Mannheim
Compact Memory

Volk und Land · 1919-02-06 · Heft 6 (6.2.1919) · p. Seite 191-192

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 6 (6.2.1919)
Date
1919-02-06
Page
Seite 191-192 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2649276-2649277-2649284--0143-2649482
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

VOLK bND LAND 192 ioi iiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii]iiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii{iiiii;iiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiNi);ii)iiiii)))iiiiiii))iii)iiiiiii)iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii|[iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiniiiiimmiiminiiiiiimimiuimtiiiimiiiiimiiiiiiiim^ || —— PALAEST1NA-ARCHIV - ■ ■ --- || ... Industrielle Verwertung von Weintrauben. Die Frage der Verarbeitung der Trauben zu anderen Verwendungen als Wein, ist für zahlreiche Weinbauländer dringend. Besonders gilt dies für Italien, Griechenland und die bisherigen Gebiete des osmanischen Reiches. In Italien war man unmittelbar vor dem Kriege dazu gelangt, den Most mittels eines besonderen Verfahrens einzudicken, wobei ein Extrakt der Rückstände dem Dicksaft wieder beigefügt wurde. Auf diese Weise wurden die gesamten Nährwerte und die diätetisch wirksamen Stoffe zu einem Produkt vereinigt, dessen Billigkeit es zu einem hochwerti « gen Volksnahrungsmittel geeignet machte. In der Türkei werden seit langem — abgesehen von weitgehender Verarbeitung von Rosinen (Sultaninen usw.) — die Trauben auf primitivem Wege zu Traubensirup eingedickt, der bei verbesserter Herstellung leicht ein Welthandelsartikel werden könnte. Bisher dient er nur dem lokalen Verbrauch. In Griechenland, wo die Korinthentraube eine Hauptrolle spielt, hat man ganz kürzlich angesichts der außergewöhnlichen Vorräte den Beschluß gefaßt, größere Mengen frischer Korinthen zur Herstellung von Wein zu verwenden, aus weitereu Mengen trockener Weinbeeren Alkohol zu erzeugen, an dem in Griechenland großer Mangel herrscht; mit diesem Alkohol M oto re von Kraftwagen und Maschinen zu treiben, nachdem diesbezügliche Versuche ein günstiges Ergebnis lieferten, und aus den Trauben für den inländischen Verbrauch sowohl auch für die Ausfuhr Zucker herzu steilem Diese Zuckerherstellung dürfte sich um so lohnender gestalten, als es ia an Zucker und seinen Ersatzstoffen in der ganzen Welt mangelt. D. T. OI i v e n p f I a n z u n g. Die Kosten der Pflanzung von 500 Oelbäumen auf 40 Dunam Land (zur Hälfte in Entfernung von 10 X 10, zur Hälfte in 8 X 8 m) berechnet Birmann (Rechoboth) in „Hadhaklai“ (Band 3, Heft 4) mit 2530 rrcs. Hiervon kostete der Bodien ... » 600 Frcs, die Pflugarbeit für 7 Jahre. 1450 „ die Stecklinge (wovon die Hälfte Ersatz) . . 60 „ das Pfropfen (mit Ersatz).. 70 „ die Bodenbearbeitung des Bodens außer dem Pflügen .. 100 „ Die Pflanzung und Pflege bis zur ersten lohnenden Ernte (7 Jahre) machte also einschließlich des Bodens 5 Frcs., ohne den Boden nicht ganz 4 Frcs. per Baum aus. Stellt man dem die ebenfalls für Rechoboth hier früher berichteten Ernteerträge von ca. 10 Frcs. per Baum im zehnten Jahre gegenüber*), so erhellt hieraus eine sehr große Rentabilität, auch wenn man — nach orientalischer Gewohnheit — jedes zweite Jahr als Mißernte oder selbst ^ls völligen Ausfall betrachtet. Maulbeerbaumkultufen und Seidenraupenzucht in Italien. Zur Ausbesserung und Ersetzung der durch den Krieg verursachten ungeheuren Schäden und Verluste an den Maulbeerbaumbesiänden verteilt die Regierung Prämien für Neuanpflanzungen, gibt jmentgeltlich Pflänzlinge ab, läßt Bahnstrecken, Landstraßen, Kolonistenniederlassungen und anderes unbebautes, aber ertragfähiges Gelände mit Maulbeerbäumen bepflanzen, namentlich aber Hügel und Berge mit maclura aurunticea und mit der Maulbeerbaumgattung negri aufforsten. Die letzten beiden Arten sind besonders kräftig, erreichen in ein paar Jahren eine Höhe und Stänke, wie wenig ändere Bäume und Sträucher, *) Siehe „Volk und Land“ Sp. 127. erfüllen wie keine andere Forstkultur den doppelten Zweck, daß sie große Blätter für die Seidenraupen geben und gutes Brenn-, wie Bauholz. Die Ausführung dieser Reformen im Verein mit dem sogenannten „friaulani sehen Wirt schaft ssyste m“, nämlich Seidenraupen in einfachen Hütten unter Torbögen, in der freien Luft, zu züchten, würde nicht nur die Produktion von Kokons zum herabgesetzten Preise von sogar 3 Lire per kg ermöglichen, sondern auch den Wettbewerb gegen Asien, und die Raupenzucht nach japanischem Muster im Frühling, Sommer und Herbst. - (W. N. D. lieber seedienst.) Hierzu sei bemerkt, daß die meisten jüdischen Beurteiler palästinensischer Möglichkeiten dem Seidenbau außerhalb Ostasiens usw. jede Zujkunft absprechen. Dabei sind im obigen doch nur einige wenige von den zahlreichen neuen wegen zur Hebung des Seidenbaus aufgeführt. Seidenindustrie. — Syrische Kokons. Die Rohstoffversorgung der französischen Seidenindustrie hatte unter den Transportschwierigkeiten schwer zu leiden. Besonders die Zutuhr von Florettseide aus China und Japan ging gewaltig zurück. Große Hoffnungen setzt die französische SeicLenindustrie für ihre Rohstoffversorgungauf Syrien. Im Jahre 1913 betrug die dortige Kokonerzeugung 5655 Tonnen, von Rohseide 49Q Tonnen. Der Anteil Lyons am Seidenhandel mit Syrien kann auf 25 MiU. Franks geschätzt werden. (Bulletin des Soies et des Soieries 16. 11. 18.) * Landwirtschaftliche Beschäftigung städtischer Arbeitsloser. Die Stadt San Diego in Kalifornien hat mit gutem Erfolg die Beschäftigung Arbeitsloser auf städtischem Farmland in die Hand genommen. Der Aufschwung, der diie Bevölkerung San Diegos von Mitte 1910 bis Ende 1912 von 39 570 auf 67 000 steigen ließ, brachte auch viele mittellose Leute herbei, die im Winter vielfach die gesuchte Beschäftigung nicht finden konnten. Zur Lösung des 'Problems wurde diesen Leuten ein Lohn von 50 Cents pro Tag außer freier Station für landwirtschaftliche Arbeit auf den der Stadt gehörenden Ländereien angeboten, und hundert bis 150 Leute wurden aut diese Weise ständig beschäftigt. Den Leuten war damit gut geholfen und die Stadt hatte billiger Arbeiter. Bananenkultur. — Landwirtschaftliche Industrie. — Papier-Rohstoff. ln Nordaustralien wurde 1914 eine Fabrik zur Herstellung von Bananenmehl projektiert. Stengel und Schalen sollten zu Papier verarbeitet werden. Die Gesamtkosten der Installation wurden aut eine Million Mark veranschlagt. Es sollten täglich 10000 Büschel verarbeitet werden, für die mit einem Durchschnittspreis von 50 Pfg. gerechnet wurde. Bei 300 Büscheln pro Acre wäre eine Pflanzung von 12 000 Acres nötig gewesen, um den Betrieb zu beschäftigen. Man redhnete auf einen Gewinn von 1 800000 M. pro Jahr (180 o/o der Kosten für die Fabrikanlage). Ziegenzucht. In Deutschland ergab Ziegenzucht jährliche Reinerträge zwischen 6 M. und 154 M. pro Stück. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. L. Weinberg, Berlin. Verlag: Welt-Verlag G. m.b.H., Berlin W35, Kurfürstenstr. 160 Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.