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Volk und Land · 1919-10-02 · Heft 40-41 (2.10.1919) · page 3

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 40-41 (2.10.1919)
Date
1919-10-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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VOLK LAMD JUEDISCl|||||i||||ii|i:|ISCHRIFT FUER POLITIK, WIRTSCHa|§P UND PALAESTINA-ARBEIT HERAUSGEGEBEN VON OAVIS TRIETSCH 2.19. OKTOBER 1919 HEFT 40/41 1. JAHRGANG DIE FINANZIERUNG DESJUEDISCHEN GEMEINWESENS IN PALAESTINA Von Davis T r i e t s c h. In der Frage der Finanzierung gehen wie nicht anders zu erwarten ist — der „maximalistische^ und der „minimalistische*4 Standpunkt ebenfalls weit auseinander. Die Minimalsten rechnen mit eine»- kleinen Einwanderung, mit einer Ansiedelungauf lange Sicht und mit entsprechend langsamen Vorbereitungen usw. usw. Auf diese Weise entsteht das jüdische Gemeinwesen, wenn überhaupt, so recht spät, und so nehmen die Minimalsten auch für einen recht fernen Termin erst die Notwendigkeit an, die großen Mittel für das Gemeinwesen zu beschaffen. Diese miiiimalistische Auffassung ist vermutlich nur zu in Teil darin begründet, daß man große Mittel erst später nötig zu haben glaubt; wahrscheinlich spricht aber auch mit, daß man hofft, zu einem späteren Termin und auf Grund der dann gegebenen Unterlagen und1 Sicherheiten die große Finanzierung leichter bewerkstelligen zu können. Bei Ruppin sprechen jedenfalls beide Gesichtspunkte mit. Diesen Auffassungen wird von der maximalistischen Seite entgegengehalten, daß die Begeisterung der jüdischen Welt über die Zuerkennung der nationalen Heimstätte in Palästina heute größer ist, als sie voraussichtlich in 5 oder in 10 Jahren sein wird, daß ferner die Notwendigkeit der Rettung eines großen Teils der Judenheit heute ebenfalls dringender ist, als sie nach! 5 Ibis 10 Jahren sein dürfte, und daß schließlich die gegenwärtige Geldflüssigkeit ebenfalls in 5 bis 10 Jahren nicht mehr bestehen wird. Alle diese Ursachen lassen den Erfolg einer großzügigen Finanzierungdes neuen jüdischen Gemeinwesens heute besser gesichert erscheinen als nach einer Reihe von Jahren, — ungeachtet der Möglichkeit, daß dann vielleicht bessere und solidere Unterlagen zur Verfügung stehen mögen. Wir dürfen ferner darauf hinweisen, daß der Gesichtspunkt einer Sicherung des politischen Ergebnisses durch eine im raschen Zuge erfolgende Massenansiedlung wegen seiner Wirkung auf die Notlage im Osten allen anderen Erwägungen voranstehen muß. Je rascher und größer die Kolonisation, mit um so erheblicheren Geldmitteln müssen wir aber auch von vornherein rechnen. Versuchen wir einmal uns darüber klar zu werden, aus welchen Quellen die Finanzierung des Aufbaues Palästinas beschafft werden kann. An erster Stelle denken wir an eine großzügige n a t i o n a 1 e Anleihe. Aus ihr sind die vorbereitenden Arbeiten zu bestreiten, die für eine jüdische Massensiedkmg in Palästina nötig sind. Diese Vorarbeiten sind, wie wir im weiteren sehen werden, nur zum geringsten Teil organisatorischer oder sonstwie direkt unproduktiver Art, weitaus zum größten Teile bieten sie eine direkte Rentabilität.! Eine zweite Kategorie von Mitteln für unser Aufbau-Werk fließt aus den Summen, die den Ansiedlern selbst zur Verfügung stehen. Wenn wir uns auch darüber klar sind, daß weitaus die meisten Einwanderer ohne Mittel kommen werden, so dürfen wir doch auch mit einer sehr großen Anzahl wohlhabender Leute und solcher aus dem Mittelstände rechnen, die mit ihrem eigenen Vermögen sich Ffeimstätten in Palästina errichten lassen wollen. Rechnen wir für die ersten 5 bis 10 Jahre nur 100 000 Familien dieser Kategorie, die im Durchschnitt etwa 10 000 Goldfrancs für ihre Installierung aufw'enden, so hätten wir immerhin mit einer Milliarde Francs zu rechnen, deren für Arbeitslohn aufzuwendender Teil auch zahlreichen mittellosen Einwanderern Existenz- und Ansiedlungsmöglichkeit bieten wird. An dritter Stelle dürften die Mittel derjenigen geschäftsmäßigen Gesellschaften stehen, die sich teils schon jetzt zur Durchführung von allerlei Unternehmungen auf den Gebieten der Bodenwirtschaft, der Industrie, des Handels usw. zusammengeschlossen haben, teils sich im weiteren Verlaufe der Dinge noch bilden werden. Auch die Kapitalien dieser Kategorie dürften an Milliardenwerte heranreichen.! Schließlich kommen als Hilfsgelder füi | den Aufbau — wrenn auch voraussichtlich in! viel geringerem Maße als die bereits genannten! Kategorien — im Spendenwege gesammelte Mittel (wie Nationalfonds, Chaluka, Erziehungsbeihilfen usw.) in Betracht. Wenn wir die dringlichste der erstgenannten | Formen einer großzügigen Beschaffung der Mittel — j nämlich die nationale Anleihe — in Betracht ziehen

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