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Volk und Land · 1919-01-16 · Heft 3 (16.1.1919) · p. Seite 95-96

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 3 (16.1.1919)
Date
1919-01-16
Page
Seite 95-96 (sequence 18)
Language
German
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95 VOLK und LAND 96 hätte, sondern, mit einer Ziegeniierde von 100 200 Tieren auskäme, die nicht mehr zu kosten brauchen, als die in dem Jaffaer Achusahplane vorgesehene Milchwirtschaft für eine oder zwei Familien! Bemerkt sei noch, daß die Bevölkerung von P a r i s zum großen — vielleicht sogar größten - - Teil nicht Kuhsondern Ziegenmilch verwendet. D. T. Bauwesen. — Beton. — Zement. -- Gußhäuser. Gußhäuser aus Krauss & Smolls armierten Beton (ausgeführt in Santpoort (Holl.) und St. Denis b. Paris). Mietspreis nicht über 5 Frcs. die Woche. 2 Stockwerke. Fließendes Wasser in der Küche. Wanne zum Baden und Wäschewaschen-, 3 Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche. Dachgarten auf flachem Dach. Formen kombinierbar zu verschiedenen Haustypen. Jede Form kann von einem einzelnen Arbeiter gehandhabt werden. Vorbereitung zum Guß dauert 7—8 Tage. Guß 6—8 Stunden. Trocknen (in Form) 2—3 Tage. Abnehmen der Form 2 Tage. Kein Bewurf, kein Anstrich, kein Flächenschmuck nach dem Guß. Holzwerk außer Tür und Fenstern nicht vorhanden. Baukostenersparnis 25—30 o/o. Amortisation fällt "fort. Feuersicherer hygienischer Bau. (Dokumente des Fortschritts. Januar 1914. Mathilde de la Chapelle: Gesunde und billige Volkswohnungen.) M i 1 c h w i r t s c h a f t. In Deutschland liefert die Milchwirtschaft mehr Eiweiß und Fett als die gesamte Schlaehtfleischproduktion. Fleischproduktion. — Oedland. In Deutschland ergeben bearbeitete Oedländereien (Moor und Heide) in kürzester Zeit pro Hektar jährlich 230 kg Fleisch. Innerhalb einer Saison wurden aut Oedländereien bei Berlin Erbsen, Kohl und Kartoffeln in vorzüglicher Qualität erzielt. Zuckerindustrie. — Kalkstein. Für Zuckerindustrie ist Kalkstein in erheblichen Mengen erforderlich. Auch in dieser Hinsicht würde Palästina bequeme Produktionsmöglichkeitcn bieten. -Bezüglich des Brennmaterials wäre es von Interesse, den Möglichkeiten industriellen Kochens mittels Vacuum und Sonnen wärme nachzugehen. Ländliche Arbeitertrage. — Gartenstadt und Industriedorf. — Industriedorf. — Oeffentliche Arbeiten. Der Fragenkomplex von „Landwirtschaft, Arbeitermangel und Klein-Siedlung“ steht nicht nur bei unserer beginnenden kolonisatorischen Tätigkeit im Brennpunkt des Interesses. Auch in den alten und! soliden Verhältnissen gut-europäischer Länder wächst er j sich zum alles beherrschenden Thema aus, und auch | hier findet man keine anderen Mittel, als die Verlei gung von Industrien aufs flache Land, die Heranziehung von Mietswohnern auf die Dörfer, die Beschaffung von Winterarbeit, das Ineinandergreifen und gegenseitige Aushelfen mit Arbeitskräften zwischen der Landwirtschaft, die vielfach an bestimmte Jahreszeiten gebundien ist und den „öffentlichen Arbeiten“, diie im großen und ganzen j in den Zeiten dler landwirtschaftlichen Arbeitspausen durchgeführt werden können.; Von speziellem Interesse ist die immer mehr zutage tretende Erkenntnis, daß als Hilfe für die ländlichen Besitzer, denen es an Saisonarbeiten fehlt, w e - n i g e r d e r K I c i n s i e d 1 e r in Betracht kommt, den sein kleiner Betrieb in der Saison doch mehr oder weniger in Anspruch nimmt, als vielmehr der aut dem Lande lebende Industriearbeiter, der allenfalls sein Stückchen Gemüseland hat, der aber nicht mit kleinbäuerlichem Besitz ausgestattet ist. Aehnlich könnten auch Arbeiter angesiedelt werden, die wechselweise an öffentlichen Arbeiten und im Landwirtschaftsbetrieb ihren Unterhalt finden. Gemüsebau. — Gartenbau. Nach der Erfahrung deutscher Gemüsezüchter genügt für den Eigenbedarf einer Familie von Durchschnittsgröße 200 qm Gemüseland. Der Geldwert des Ertrages kommt einem Ueberschuß von 100 M. gleich (also 0,50 M. pro Quadratmeter). Ein Dunam Land in Palästina würde hiernach 450 M. bringen können, was weit mehr wäre, als der denkbar größte Gemüsebedart selbst einer sehr zahlreichen vegetarisch lebenden Familie! Hierbei ist die größere klimatische Eignung Palästinas für Gemüsebau noch nicht in Betracht gezogen. Auch zeigen andere Materialien noch außerordentlich viel größere Erträge aus kleiner Fläche. Zum Beispiel bringen in Amerika Schulgärten Erträge von bis zu 3 Frcs., und aut den Kana linse In — allerdings bei Glaskultur und besonderer Technik — bis zu 10 Frcs. per Quadratmeter. Malariabekämpfung. — Entsumpfung. Die systematische Malariabekämpfung kann auch für die Ansiealung des jüdischen Kolonisationswerkes große praktische Bedeutung gewinnen. Gegenden, die durch Fieber entvölkert wurden und heute völlig menschenleer sind und ungenützt daliegen, können durch geeignete Maßnahmen saniert und ebenso wertvoll gemacht werden wie die besten, bisher einwandfreien Gegenden. Dies gilt besonders für manche Küstendistrikte, die nach Entsumpfung und Drainage zu den fruchtbarsten Gebieten des ganzen Landes gehören würden. Bienenzucht. — Eukalyptus. — Akazie. In Australien (besonders Queensland, das Palästina klimatisch außerordentlich ähnlich ist) gilt bisher 90 kg per Stock nicht als gute Ernte, selbst bei 500 Stöcken pro Betrieb. Hauptsächlichste Bienenweide sind dort Eukalypten und Akazien. Langstroth’sche Bienenkörbe bewährten sich am besten. Der Verkaufspreis ist 63,60 M. per 100 kg, — trotz dieses niedrigen Preises ist die Bienenzucht dort eine lohnende Industrie. Der Honig ist hier billiger, als in vielen Ländern der Zucker. In Palästina wird fast der doppelte bis dreifache Preis erzielt. (Nach: Agric. Journal of South Africa. November 1912.) Zigarettenindustrie. Die deutsche Zigarettenindustrie produzierte 1887 1,1 Milliarde Stück 1912 12 Deutschland konsumiert jährlich 250 Millionen Mark. (Angaben und Text stammen vom Jahre 1914.) Dies is-t eine ungeheure Steigerung innerhalb 25 Jahren. Die Zigarettenindustrie ist eine der aussichtsreichen Industrien der Juden im O r i e n t. Im Einverständnis mit der Regie ließe sich Vieles in Palästina und den Nachbargebieteri tun. In Aegypten ist bisher bekanntlich der Tabakbau aus fiskalischen Gründen verboten, während im türkischen Reiche die Zigarettenindustrie ein Staatsmonopol ist, das aber externe Betriebe kennt und in den internen Betrieben (z. B. in Damaskus) bereits zahlreiche jüdische Arbeitskräfte beschäftigt. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. L. Weinberg, Berlin. Verlag: Welt-VerlagO. m. b. H., Berlin W3&, Kurfürstenstr. Ij50 Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.

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