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Volk und Land · 1919-07-17 · Heft 29-30 (17.7.1919) · p. Seite 943-944

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 29-30 (17.7.1919)
Date
1919-07-17
Page
Seite 943-944 (sequence 28)
Language
German
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943 VOLK UND LAND 944 ^iiiMiiiiimiiiMiiiiiwiimimiimiiMWWiiiii iiimiiimimiiitimiiimimmiiiu AUS POLITIK, WIRTSCHAFT UND PALAESTINA - ARBEIT POLITISCHES Ankunft der amerikanischen Sektion der internationalen Orient - Kommission in Palästina Das Kopenhagener Zionistische Bureau berichtet: Der Gouverneur von Jerusalem Veröffentlichte am 19. jSiwan (7. Juni) folgende Kundgebung: „1. Wegen der ' bevorstehenden Ankunft der Kommission, die von den Alliierten zu dem Zweck nach Palästina entsandt worden ist, uim sich über die Wünsche und Bestrebungen der Einwohner, sowie über die zukünftige Gestaltung der Verwaltung des Landes zu informieren, wird den Einwohnern des Landes die Möglichkeit gegeben werden, ruhige Versammlungen äbzuhalten, um ihre diesbezüglichen Wünsche zu äußern. Die Regierung wird der Bevölkerung mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln in dieser Arbeit behilflich sein. 2. Es ist erwünscht, daß sich die Führer der Gemeinden mit den grundlegenden Prinzipien des Mandat- Systems bekannt machen, wie sie von den alliierten Mächten in den Friedensvertrag von Paris aufgenommen worden sind. (Siehe den. entsprechenden Paragraphen in der „Times“ vom 8. Mai). ,Es ist wichtig zu betonen, daß die Friedenskonferenz beschlossen hat: a) Die vom türkischen Reich befreiten Gebiete erhalten die Ratschläge und Hilfe der Großmacht, welcher das Mandat übertragen wird. b) Das Mandat wird der Macht übertragen werden, die am weitesten fortgeschritten und dadurch berufen ist, eine solche Aufgabe zu übernehmen, d. h. einer Großmacht. Das Verständnis für diese Prinzipien wird sicherlich bestimmte Teile der Landesbewohner daran hindern, Forderungen nach voller Autonomie, nach Ablehnung jedes Mandats seitens einer Großmacht aufzustellen, Forderungen, die zweifellos vom Völkerbund abgelehnt werden würden. 3. Indem)hiermit die Erlaubnis erteilt wird, für diesen Zweck ruhige Versammlungen abzuhalten, werden die einzelnen Gemeinden darauf hingewiesen, daß, falls eine Versammlung ungesetzliche Ziele erstreben sollte, sei es zwecks Ausdruckes der Feindschaft gegenüber der bestehenden Macht oder gegenüber anderen Gemeinden, diese Versammlung geschlossen wird und die gegen das Gesetz Verstoßenden bestraft werden. Die Vorsteher der Gemeinden werden aufgefordert, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um solche Vorkommnisse oder Kundgebungen, die gegen die Ordnung und das Gesetz verstoßen oder den Zweck haben, die Unzufriedenheit mit der herrschenden Macht hervorzurufen, zu verhindern.“ 1 Französisch-englische Rivalität im Orient Bei der Diskussion über die französischen Missionen in Syrien und Palästina weigerte sich Außenminister Pichon der Deputiertenkammer nähere Einzelheiten über die noch schwebenden Friedensverhandlungen mit der Türkei mitzuteilen. Dazu bemerkt der „Manchester Guardian“ u. a.: Pichon hat mit unserem Lande eine Differenz hinsichtlich der Nordgrenze von Palästina und mit den. Arabern in bezug auf Damiaskfus, Aleppo lind Alexandrettje. Unter Berufung auf das Sykes-Pi cot-Abkommen von 1916 haben die Franzosen eine Verwaltung in Nordgaliläa eingerichtet und eine derartige Grenze würde Palästina verstümmeln und es dier Herrschaft über \ seine natürlichen und unentbehrlichen Wasserkräfte berauben. Die Franzosjen wissen so gut als irgend jemand, daß ein Verlangen dieser Art nicht gerechtfertigt werden kann und wahrscheinlich Stellen sie e/s auch nicht um seiner selbst willen, sondern um auf die englische Regierung in bezug auf Damaskus, Aleppo und Alexandrett£ einen Druck auszuüben. Ein jüdisches Palästina ist an dem Streit zwischen Frankreich und den Arabern nicht beteiligt, warum! also soll es darunter leiden? Es ist ganz gewiß, daß das französische Begehren, Palästina zu verstümmeln, am Ende wird fallen gelassen werden, aber Indent die französische Regierung es stellt und darin verharrt, setzt es sich der Gefahr eines Konfliktes mit den teuersten Wünschen des jüdischen Volkes in der ganzen Welt aus. Jedenfalls ist zu hoffen, daß die Alliierten raschestens diesen Streit wie auch den über die ganze Behandlung der türkischen Frage regeln werden, so daß der Osten wisse, was er zu erwarten hat und die befreiten und zu neuem Leben gebrachten Nationen daran gehen können, ihre Heimstätten wieder äufzubauen. „Les Amis de la Terre Sainte4 Das Kopenhagener Zionistische Büro hat wiederholt Kommentare der englischen Zeitschrift „Palestine“ über die kürzlich in Frankreich gegründete Gesellschaft „Les Amis de la Terre Sainte“, die eine gleichzeitig antizionistische und antienglische 'Politik macht, veröffentlicht. In Nummer 19 der Zeitschrift „Palestine“ findet sich ein sehr charakteristischer Beschluß, der auf der kürzlich stattgehabten Versammlung des Franko-Syrischen Kommitees gefaßt und von der Gesellschaft „Les Amis de la Terra Sainte“ unterzeichnet wurde. Dieser Beschluß hat folgenden Wortlaut: „Wir fordern die Regierung der Republik auf, die sofortige Ersetzung der britischen und der Hedjas- Okkupations-Armce durch französische Truppen für das gesamte syrische Gebiet Vom Thaurus bis zum Sinai und von Mosul bis zum Meere zu verlangen.“ „Dieser Beschluß, schreibt „Palestine“, bedeutet nichts anderes, als daß es weder ein jüdisches Palästina, noch ein britisches Mandat über ein jüdisches Palästina geben soll, und auf die Ansprüche des Emirs Feisuls soll ebenfalls keinerlei Rücksicht genommen werden... Wir glauben nicht, daß die französische Regierung der Aufforderung dieses vortrefflichen franko-syrischen Komitees nachkommen wird.“ Araber und Zionisten Wie feindlich sich jetzt gewisse Kreise der Araber zu den Zionisten verhalten, zeigt folgende Nachricht: Der arabische Klub in Jerusalem) erhielt folgendes, in allen syrischen Zeitungen veröffentlichte Telegramm: „Wir erhielten Euer Telegramm, das deutlich Eure aufrichtigen Gefühle für Palästina zuim' Ausdruck bringt. Wir haben es auf unserer Versammlung vorgelesen, wo es einen sehr guten Eindruck machte. Wir publizierten es ini allen 'arabischen wie auch zweisprachigen Zeitungen Amerikas. Wir wandten uns auch schon mehrmals telegraphisch an Euch wegen der Gründung einer nationalen Agrarbank mit dem Zwecke, dem arabischen Bauer Hilfe anjgedeihen zu lassen, damit er nicht gezwungen wird, seinen Boden den Zionisten zu verkaufen. Wir sind 'sicher, daß die Gründung einer solchen Bank das einzige Mittel ist, der schrecklichen Gefahr die seitens der zionistischen Kolonisation droht, zu entrinnen. Deshalb haben wir beschlossen, oben erwähnte Bank zu gründen und wir sind! sicher, daß Ihr uns

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