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Volk und Land · 1919-09-18 · Heft 38-39 (18.9.1919) · p. Seite 1243-1244

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 38-39 (18.9.1919)
Date
1919-09-18
Page
Seite 1243-1244 (sequence 34)
Language
German
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VOLK UND LAND 1243 1244 Dies der Gedankengang K I a t z k i n s. Unsere Stellung dazu: wir stimmen 'in allem und jedem zu, aber wir gehen z. T. darüber weit hinaus. Die nationale Erziehung. Auch im „selbstgewähilten Ghetto“ nur im Hinblick auf Erez-Israel: Mannhaftigkeit, Jugendlichkeit! Sportplatz, nicht Cheder! „Der Zionismus ist die Säkularisierung des Begriffes Israel.“ Die Inhalte des Judentums. Die Inhalte des Judentums sind uns nicht hur nicht Kriterien des Volkstums, wir <1 e h n e n diese Inhalte ab. Sowohl Men Jüdischen Liberalismus, als die jüdische Rechtgläubigkeit, als die Lehre Achad-Haams, als die Lehre Martin Bubers. Land, Sprache, Wille zum Volkstum sind die notwendigen und hinreichenden Voraussetzungen des Aufbaus. Die Wartezeit im Gallith. Zionismus istnicht Assimilation im Bewußtseinsschiatten des gezahlten Oelbaums, 'sondern Rückkehr nach Zion. Und wo ein Wille ist, sollte wohl auch ein Weg sein. „Der Zionismus ist die Säkularisierung des Begriffes Israel“, mehr noch: der Zionismus will die Europäisierung des jüdischen Volkes: wir wissen, wer und was uns in Verbannung gebracht und zweitausend Jahre in Schande gehalten hat: „Der Geist des Judentums“. Wir denken der Vorfahren, die das Land nahmen, der Helden, die das Land verteidigen: „Jeder >var ein Schwert Sch wer tunrgü rtet, Aus der Scheide gerissen Ein glänzender Blitz.“ Ich Ibin mit meiner Kritik zu Ende. Ich möchte nicht schließen, ohne Gesinnungsgenossen K1 a t z k i n herzlich gedankt zu haben, für die Anregung, Belehrung und Weisung des rechten Weges, die ich aius seinem Buche empfangen habe. Dr. John Loewenthal. Neue zionistische Broschüren-Literatur 1. Dr. S. Bernstein: Der Zionismus, sein Wesen und seine Organisation. Jüdischer Verlag, Berlin 1010. — In sechs gedrängten Abschnitten, die alles Wissenswerte in sehr übersichtlicher Weise und klarer Darstellung bringen, bespricht der Verfasser die historische Entwicklung des national jüdischen Gedankens, Wesen und Organisation der modernen zionistischen Bewegung, ihre Stellung lin der jüdischen Welt, ihre Beurteilung durch die internationale Demokratie und die Rolle Palästinas im Prozeß der sozialpolitischen Wiedergeburt. Bei dem notorischen Mangel an zionistischer Propagandaliteratur ist die gut geschriebene Broschüre von besonderem Wert für die agitatorische Aufgabe des gegenwärtigen Augenblicks und wird besonders bei gebildeten Lesern ihre Wirkung nicht verfehlen. 2. Davis Trietsch: Palästina und die Jur, den. Tatsachen und Ziffern. — Dieses Heftchen — Nr. 7/8 in der Reihe der Schriften des deutschen Pro Palästina-Körniges — enthält in knappestem Rahmen die wichtigsten Daten und Zahlen über alle Fragen der Kolonisation /und des sozialen Aufbaus Palästinas. Eine Anzahl von Kartenskizzen und graphischen Darstellungen, sowie ein ausführlicher Nachweis der Palästina-Literatur ergänzt den Inhalt. 3. Dr. Josef Rufeisen: Nationale und soziale Judenfragen. Mährisch-Ostrau 1919.— Diese kleine Schrift berührt im kluge den ganzen Umkreis des ZiocuAius als geistiger Bewegung, jedes Problem aufzeigend und oft mit ein paar kurzen und treffenden Worten„beleuchtend. Der Rahmen ist jedoch allzu eng die Fülle der Probleme wird durch diese Gedrängtheit noch verwirrender, als zuvor. Daß Rufeisen es für ausgemacht hält, daß „der größere Teil des jüdischen Volkes außerhalb Palästinas wird bleiben müssen“, daß er nicht will, daß „Angehörige des jüdischen Volkes, aus einem üaluth vertrieben, in einem palästinensischen Galuth (!!) untergebracht werden“, sei zur Kennzeichnung seiner minima,listischen Denkweise bemerkt. Für Rufeisen ist es das Kriterium für eine „wahre Heim-, statte für das ganze Volk“, daß „alle jene wenigstens, denen es nicht vergönnt sein wird, selbst an dem Wiederaufbau des neuen Zion mit eigener Hand zu bauen“, diese Heimstätte — mit der Seele suchen. Diese Iphigenien-Rolle wird nach R. die Mehrzahl des jüdischen Volkes spielen. .— Wunderliche Schwärmer! 4. Dr. E. Simonsohn: Die jüdische Volksgemeinde. Jüdischer Verlag. Berlin 1919. — Dieses Heft besitzt besondere Aktuellität angesichts des skandalösen Auftaktes zu den Wahlen in der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands, Berlin, der die Notwendigkeit einer Gemeindereform an Haupt- und Gliedern mit nicht zu überbietender Deutlichkeit erwiesen hat. Die prinzipiellen und praktischen Forderungen, die seitens des nationalen Judentums an die Gemeinden zu richten sind und die im Verlangen nach der Volks gemeinde gipfeln, werden in eindringlicher Weise begründet und zum Schluß zu einer Reihe von „Thesen zu einem Gemeindeprogramm“ formuliert. 5. Dr. Mehemed Emin Effendi: Die Zukunft Palästinas. J. Kauffmann, Frankfurt a. M. — Dieses Heftchen gehört zu den Curiosa! Mehemed Effendi fürchtet bereits heute für den noch nicht bestehenden Judenstaat und belegt seine Zweifel mit den merkwürdigsten Argumenten. Schwere Sorge macht ihm z. B. daß die Juden kein Heer haben werden. Und hätten sie eins — es taugte nichts! Josephius erzählt, daß jüdische Krieger eine Festung übergaben, weil die Römer einen der Ihren, den sie gefangen hatten, vor ihren Blicken marterten. Ergo: das neue Ziion wird nicht bestehen können wegen des „guten jüdischen Herzes“. Politische Mordsgesduichten aus dem dunkelsten Balkan müssen herhalten, um zu begründen, auf welch leichte Weise irgendeine Großmacht in Jerusalem einen Casus belli provozieren kann, und dann — wehe Neu-Zion! Schließlich rückt der Effendi mit dem Vorschlag heraus, Palästina zu einem „Naturschutzdistrikt“ zu machen, in dem es keine Warenhäuser und Mietskasernen, Eisenbahnen und Automobile, Opernhäuser und Kiuos gibt. Wer an krausen Gedanken Freude hat, besonders an solchen, denen man anmerkt, wie gut sie gemeint sind, möge die Schrift des Pseudo-Effendis lesen. Es muß auch heitere Palästina-Literatur geben. C. Z. K. •*> Neuerscheinungen Dr. B. Stichel: „Argentinien“. Erster Band von Auslandswegweiser, herausgegeben von der Zentralstelle des Hamburgischen Kolonialinstitutes (Weltwirtschaftsarchiv) und dem Ibero-amerikanischen Institut. Mit einer Uebersichtskarte. 4. und 5. Tausend. Hamburg, L. Friedrichsen & Go. 1919. Zeitschriften: D e r J u d e, eine Monatsschrift. R. Löwif-Verlag. Berlin- Wien. Heft 11. Verantwortlich: Für die Redaktion C. Z. Klötzel; für die Inserate Fritz Scherbel, beide Welt-Verlag, Berlin NW7. Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg,

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