Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 8-9 (20.2.1919)
- Date
- 1919-02-20
- Page
- Seite 287-288 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Sousse 1× ep/1045746
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288 287 VOLK UND LAND di|lllllllllllllllllllllllllllll1MIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!tlllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllll!lllllilllllMlllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllltllllllllllllllllllllllimilllllllllll)IIIIIIIIIIIIIHIIIIIII^ || ■ PALAESTINA-ARCH IV ■--][ ......min...mimimiiimiirc Orangenkultur, Bei der Bedeutung; der Orangenkultur für Palästina und die benachbarten Gebiete werden einige Angaben über die Weltprodukticm usw. sowie über die Produktionsverhältnisse einiger anderer Länder nicht unwillkommen sein. Allein Großbritannien importiert jährlich zirka sechs Millionen Kisten im Werte von 3 Millionen englischen Pfund (Durchschnittspreis — nach dem Importwerte — 10 M. pro Kiste), Kalifornien produziert allein jährlich zirka 0 Millionen Kisten und Florida zirka U/2 Millionen. Neuerdings wird der Orangenkultur auch in Südafrika und in Australien erhöhte Bedeutung zugewendet. Einstweilen reicht zwar die dortige Produktion noch kaum für den eigenen Bedarf, jedoch wird bereits für eine nahe Zukunft mit einem Export gerechnet, der um so aussichtsreicher erscheint, als die Früchte der südlichen Halbkugel den europäischen Markt; in einer Jahreszeit erreichen würden, in der die bis- | herigen (in der nördlichen Hemisphäre gelegenen) Proj duktionsländer nicht konkurrieren können, und in der j auch die Gefahr des Erfrierens ausgeschlossen ist.; Der Ertrag der Pflanzungen ist außerordentlich j hoch. In Florida und in Kalifornien berechnet man; die Ernte (bei guter Bearbeitung) auf zirka 5000 M. j per Hektar. Selbst bei den hohen Bearbeitungs- und j Ernte-Kosten, wie sie in Kalifornien erforderlich sind*), j bleibt (auch bei Durchschnittsqualitäten) die Hälfte des i Ernteertrages als Nettoverdienst übrig. Der Verkaufswert von Pflanzungen wird auf 10000 bis 20 000 M. per Hektar geschätzt. In Neu-Süd-Wales, wo die Arbeitslöhne ganz besonders hoch sindi, rechnet man als durchschnittlichen Nettoertrag volle 5000 M. per Hektar und Jahr. In 'Kalifornien erzielen die besten Pflanzungen 10 000 M. per Hektar netto. - Der Preis von in der Baumschule gezogenen Bäumen braucht 250 M. per Hektar nicht zu überschreiten; in Südafrika werden die ersten (noch wenige) Früchte im dritten Jahr**), zirka 50 bis 100 Früchte int vierten und oft schon 300 bis 400 Früchte im fünften Jahre geerntet, was in Kalifornien und in Florida erst im sechsten und siebenten erzielt wird. In letzteren Ländern rechnet man, daß 250 Bäume per Hektar 100 000 Orangen***) gleich 550 Standard-Kisten ergeben, was bei einem Netto verdienst von 5 M. per Kiste etwa 2750 M. per Hektar für gute Mittelware ergäbe. Haifagras. Einen wichtigen Artikel liefert auch die Haifa, welche besonders auf den Steppen wächst, die sich an die mitteltunesischen Gebirge anlehnen und vom Meere im allgemeinen durch einen Streifen fruchtbaren Landes getrennt sind, südlich von Gabes aber auch das Meer erreichen; man schätzt das tunesische Haifa-Areal auf 1500000 Hektar. Die Haifa (Stipa tenarissima) wird im Frühjahr von Nomadep geerntet und auf Kamelen zu den Küstenstädten, besonders nach Susa, Sfax und Gabes gebracht, wo sie in Ballen gepreßt und sodann überwiegend nach England zur Papierfabrikation geschickt wird. Zur Verarbeitung der zweiten Art aber, des Lygeum spartum, hat sich in Sfax und auf den Kerkena-Inseln eine selbständige Industrie herausgebildet. Haifagras würde *) Der Regen reicht nicht aus, so daß man der künstlichen Bewässerung nicht entraten kann. Der billigste Tagelohn beträgt 5 M. **) In Neu-Süd-Waks schon im' 2. Jahre. — Hier wurden von 14 jährigen Bäumen ohne Düngung 290 Bushel, mit Düngung 1400 Bushel per Hektar erzielt. ***) Hier (wie übrigens auch in Spanien ähnlich) werden durchschnittlich 400 Früchte per Baum' geerntet. — Da die Standard-Kiste durchschnittlich 180 Orangen faßt, entspräche der Nettoverdienst pro Baum etwa 11 M. zweifellos in vielen Teilen unseres Kolonisationsgebietes (auch auf der Sinai-Halbinsel) gut gedeihen. Interessant ist, daß Haifa „kühlt". Häuser inmitten von Haifafeldern zeigen viel niedrigere Temperaturen als solche in anderen Pflanzungen usw. desselben Ortes. (Nach Schanz, Algerien, Tunesien, Tripolitanien.) Schulkinder in der Landwirtschaft. 141 Bushel Mais (Körner — nicht Kolben) per Acre erzielte ein Schuljunge in Kent County, Ontario (Kanada) unter der Anleitung des Provinzial-Departements für Erziehungswesen. Nach dem Bericht des Landwirtschaftsamtes der Vereinigten Staaten pro 1913 waren in diesem Jahre 60 000 Knaben und Mädchen in speziellen Klubs für den Anbau von Mais, von Zuckerrüben und Kartoffeln, für Konservierung von Obst und Gemüsen und für Gartenbau systematisch organisiert. Seidenindustrie. Der Wirtschaftliche Nachrichtendienst* her ausgegeben von dem Deutschen Ueberseedienst Berlin, schreibt über die Rohstoffversorgung der französischen Sei den industrie: Die Rohstoffversorgung der französischen Seidenindustrie hatte unter den Transportschwierigkeiten schwer zu leiden. Besonders die Zufuhr von Florettseide aus China und Japan ging gewaltig zurück. Große Hoffnungen setzt die französische Seidenindustrie für ihre Rohstoffversorgung auf Syrien. In 1913 betrug die dortige Kokonerzeugung 5655 t, von Rohseide 490 t. Der Anteil Lyons am Seidenhandel mit Syrien kann auf 25 Miß. Frcs. geschätzt werden. (Bulletin 'des Soies .et des Soieries 16. 11. 18.) M a u I be e r b a u niku 11 u r e n und Seiden- ■ raupenzucht in Italien. Zur Ausbesserung und Ersetzung der durch den Krieg Verursachten ungeheuren Schäden und Verluste an 'den Maulbeerbaumbeständen verteilt die Regierung Prämien Tür Neuanpflanzungen, gibt unentgeltlich Pflänzlinge ab, läßt Bahnstrecken, Landstraßen, Kolonistenniederlassungen und anderes unbebautes, 'aber ertragfähiges Gelände mit Maulbeerbäumen bepflanzen, 'namentlich aber Hügel und Berge mit der Maulbeerbaumgattung madura auninticea und negri aufforsten. Die letzten beiden Arten sind besonders kräftig, erreichen in ein paar Jahren eine Höhe und Stärke, wie wenig andere Bäume und Sträucher, erfüllen wie keine ändere Forstkultur den doppelten Zweck, daß sie große Blätter für die Seidenraupen geben und gutes Brennwie Bauholz. Die Ausführung dieser Reformen im Verein mit dem sogenannten „f r i a u I a n i - sehen Wirtschaftssystem“, nämlich Seidenraupen in einfachen Hütten, unter Torbögen, in der freien Lust, nur vor Sonne, Regen und Insekten geschützt, zu züchten, würde nicht nur die Produktion von Kokons zum herabgesetzten Preise von sogar 3 Lire er Kilogramm ermöglichen, sondern auch den Wettewerb gegen Asien und' die Raupenzucht nach japanischem Muster im Frühling, Sommer und Herbst. (W. N. D., Ueberseedienst.) Erdbohrmaschine. Eine Erdbohrmaschine, die Erfindung eines deutschen Farmers in Kalifornien, macht per Stunde 90 Pflanzlöcher von 80 cm Tiefe und 20 cm Stärke. Dies wäre bis zu 1000 Pflanzlöchern per Tag, die einschließlich Amortisation der Maschine sicherlich nicht mehr als etwa 20 M. (oder 2 Pfennige pro Pflanzloch) zu kosten brauchen. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. L. We inberg, Berlin. Verlag: Welt - Verlag G. m. b. H., Berlin W 35, Kurfürstenstr. 150 Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.