichterung der organisatorischen Arbeiten der Agudah werden die Arbeiten der Landesorganisation auf Bezirke verteilt. In jedem Bezirke wird ein Büro eröffnet, das als Vermittlungsstelle zwischen dem Landes-Zentralverband und den Lokalverbänden dienen soll. Derartige Büros werden in Krakau für Westgalizien, in Lemberg für Ostgalizien, in Bialystok für Litauen und1 in Posen für Ostpreußen errichtet. Auch Kongreßpolen wird! in sechs Bezirke eingeteilt werden. Die arm 20. Siwan, der auf Initiative der Agudah als allgemeiner Trauertag eingesetzt wurde, durch die Lokalverbände gesammelten 200 000 M. wur- \ den für die Errichtung eines Waisenhauses in Galizien bestimmt. WIRTSCHAFT Landwirtschaft in Mesopotamien Gleich nach der Besetzung Mesopotamiens hatten die Engländer große Bewässerungs- und Kultivierungsarbeiten eingeleitet. Das hat zur Folge gehabt, daß im letzten Jahre die englische Besatzungsarmee und die einheimische Bevölkerung von dem landwirtschaftlichen Ertrage des Landes haben leben können. Auf diese Weise wurden große Ersparnisse an Schiffsfracht erzielt, die sich auf zirka 500 000 Tonnen belaufen. Noch liegen die endgültigen Ziffern über den Ertrag des Jahres 1918 nicht vor, aber er wird auf 50—75 Millionen Frcs. geschätzt. Die ständig steigende Entwicklung des Ackerbaues läßt den Schluß zu, daß in diesem Jahre der Betrag von 75 Millionen weit überschritten werden wird. Demzufolge hatte Mesopotamien von der Hungersnot, die in seinen Nachbarländern herrschte, nichts zu fürchten; ja, es konnte sogar christlichen, armenischen und muslimischen Gemeinden noch zu Hilfe kommen, die ohne das wahrscheinlich zugrunde gegangen wären. D. N. O. Neue Schiffahrtslinie nach dem Orient Die schwedischen Schiffahrtsgesellschaften: A. Brostroem und Söhne, die Schwedisch-Ostasiatische Kompagnie, die Schweden—Amerika—Mexiko-Linie und die Schwedisch-Amerikanische Linie haben sich zusammengetan, um eine neue Schiffahrt9linie zwischen Schweden und dem Orient zu schaffen. Das neue Unternehmen wird den Namen „Svenska-Orient-Linie“ führen und über eine Flotte von acht Schiffen zu je 2000—3000 Tonnen verfügen. Diese Linie wird insbesondere den Piräus, Saloniki, Konstantinopel und Odessa anlaufen; die schwedischen Ausgangshäfen sind Gotbenburg, Stockholm und Gelte.

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