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Volk und Land · 1919-07-10 · Heft 28 (10.7.1919) · page 3

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 28 (10.7.1919)
Date
1919-07-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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VOLK umd LAMD -JUEDISC^^^Mi^iSCHRIFT FUER POLITIK, WIRTSCH^p'UND PALAESTINA-ARBEIT HERAUSGEGEBEN VÖN DAVIS TRIETSCH 10. JULI 1919 HEFT 25 I. JAHRGANG AUS DEM „JUDEN STAAT“ Von Theodor Herzl. Die Zionistische Offizialität hat anläßlich der fünfzehnjährigen Wiederkehr des Todestages ihres Führers Herzl-Feiem ausgeschrieben. Gleichzeitig wendet sie sich mit großer Ueberlegenheit und Schärfe gegen diejenigen, die da glauben, daß die Zeit für die Verwirklichung des Zionismus in einem Herzl’schen Maßstabe gekommen sei. — Spottet ihrer selbst und weiß nicht wie .... Einer unserer palästinensischen Freunde hat uns die nachstehende Zusammenstellung aus Herzls Judenstaat zur Verfügung gestellt. Sie dürfte manchen die Augen öffnen. Die Größe der!Aiiufgäbe.* **)) Will man heute ein Land gründen, darf man es Inicht in der Weise machen, die vor tausend Jahren die einzig mögliche gewesen wäre. Es ist töricht, auf alte Kulturstufen zurückzukehren, wie es manche Zionisten möchten. •Wo Wir Modernen mit unsern Hilfsmitteln erscheinen, verwandeln wir die Wüste in einen Garten. Zur Errichtung von Städten genügen luns jetzt so viele Jahre, als man in früheren Epochen der Geschichte Jahrhunderte brauchte — dafür zahllose Beispiele i m lAi m e r i k a. Will man wissen, wo wir die Bedürfnisse hernehmen, (die wir für die Märkte brauchen? Muß das wirklich noch gesagt werden? Ich zeigte früher, daß durch die lAssistamce par le travail der fünfzehnfache Verdienst erzeugt wird. Für eine Million fünfzehn Millionen, für eine Milliarde fünfzehn Milliarden. Ja, ob dies im Großen auch so richtig ist wie im Kleinen? Der Ertrag des Kapitals hat doch in der Höhe eine abnehmende Progression? Ja, des schlafenden, feige verkrochenen Kapitals, nicht der des arbeitenden. Das arbeitende Kapital hat sogar in der Höhe eine furchtbar zunehmende Ertragskraft. Da steckt ja die soziale Frage. Was im Kleinen Unzweckmäßigoder undurchführbar ist, muß es noch nicht imGroßensein. Ein kleines Unternehmen kann unter denselben Bedingungen Verlust bringen, unter *) Die Ueberschriften sind von uns hinzugesetzt. **) Die gesperrten Stellen sind von uns gesperrt gedruckt. denen ein großes sich rentiert. Ein Bach ist nicht einmal mit Kähnen schiffbar; der Fluß, in den er sich ergießt, trägt stattliche eiserne Fahrzeuge. Und (doch ist auch das möglich und wirklich, nur kommt es in der Wirklichkeit als etwas Verworrenes Und Hilfloses vor. Durch die Organisierung kann es vernünftig werden. Ja, wir haben die Kraft, einen Staat und zwar einen Musterstaat zu bilden. Wir haben alle menschlichen und sachlichen Mittel, die dazu nötig sind. Ich stelle mir dasnicht leichter vor, als es ist; man darf es sich aber auch nicht schwerer vorstellen. * i Der Unternehmungsgeist. Die (Arbeit, die wir in die Erde versenken, steigert den Wert des Landes. Die Juden werden schnell einsehen, daß sich für ihre bisher gehaßte und verachtete Unternehmungslust ein neues, dauerndes Gebiet erschlossen hat. Der Unternehmungsgeist kann auf eine gesunde Weise angeregt werden. Die Etablierung neuer Industrien wird rechtzeitig bekanntgemacht, so daß die Unternehmer, die ein halbes Jahr später auf den Einfall kommen, nicht in die Krise, ins Elend hineinbauen. Indem wir die Arbeit ins neue Land hinüberlegen, bringen wir auch gleich den Marktverkehr mit. Freilich arffangs nur einen Markt der ersten Lebensbedürfnisse : Vieh, Getreide, Arbeiterkleider, Werkzeuge, Waffen, um nur einiges zu erwähnen. Zunächst werden wir das in Nachbarstaaten oder in Europa einkaufen, uns dann aber möglichst bald vollständig machen. Zur gegenwärtigen Lage. Dabei produzieren wir rastlos mittlere Intelligenzen, die keinen Abfluß haben und dadurch eine ebensolche Gesellschaftsgefahr sind, wie die wachsenden Vermögen. Die gebildeten und besitzlosen Juden fallen jetzt alle dem Sozialismus zu. Die soziale Schlacht müßte also jedenfalls auf unserem Rücken geschlagen wer-

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