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Volk und Land · 1910-04-24 · Heft 17 (24.4.1910) · p. Seite 543-544

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 17 (24.4.1910)
Date
1910-04-24
Page
Seite 543-544 (sequence 18)
Language
German
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543 VOLK UNI) LAND 544 [lasr-^-- PALAESTINA-ARCHI V*) j ■ -■ - ■■ ■- —-——--———... -=lg Salzgewinn u ti g durch Elcktrizit ä t. Die in Norw egen seit geraumer Zeit unternommenen Versuche, aus Meerwässer mittels Elektrizität Salz zu gewinnen, haben jetzt zu einem günstiger) Ergebnis geführt Unter finanzieller Hilfe des Staates sollen nun mit 20 Mill. Kr. Kapital die beiden ersten Fabriken mit einer Jahreserzeugung von etwa 50 000 t angelegt werden. Man will u. a. Kalisalze, Magnesiumsalze, Glaubersalze und Jod gewinnen. Die Errichtung weiterer Werke zur Gewinnung von Salz auf elektrischem Wege durch Privatunternehmer ist vom Landtag bereits genehmigt worden. j Diese Notiz kann für irns insofern besonderes Interesse bieten, als wir in Palästina die Salze des Toten i Meeres in nächster Nähe von in Elektrizität umsetzj baren Wasserkräften haben. Syrien. Der Kommissar der französischen Republik in Syrien übermittelt dem „Office National du Commerce exterieur" eine Liste von solchen Waren, die in Syrien guten Absatz finden würden: Tuchwaren aller Art für Damen und Herren, Leinenwaren in Phantasieausführung, Baumwollenwaren, Zephir, Moleton, Indienne. Batist, Madapolam, Shirting. Taschentücher, Leinenunterzeug für Damen und Herren, Mützen, Unterjacken, Unterhosen, Sohlen-, Boxcalf- Ziegen- und Lackleder, Schusternähgarn, Schusternägel und; sonstiges Zubehör für Schuhe, pharmazeutische und chemische Artikel, Paraffinerkerzen, Nahrungsmittelkonserven, Filzmützen und Strohhüte für Damen und Herren, Mode- und Konfektionsartikel aller Art für Männer und Kinder, Schirmstoffe und Schirmzubehörteile aller Art, Einschlagpapier, Zeitungspapier, Büroausrüstungsartikel, Druckmaschinen, mineralische Oele, Rübsenöl, Terpentinöl, Hufeisen, Fensterglas, Zink- und Eisenplatten, gaivanisiertes Blech, Eisenstangen, Zement, Kalk, elektrische Geräte, Telephon- und Telegraptiendrähte, elektrotechnische Artikel, Beleuchtungsmaterial, Eisenröhren, Kupferplatten, Zinn- und Eisendraht. Ertrag eines Schrebergartens. In der „Obst und Gartenbau-Zeitung. Berlin Schöneberg", berichtet ein Leser zahlenmäßig über den Er trag seines Schrebergartens. Der Garten war 160 Geviertmeter groß, wovon für Wege, Laube, Schuppen und Abort 25 Gevierjmeter abgingen, so daß 135 Geviertmeter für den Anbau blieben. Die Ausgaben betrugen: 23.68 M. für Gartenpacht, Wasserzins und Flurversicherung, ferner 8 M. für Dünger und 10 M. für zwei Obstbäume; zusammen 41.68 M. (für Samen, Pflanzen us. a. ist nichts angesetzt. Schriftl*). Dem stehen an Ertrag gegenüber: 12 Pfd. Kirschen, 68 Pfd. Pfirsiche von durchschnittlich je 80 g, 19S Pfd. Birnen, 19 Pfd. Stachel- und Johannisbeeren, 40 Pfd. grüne Erbsen, 8 Pfd. Wadisbohnen, 15 Pfd. Zwiebeln, 125 Pfd. Kürbis, 5 Pfd. Porree, 39 Pfd. Kohlrabi, 11 Pfd. Mangold, 125 Pfd. Tomaten, 5 Pfd. Rettig, 8 Pfd. Rhabarber und dann noch eine Menge Küchenkräuter. Nach den in seinem Orte üblichen Preisen beredmet er den Wert seiner Ernten auf über 600 M., so daß sich ihm, abgesehen von der jetzt um so größeren I Annehmlichkeit, selbstgeerntete Nahrungsmittel zu haben,! ein Reingewinn von über 500 M. ergibt. Die auf gewendete Arbeit rechnet er nicht, da sie ihm wohl Freude gemacht hat. Man nehme sich ein Beispiel daran! Im ganzen wurden hier an 700 Pfd. Früchte und Gemüse oder etwa 5 Pfd. im Werte von rund -4 M. per Quadratmeter gewonnen.) Rentabilität von Baumpflanzungen. Zur Frage der Rentabilität von Baumpflanzungen ist es nicht uninteressant, auf Dr. Soskins Kostenvoran schlage für eine Plantagen-Aktiengesellschaft vom Jahre 1901/02 zurückzugreifen, die in meiner Zeitschrift „Palästina" (Jahrgang 1902, S. 16—22) veröffentlicht waren. Dort wurde beispielsweise für 100 Dunam Mandeln bei 65 Bäumen per- Dunam eine Kostensumme von 10 000 Frcs. gleich 100 Frcs. per Dunam veranschlagt. Hierzu dürften aber noch die Kosten der Baumschule kommen, die aber nach l>r. Soskins Angaben offenbar weit innerhalb 2000 Frcs. liegen, so daß für die gesamte Mandelpflanzung höchstens 120 Frcs. per Dunam anzusetzen wären. Die Erträge gab Dr. Soskin mit 60 Cts. per Bäum im achten, 75 Cts. im neunten und 1 Frcs. im fünfzehnten Jahre an. Da die Mandelpreise seit dieser Zeit auf weit über das! Doppelte gestiegen sind und gegenwärtig auch wohl wesentlich größere Erfahrung ‘hinsichtlich des Mandelbaus in Palästina vorliegeh, werden neue Unternehmungen in dieser Richtung noch sehr viel günstiger wirtschaften jäls damals. Dr. Soskin zeigte in jener Arbeit Dividenden von 143/t o/fl im zehnten Jahre und von 21 °o im fünfzehnten Jahre, fügt aber folgendes hinzu: „Ich muß hier ganz besonders darauf aufmerksam machen, daß bei den sämtlichen Rentabilitätsberechnungen Werte in Rechnung gebracht wurden, welche weit hinter der Wirklichkeit zurückstehen. Gewöhnlich werden hier Erträge von 4 5 Frcs. pro Orangenbaum in voller Produktion angenommen und auch übertroffen. Natürlich hängt der für Orangen zu erreichende Preis von der Nähe der Pflanzung zu einem Hafen ab. Die Orangengärten der Umgebung von Jaffa erreichen die höchsten Erträge. Für Oelhäume sind die Erträge ebenfalls bedeutend höher, als die von uns angegebenen. Der Durchschnittsertrag pro Baum ist von 4 5 Frcs. und nicht selten sind Fälle, wo man das Doppelte, d. i. 8—10 Frcs. pro Baum erreicht. Wir haben aber in unseren Berechnungen nur 3 Frcs. als höchsten Ertrag für Orangen- und Oelbäume angegeben." Obstgärten. D5e diesjährige Orangenernte geht aus Mangel an Transportmitteln nach Europa sehr langsam von^atten. Die Regierung hat zwar den Orangeriebesitzern zwei Eisenbahnzüge nach Aegypten und Jerusalem zugewiesen aber die Nachfrage in diesen beiden Orten ist im Verhältnisse zu der Orangenmenge, die sich in den Kolomen befindet, zu gering. Außerdem herrscht großer Mangel an Kisten und Vejpackungsmitteln. Unter dieseh Verhältnissen ist fast keine Transportmöglichkeit der Orangen vorhanden. *) Die hier in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form veröffentlichten Materialien stehen immer in irgendeiner Beziehung zu den Fragen jüdischer Kolonisation im Orient und sollen der Information und der Anregung nach den verschiedensten Seiten dienen. Sie sind den Sammlungen des von der „Jüdischen Gesellschaft für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas" angelegten Palästina-Archivs entnommen, aus dem Mitglieder sich jederzeit informieren können. Für die Redaktion verantwortlich: C. Z. Klötzel, Berlin. Verlag: Welt-Verlag, Berlin NW 7, Dorotheenstr. 35 Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.

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