Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 12-13 (20.3.1919)
- Date
- 1919-03-20
- Page
- Seite 415-416 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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415 VOLK UND LAND 416 ^m»iii»Hi»inutii»um»»mu»immmmii»miiiinmii)tiiiiiiiiHimimii»»iniii)mi»imii»iiiiiHHiiiii)ii)»uttiiiiiiiiHtiiii)HiimiiHimiimii)itimmiiumiitiiiiiiiiiiiiii)iiiii>i)tiii)iiiiiiiimiiimiiii)iiitiiiimiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiig PALAESTINA-ARCHI V*) Tiimaiimimimimiiiiiiimiiii liiiiiiitiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiittiiiiiiiiiiiitiiiimiittiiiiiittiiiitiiituiiimimiiiiiiiimmiiiitiiiniiiiiiiiiiiiiiimiiiiHiimi m Ananas. — Guaven. — Bataten. — Niederschlagsausnutzung, ln Deutsch-Südwestafrika wurde kurz vor dem Kriege in {rostfreier Gegend (Waterberg) der Versuch gemacht, außer Kartoffeln, Sorghum, Mais usvv. in der Hauptsache Bananen, Ananas, Guaven, Bataten usw\! apzubauen und zwar mit ausschließlich selbst arbeitenj den deutschen Bauern. — Auch versucht man dort jetzt den gesamten atmosphärischen Niederschlag durch Ver sidkerungsgräben und Löcher im Boden festzuhalten.; Obstzucht. — Johannisbrot. — Zitronenbaum. Ueber hohe Erträge von gut gepflegten Obstbäumen berichtet eine zuverlässige amerikanische Quelle, daß ein ObstzüChter in Washington von 40 Apfelbäumen 1600 Dollars brutto und 1000 netto erzielt habe. Dies entspräche 100 Mark per Baum. Wir haben freilich gesehen, daß bis zu 100 FrCs. per Bauon: und Jahr auch von einem so billigen Produkt wie diem Johannisbrot erzielt werden kann, und w<enn ein sizilianischer Zitronenbaum ausgewachsen 3000 bis 5000 Früchte trägt, so wird auch deren Wert den genannten Ziffern ziemlich nahe kommen. Ein neuer Dampf pflüg. Die „Routtere Case“ ist imstande mit 45 PS in zehnstündiger Arbeit täglich 4 Hektar 30 Zentimeter tief zu pflügen. Die Kosten betragen pro Hektar 15 Francs. Mit Ochsen dauert die Arbeit siebenmal so lange und kostet doppelt soviel. Nebenbei läßt die Maschine sich auch zum Dreschen und zum Bewegen von Lasten verwenden. Im letzteren Falle zieht sie 15 Tonnen in ebenem Gelände und 10 Tonnen bei Steigungen von 8—10 %. Die mittlere Geschwindigkeit ist dabei zirka 5 km pro Stunde. Betongußhäuser. — Betonhäuser. Von den Edisonsehen Betongußhäusern hat man bereits gehört. Ein viel billigeres und einfacheres Verfahren, bei dem täglich je 2 Schichten ä 60 cm Höhe um den ganzen Hausumfang herum, zwischen stets wieder verwendbaren Platten gegossen werden, hat jetzt ein amerikanischer Architekt, Milton Dana Morril in Washington, sich in allen Kulturstaaten patentieren lassen. Bei diesem Verfahren, nach dem schon. ein ganzes Arbeiterstädtchen und eine größere Villenkolonie hergestellt wurden, konnte man bereits als gesamte Betonmauerwerk eines Landhauses von 9X12 Metern einschließlich der Keller wände in nur 4 Tagen herstellen. Diese Betonhäuser, bei denen durch Beimischung von Kohlenschiacke viel Material gespart werden kann, sind billiger als Holzbauten und isolieren besser gegen Hitze utid Kälte. Erdtransporteure. — Planierungsarbeiten. Zur Bewegung (Abtragen und Anfülleh) größerer Erdmassen, zum Verteilen von Erde usw. auf größeren oder kleineren Flächen und zu Planierungsarbeiten aller - Art wird neuerdings ein Gerät empfohlen, das automatisch funktioniert und Karren, Wagen und Feldbahnen ersetzt. Diese sog. Erdtransporteure*) leisten die Arbeit von 12—15 Mann 5 Wagen und 10 Pferden und brauchen dazu nur eine Bespannung durch 2 Pferde und einen Mann als Bedienung. Lehmbauten. . „Beim Hausbau wurden auch Tagelöhner benutzt. Ohne solche Benutzung war übrigens der. Bau der Häuser aus dem mit etwas Häcksel gemischten Lehm des Feldes nahezu kostenlos. Ueber die im ganzen Orient typischen Bauemlehmhäuser sei noch bemerkt, daß sie im WSnter sehr warm halten und viel bessere Durchlüftung als etwa ein Ziegelbau hervorrufen. Bemerkenswert ist auch die Frage der Dachkonstruktion, bei der einmal das im ganzen Orient so kostbare Holz gespart, eine im Winter warmhaltende Bedeckung geschaffen und drittens das ganze Dach unbedingt so flach gebaut werden muß, daß der Bauer in heißer Zelt auf ihm schlafen, vor allemi aber auf ihm alle seine Dörrprodukte (Obst, Weizenpräparate) herstellen und alle seine Vorräte aufbewahren kann, ohne die Hunde fürchten zu müssen.“ (Aus: R. Junge: „Problem der Europäisierung. orientalischer Wirtschaft“, S. 201.) Zwölf Häuser per Tag! Als am 6. April 1906 ein Teil von San Franzisko vom Erdbeben und im Laufe weiterer vier Tage ein anderer Teil der Stadt vom Feuer zerstört wurde, sank die Einwohnerschaft von 475 000 auf etwa 200000; diese aber waren schon fest entschlossen, ihr San Franzisko wieder aufzubauen, während noch die Trümmer rauchten! Nicht weniger als 28 000 Häuser waren vernichtet, darunter das ganze Geschäftsviertel mit seinen Wolkenkratzern, von denen nicht viel mehr aufrecht stehen geblieben war, als die von den Gluten verbogenen Stahlgerippe. Die Verluste betrugen fast anderthalb Milliarden Mark. Aber ohne Zaudern wurde mit dem wirklichen Wiederaufbau begonnen und heute stehen statt der zerstörten 28 000 Häuser bereits 31 000 neue vollendete da, schöner und besser und größer als die, an deren Stelle sie entstanden sind. In den ersten beiden Jahren nach dem Erdbeben wurden durchschnittlich 12 Häuser per Tag (oder alle zwei Stunden eines) fertiggestellt, und niemals wurde irgendwo auf der Welt die Hand des Bauarbeiters in weitgehenderer und genialerer Weise durch maschinelle Vorrichtungen unterstützt oder ersetzt. Es gab aber auch Aufgaben zu bewältigen, die noch nie da waren: unter anderem handelte cs sich darum, den 40 000 abgebrannten Schülern neue Schulgebäude zu schaffen und dergleichen mehr. Und bei alledem ist das neue San Francisco weniger hypothekarisch belastet als irgend eine andere Großstadt in den Vereinigten Staaten. (Aus einer 1912 in einem Fachblatt erschienenen . Arbeit von D. T.) *) Die hier in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form veröffentlichten Materialien stehen immer in irgendeiner Beziehung zu den Fragen jüdischer Kolonisation im Orient und sollen der Information und der Anregung nach den verschiedensten Seiten dienen. : - , Sie sind den Sammlungen des von der ,Jü<fi^(jheti>.;öeseltechaft für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas“ angelegten Palästina-Archivs entnommen, aus dem Mitglieder sich jederzeit informieren können.? ' Für die Redaktion verantwortlich: Dr. L. Weinberg.BerHnvVerlag: Welt-Verlag O.m.b.H., Berlin NW 7, Dorotheensir. 35 Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.